Erfahrungsbericht: Über einen zielführenden und sinnvollen Umgang mit Systemlakaien, Bürokratten und Behörden

Nein, meine Freunde, ich trickse sie nicht aus. Ich denke, ich habe eine bessere Strategie. Ich kooperiere und gehe mit dem Herzen vor.

Bis jetzt habe ich von dem ‚Zirkus‚, den andere erleben, wenn sie von Behörden gezielt gegängelt, oder gar richtiggehend terrorisiert werden, selbst nichts mitbekommen bzw. nichts erdulden müssen.

Obwohl ich in Indonesien schon lange dasselbe „Retired Visa“ habe wie andere Auswanderer, weiss ich allerdings, dass unsere Freunde bei der Immigration alle Antragssteller schonungslos im Kreis jagen, die sich nicht eines Immigrations-Agenten bedienen (der selbstverständlich zusätzlich zu den offiziellen Gebühren auch seinen Aufwand in Rechnung stellt und stellen muss).

Alle Agenturen in Bali befinden sich im Besitz von Leuten, die irgendwie mit der Immigrationsbehörde zu tun haben. Das ist meist die Ehefrau von irgendeinem „Immigration Officer“, Geschwister oder wer auch immer sonst. Daher können Agenturen auch viele Dienste und Vorteile anbieten, die ein „Normalsterblicher“ sonst niemals beanspruchen könnte. Sie finden immer Hintertürchen, wenn es sein muss (wofür man aber selbstverständlich auch bezahlen muss).

Klar ist das alles korrupt und diese Agenturen wollen auch Gewinne machen und so trachten die diversen Beamten der Immigrationsbehörde das Vieh, das Visumstempel braucht, in die Koppeln der Agenten zu treiben. Einfach, indem sie die Antragsteller so lange schikanieren und im Kreis herum schicken – kreuz und quer durch Denpasar, von einem Amt zum anderen -, bis diese dem Agenten alles willig auf den Tisch legen, was benötigt wird, den Agenten bezahlen und dann erschöpft, aber doch irgendwie entspannt, nach Hause gehen.

Ich habe nicht inkarniert, um in dieser Welt die Korruption zu bekämpfen, auch wenn ich diese nicht für empfehlenswert halte. Ich korrumpiere sogar selbst (wenn auch meist nicht mit Geld, sondern mit Herz, was eine viel stärkere „Währung“ ist!).

Ich halte es schon lange so, wie ich es auch in Indonesien und ohnedies überall in der Welt für sehr ratsam empfinde. Ich bin zu den Leuten bei den Behörden freundlich und nett, schliesse wo immer es machbar ist sogar Freundschaften und lass mir dann helfen.

Viele Indonesier freuen sich, wenn sie einen Bule („Ausländer“) zum Freund gewinnen, allein deswegen schon, weil Bules häufig interessante Geschichten aus der weiten Welt zu bieten haben.

Ich tu mich auch leicht, selbst mit Beamten, die oft „wenig sympathisch“ wirken. Weshalb? Weil ich alle Menschen als meine Schwestern und Brüder wahrnehme. Ja, und so wie es „missratene“ Geschwister geben mag, denen man am besten helfen kann, indem man sie mit Liebe überhäuft, so halte ich es auch mit Menschen, die man leicht ausgrenzen könnte, weil es dafür 1000 triftige Gründe zu geben scheint. Es ist aber nichts wie es scheint und daher hüte ich mich auch zu verurteilen oder mich Vorurteilen hinzugeben!

Meinen Visa-Agenten habe ich schon seit 15 Jahren und er ist nicht nur ein ganz netter Mensch, er ist auch ausserordentlich hilfreich. Das gewiss auch deshalb, weil ich ihm schon so lange treu bleibe und ihm auch immer wieder neue Kundschaft schicke.

Ich zahle weit weniger als andere, die 600 Euro oder mehr löhnen. Es gibt wahrscheinlich kaum jemanden, der das Visum von einem Agenten so billig bekommt, wie ich es bekomme.

Ja, und wenn ich im Büro der ‚Imigrasi‚ zum alljährlichen Fototermin bzw. zum Abnehmen des Fingerabdrucks muss, dann hat mein Freund, der Agent, bereits alle Hindernisse weggeräumt, und ich werde – an allen Warteschlangen vorbei – direkt in das kleine Büro geführt, wo ich in weniger als 5 Minuten fotografiert und abgefertigt bin.

Meist dauert es aber doch etwas länger, weil ich mit den Beamten meine üblichen Blödeleien aufführe und wir alle meist grossen Spass miteinander haben. Den Beamten behagt das immer, auch deshalb, weil Zeit vergeht und damit die draussen Wartenden (diejenigen, die keinen der Agenten wünschen und daher schikaniert werden müssen) noch länger braten dürfen. [Anm. d. Red.: Wahrlich, sehr „herzlich“, „liebevoll“ und „nett“ diesen gegängelten und teils gar terrorisierten Individuen gegenüber, die vielleicht bloss nicht das nötige Kleingeld für einen teuren, profitgierigen Agenten haben, der das korrupte System aus Eigeninteresse ausnützt, und damit stärkt…]

Inzwischen habe ich Freunde oder zumindest gute Bekannte bei allen möglichen Behörden, auch bei der Immigration und bei der Polizei und verdanke dies in erster Linie dem Umstand, dass ich all den Behörden gegenüber schon lange freundlich auftrete und den hinter den Beamten liegenden Menschen respektvoll und in Würde begegne. So habe ich es eigentlich immer fein und bequem und alles in dem angenehmen Gefühl, stets unter Freunden zu sein.

Die Behörden kümmern mich nicht, was heisst, ich mach‘ mir deshalb keinen Kummer. Behörden nehme ich als gegeben hin, auch wenn man alles, was sie unternehmen hinterfragen sollte.

Ich interessiere mich, wenn ich mit ihnen zu tun habe, ausschliesslich für die Menschen, die in diesen Behörden tätig sind und diese spüren das auch sofort. Ich bin zu allen von ihnen ausserordentlich freundlich und nett und sie behandeln mich ebenfalls wie einen Menschen, den sie mögen. Genaugenommen reissen sich fast alle den Arsch für mich auf, wenn es sein muss und ich darum bitte, und das alles nur deshalb, weil ich aus dem Herzen heraus zu ihnen liebevoll und nett bin. Wäre dies nur gespielte Herzlichkeit bzw. Freundlichkeit (wie es bei manchen Leuten, die glauben clever zu sein, sehr oft der Fall ist) funktionierte dieses Strategem nicht.

Autor: Gabriel (redaktionell lektoriert)

22 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Dreckskapitalismus, Gastbeiträge, Korruption, Manipulation, Menschen, NWO, Schönes, Sinn, Weisheit

22 Antworten zu “Erfahrungsbericht: Über einen zielführenden und sinnvollen Umgang mit Systemlakaien, Bürokratten und Behörden

  1. tabburett

    thomram September 4, 2015 um 13:08

    Ok. – Wie soll es denn deiner Meinung nach besser werden und eine BB zustande kommen? –
    Ich verstehe mit meinem „Bauarbeiterhirni“ auch den „kleinen“ Cop, der hier mal 100, oder 200 Baht Zugeld „verdient“.., weil der in keinster Weise „angemessen“ entloehnt wird! Das ist ja eben das System, welches Solches provoziert und will! –
    Aber, wollen wir immer so weitermachen, oder wollen wir was aendern?!

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  2. @Ram

    Ich neige eher dazu mit dem geschätzten Tabburett einig zu gehen, denn ist diese Korruption, die Gängelung und Ausnutzerei der Bules (egal ob’s diverse davon mehr als verdient haben – andere hättens eben nicht verdient) nicht auch schon systemimanent und damit dieses erhaltend und stütztend?

    Insofern gibt es für mich – wie auch in Terrorhelvetien – nur radikalen und konsequenten Widerstand. Und v.a. tut edukative Pädagogik bei den korrupten Beamten Not – statt seine Spässe mit ihnen treiben wie von Gabriel vorgeschlagen und praktiziert.

    Nichtsdestotrotz enthält Gabriels Artikel eben auch eine wesentliche Wahrheit. Und das bezieht sich direkt auf den Umgang mit den Bürokratten. Weil es funktioniert. Nur versäumt der werte Gabriel leider die edukative Pädagogik hin zur Abschaffung dieser Korruptionspraxis zu leben in seinem Gutmenschentum, während des Kontakts mit den Bürokratten (wahrscheinlich wären die Besuche bei den Behörden dann nicht mehr ganz so lustig 😉 ).

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  3. @ Tabburett

    Ich kann weder dich noch Dude noch den Bundesrat noch den Papst noch Frau Merkel noch Herrn Sorros noch Mutter Theresa noch meinen Nachbarn noch meinen Freund noch meinen Feind noch meine Mutter noch meine Schwester noch meinen Dorfpolizisten ändern.

    Was kann ich denn, verd nochma, ändern?

    Mich.

    So einer denn etwas tun will, hat er diese Möglichkeit. Es ist jedem einzelnen Menschen freigestellt, ob er etwas (also sich) ändern will oder nicht.

    Und da gibt es Gesetze. Es gibt das Gesetz der Resonanz. So ich mich – ich sag ma platt – bessere, gehen – ich sag ma platt – bessere Menschen mit mir in Resonanz. So denn mehrere Menschen sich so zusammenfinden, potenziert sich ihre Macht.

    Macht ist nicht gut, ist nicht schlecht. Macht ist wie ein Messer. Stoss es dem Mann in den Hals oder schäle damit die Orange. Macht ist so oder so einsetzbar.

    Ich / wir kommen dergestalt zu Macht. Die setzen wir ein, in unserem Sinne.

    Und es gibt die morphogenetischen Felder, gespiesen durch Gedanken. Aber das führt hier grad zu weit und (für vielleicht Viele scheinbar) weg vom Artikelthema.

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  4. @ Dude

    Und ob die Kleinkorruption systemimmanent ist! Da bin ich komplett bei dir!

    Scheinbar widerspreche ich mir damit, doch nur scheinbar. Es ist wieder mal die Frage der Ebene, welche man betrachtet.

    Auf niederer Ebene ist ein funzendes Wirtschaftssystem (dazu gehört diese Kleinkorrumpiererei), welches gegen die Gesetze handelt, ein Ausstieg aus dem grossen, menschenverachtenden System.

    Du gehst aber eine Stufe rauf, und das begrüsse ich. Eine Stufe höher gilt:
    Ja. Die Elite WILL, dass Menschen sich untereinander bescheissen nach Strich und Faden, denn das schafft Misstrauen und damit Unfrieden und damit in der Folge der Folge der Folge Mord und Totschlag. Und dass dann nach Ordnung geschrieen wird, und SIE ihre wunderbaren Ordnungen als Geschenk bringen können, das weisst du genauer als ich, und vielen Lesern ist das längst bekannt.

    So betrachtet, müsste ich es auf mich nehmen. Von Büro zu Büro. Quer und nochma und nochma durch das Gewusel, mich durchfragen, und x mal kurz angebunden erfahren, was ich als Nàchstes zu tun habe, um zu diesem verd Stempel zu kommen.

    Es wäre ein Beispiel der im Aussen gelebten Konsequenz dessen, was ich grad oben schrubete: Ich kann nur mich verändern.

    Viele Viele von uns werden, das steht uns bevor, in viel schwerere Situationen des Sich Entscheidens kommen.

    Fällt mir zu:

    Am Schilift, Schweiz, meine Kinder waren noch Kinder.
    Es gab Drängler, die überholten die Reihe. Ich ärgerte mich blau, ich blieb korrekt und innerlich schäumend hinter meinem Vordermann.
    Meine eine Tochter, die Anja, die machte das ganz und komplett anders.
    Sie drängelte nicht, sie blieb nicht in der Reihe…sie vergnügte sich, indem sie die Landschaft betrachtete oder mit der Schwester oder Freundin oder einem Fremden rumalberte … und wurde überholt und überholt, denn sie achtete keineswegs darauf, möglichst hinter dem Vordermann zu bleiben. Auch sie kam irgendwann ann Lift, froh und frei.

    Scheibe abschneiden, Papa, alter Mann, Scheibe abschneiden. Vier Tage durch Denpasar fahren und warten und von Kleinkorruptionären rumgeschickt werden und dabei glücklich sein…???
    🙂

    Gefällt 1 Person

  5. tabburett

    Ergaenzung zum Komm vom 1. September, 2015 um 16:46:

    Der liebe „Heini“ sagte mir 2 Tage vorher, als ich mit dem gleichen Anliegen (1 Stempel auf einen Standard-Wisch [Wohnsitz-und Lebensbestaetigung], der die CH alljaehrlich von seinen im Ausland lebenden Sklaven einfordert) an seinem Schreibtisch stand, dass ich/man fuer diesen Stempel ab jetzt nach Phuket reisen muesse, er habe das per Telefon gesagt bekommen… – Nun, man hat immerhin anderthalb Monate Zeit, um den ausgefuellten und abgestempelten CH-Wisch zu retournieren 😉
    Ich dachte nur; ist komisch.., ich wohne hier (damals Koh Samui) und muss nun in Phuket (im guenstigen Fall ueber 7 Std. Fahrzeit) meine Wohnadresse bestaetigen gehen lassen… – Das ist etwa wie wenn sich ein Tessiner in Basel seine Wohnsitzbestaetigung abholen muesste… Ok, Alles ist moeglich – LOL –
    Nun, innerhalb von besagten zwei Tagen erfuhr ich, dass der liebe (voellig ueberforderte) „Beamte“ durchaus seine Stempel verteile, wenn’s n’Zustupf gibt… –

    So kam dann das mit meinem vielstuendigen 2. Besuch beim Hr. XYpsilon… –
    Vetternwirtschaft und Korruption werden nicht mehr unterstuetzt! Auch wenns halt mal zwei, drei Tage (ver)braucht… –
    Es wird gerne nach konstruktivem, praktikablem Umsetzen („beim Uebergang in BB“) gefragt… Waere das evtl. ein Ansatz?

    Gefällt 1 Person

  6. Ich kann sehr gut nachvollziehen und verstehen, lieber Ram, weshalb Du absolut null Bock auf diese ‚Passierschein‘-Rumschubserei der bürokrattischen Gängelipraxis hast, aber evtl. wäre es zumindest einen Versuch wert, dem Bsp. von Anna zu folgen. 🙂

    @tabburett

    „ich wohne hier (damals Koh Samui) und muss nun in Phuket (im guenstigen Fall ueber 7 Std. Fahrzeit) meine Wohnadresse bestaetigen gehen lassen… – Das ist etwa wie wenn sich ein Tessiner in Basel seine Wohnsitzbestaetigung abholen muesste…“

    Der Irrsinn nimmt immer irrere Formen an… Tessiner nach Basel? Eher nach Brüssel… *lol*

    „dass der liebe (voellig ueberforderte) “Beamte” durchaus seine Stempel verteile, wenn’s n’Zustupf gibt… – “

    Rein finanziell betrachtet dann vermutlich noch einiges billiger als die ganzen unnötigen Reisekosten… es ist einfach unglaublich mit dem sich kumulierenden Irrsinn…

    Ps. @All – Allein diese entstandene Diskussion hier beweist mir, dass diese Artikelpublikation durchaus sinnvoll war. Danke Leute! 🙂

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  7. @ Dude

    „Ps. @All – Allein diese entstandene Diskussion hier beweist mir, dass diese Artikelpublikation durchaus sinnvoll war. Danke Leute! :-)“

    Dem pflichte ich bei. Es stellt den aufmerksamen Leser unweigerlich vor Fragen, welche sein persönliches Leben betreffen. Halte ich ein Konto beim von Verbrechern aufgezogenen Syndikat mit Namen „Banken“? Fliege ich, oder fliege ich nicht? Zahle ich Steuern, welche zu einem hohen Prozentsatz in Dinge gesteckt werden, welche ich ablehne? Leiste ich mir im Dezember Erdbeere und Orange, und kaufe ich Wein von Uebersee? Brauche ich allein vier Räder? Steht mein TV in der Stube oder auf dem Müll? Gehe ich wählen? Kaufe ich den Stuhl aus Holz von ich weiss nicht welchem Regenwald?

    Gefällt 1 Person

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