Vom Initiationsstrategeme (Geheimbundstrategem, Nr. 53)

Nachfolgend darf ich euch den zweiten Gastartikel von Magnus Göller anbieten, welcher einen Teil seines Fortsetzungswerks zu Harro von Sengers Abhandlung über die 36 Strategeme bildet, wobei besonderes Augenmerk auch Harros Zweibänder mit dem Titel „36 Strategeme – Lebens und Überlebenslisten aus drei Jahrtausenden“ gelten sollte. Ich empfehle im übrigen dringend, die hiesigen Informationen keinesfalls für eigensinnige Absichten zu missbrauchen, denn früher oder später fällt alles auf einen Selbst zurück, auch wenn es zunächst erscheinen mag, als würde man nur persönliche Vorteile damit ernten…


Obschon das Strategem Nr. 53 an das Strategem Nr. 17 (“Einen Backstein hinwerfen, um einen Jadestein zu erlangen”) erinnert, ein Stück Überschneidung unabweisbar, unterscheidet es sich davon doch dadurch, dass der Strategemanwender dauerhaft Macht über die Psyche des anderen gewinnen will, möglichst umfässliche Kontrolle über dessen Denken erlangen, ihn langfristig lenken, wohl auch zum Komplizen und damit erpressbar machen.

Verknüpft wird es natürlich nicht selten auch mit dem Strategem Nr. 50, jenem des Übermächtigen bzw. dem Gott-Strategeme. Es ist Kernstrategem aller verschwörerischen Geheimbünde, die dem Adepten schrittweise Initation versprechen.

Durch Befolgung bestimmter Regeln, Exerzitien, Rituale, Inkantationen usw., Verschwiegenheit und Gehorsam, werde der Adept immer weiter vervollkommnet und entwickelt, er werde immer mehr zu seinem wahren Selbste finden, zur Selbstkontrolle und Macht über sich selbst, und darausher auch über andere (was manchmal mehr in den Vordergrund gerückt wird, manchmal weniger).

Stück um Stück bindet der Adept sich mehr an die Ideologie des Geheimbundes, und je mehr er darein investiert hat, um desto weniger wird er noch eine kritische Haltung demgegenüber entwickeln können, denn er wird bestimmender Teil seiner geistigen Sozialisation. Das Versprechen sich befreiender Selbstfindung mündet in die subtil gesteuerte, immer weitergehende Selbstversklavung im Sinne der Kabale; dabei wird das Ego des Adepten mächtig gefüttert, er wird, je nach Eignung, in Posten gehoben, die er alleine nicht erreicht hätte, erhält auch materiell Brosamen vom großen Kuchen.

Zur Seelenschwellung wird an Pomp oft nicht gespart. Schicke Schürzen, Opferaltäre, bedeutende Ränge und Titel (bei den Freimaurern des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus, heißt es, mindestens 33 Hierarchiestufen) bestätigen dem gefangenen Kleingeist die Wichtigkeit und Erhabenheit der Sache, damit seine eigene Wichtigkeit und Erhabenheit, schon als Lehrling oder Geselle.

Das Strategem bewährt sich seit Jahrtausenden in einem Maße, dass man darob verwundert sein könnte. Dabei macht es sich Minderwertigkeitskomplexe, Geltungssucht, das Überlegenheitsgefühl, zu einer Gruppe von Eingeweihten zu gehören, jede Art Machtphantasie, nicht zuletzt die Gier zunutze. Dies in einer so perfiden wie über diese Jahrtausende hinweg ausgefeilteren Technik, dass die immer noch sehr beachtliche Erfolgsquote des Strategems eben doch nicht allzu überraschend.

Die Notwendigkeit, der Sinn eines Eintritts in einen derartigen Geheimbund wird aber darüber hinaus oft damit begründet, dass es böse Mächte gebe, oft selbst verschwörerisch organisiert, gegen die gar keine andere Wehr hülfe, den Heiligen Gral zu retten, denn selbst im Verborgenen zu arbeiten. Bekanntlich sagen die echten Strippenzieher das dann beiden oder soundsovielen Seiten, kontrollieren diese oft nur zum Scheine gegeneinander arbeitenden Fraktionen nach Belieben.

Das Fußvolk darf dabei so gut wie nichts von den wirklichen Zielen der Großmeister wissen. Das ist entscheidend für die Schlagkraft der Verschwörung und damit den Erfolg des Strategems.

Quelle: http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/09/02/vom-initiationsstrategeme-geheimbundstrategem-nr-53


Gesamtübersicht von Magnus Göllers Fortsetzungswerk: http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/09/03/die-strategeme-nr-37-bis-54-gesamtubersicht/

Weiterführendes zu den 36 Strategemen:

Bei allfälligem Übernahmeinteresse dieses Artikels ist zuvor zwingend das Einverständnis von Magnus Göller einzuholen.

12 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bildung, Gastbeiträge, Gedankenkontrolle, Kriegstreiber, Manipulation, Menschen, Philosophie, Weisheit

12 Antworten zu “Vom Initiationsstrategeme (Geheimbundstrategem, Nr. 53)

  1. @ dude
    Klar beschriebener wahrer Sachverhalt.
    Kann ich Magnus Göller HIER um die Uebernahme bitten?
    thom ram

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  2. heinzheidtmann

    5 Bücher – 5 Ziele:

    1. Ziel: Aufklärung über eine bisher im Abendland nur ungenügend bekannte Seite chinesischer Zivilisation und Mentalität: die hochgradige Listkundigkeit. Westliche Menschen sollten nicht nur den Ethik-Fachmann Konfuzius, sondern auch den Strategem-Virtuosen Zhuge Liang kennen !

    2. Ziel: Erschliessung eines neuen westlichen Forschungsgebietes. Über die Lüge – also ein Detail aus dem Gesamtkomplex der List – haben sich westliche Denker schon seit alten Zeiten den Kopf zerbrochen. Noch nie in der bald 3000jährigen abendländischen Geistesgeschichte hat demgegenüber ein Philosoph die List, soweit bekannt, auch nur definiert ! Sie verschwand gleichsam in einem blinden Fleck. Die Strategemkunde aus dem Reich der Mitte kann – in der Epoche einer auch geistig verstandenen Globalisierung – westlichen Wissenschaftlern die Augen für die Wichtigkeit der List öffnen. Angeregt von chinesischen Erkenntnissen über die List, sollte man die List im Okzident nicht länger verniedlichen, verteufeln oder vor ihr die Augen schliessen, sondern vorurteilslos allseitig wissenschaftlich erkunden.

    Zu diesem 2. Ziel siehe auf dieser Web-Seite unter „Dimensionen der Strategemkunde“:
    I) Bis zu welchem Ausmass wird List von westlichen Wissenschaften ignoriert?

    3. Ziel: Anleitung zur Überwindung europäischer Listenblindheit: Westliche Menschen sollten lernen,

    List zu d u r c h s c h a u e n, sei es als unmittelbares potentielles Listopfer, sei als Beobachter(in).

    4. Ziel: Anleitung zur Überwindung europäischer Listenblindheit: Westliche Menschen sollten lernen,

    wenn schon, dann gekonnt sowie insbesondere auch ethisch verantwortungsvoll, und nicht, wie bisher im Okzident allzu oft der Fall, ohne jeden Sinn und Verstand – List anzuwenden.

    Nach der Redewendung „durch Schaden wird man klug“ zu leben genügt nicht. Besser und kostengünstiger ist es, sich v o r dem durch destruktive List bewirkten Schaden klug zu machen und wenn möglich den Schadenseintritt zu verhindern. Wie ? Ein Weg ist das Erlernen und Umsetzen der chinesischen Strategemkunde !

    Zu den Zielen 2 – 4 siehe: P R O J E K T T R A N S P L A N T I V E S I N O L O G I E

    vgl. China aktuell, Hamburg April 1993, Seite 315, und Archiv Orientalni, Prag, Nr.63/1995, S.352-359

    5. Ziel: Die Einbettung der chinesischen Listweisheit in einen grösseren Gesamtzusammenhang, jenen der „Supraplanung (moulüe)“.

    Die chinesische Strategemkompetenz ist kein isoliertes Phànomen im chinesischen Verhalten. Sie ist vielmehr organischer Teil eines umfassenden geistigen Raumes, genannt „moulüe“ = „Supraplanung“. Chinesen sind keineswegs immer nur auf Strategeme fixiert, sondern sie vermögen grundsätzlich ständig zwischen routinemässigen (also beispielsweise gesetzeskonformen) und überraschenden, aussergewöhnlichen, also strategemischen Problemlösungen strategischer und taktischer Natur hin- und her zu ventilieren. Europäerinnen und Europäer sollten daher nicht nur chinesische Strategeme, sondern den – idealtypischerweise stets vorhandenen – weiten chinesischen Gesamtdenkhorizont der Supraplanung zu erfassen lernen.

    1. Einführungs-Lektüre:

    Harro von Senger:

    … wenn man „DAS“ so liest, kommt einem der Eindruck, die Chinesen – zu mindest einige wenige „Schlaue“ von ihnen – sie hätten die Wunderwaffe in bezug auf Menschlichkeit und menschliches Verhalten entdeckt!
    Ohne Frage, auch in einem Land wie China, sind großer Philosophen und Denker hervorgegangen. Das bestreitet wohl niemand.
    Aber, gibt es solche Beispiele nicht auch aus vielen vielen anderen Ländern, Nationen! Nenne z. B. nur mal die Griechen, Ägypter usw.
    Die Frage die sich, auch nur ein Beispiel, stellt ist! Was haben diese Länder selbst, von ihren Philosophen gelernt. Nix und nochmal nix. Na ja, das mit den Ausnahmen greift auch hier.
    Aber lassen wir mal die Griechen und die anderen beiseite, hier geht es ja hier hauptsächlich um die chinesischen positiven geistigen Errungenschaften einiger, die den westlichen Nationen vor werfen, was die Listigkeit betrifft, das mag ja im großen und ganzen auch zutreffen.
    Aber, ich halte mich da lieber an die Aussage: „Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen“. Bevor ich anderen Nationen etwas unterjubeln will, sollte ich ersteinmal im eigenen Land kehren.
    Gerade China, dürfte wohl kein Land sein, dass man als gutes Beispiel irgend jemandem auf dieser Welt vorzeigen kann. Kaum in einem andern Land wurden über tausende von Jahren die Menschenrechte so mit Füßen getreten wie gerade in China. Auch wenn die restliche Welt seit je her mehr oder weniger nicht viel anders ist.
    Dies wäre genau so, als wenn z.B. ein Deutscher großer Denker oder Philosoph behaupten würde, nehmt euch an Deutschland ein Beispiel.
    Alle großen Global-Denker dieser Welt, früher wie heute, geht es meist um die gesamte Menschheit. Und nicht nur um einer oder eventuell auch mehreren Nationen.
    Die Menschheit muss sich im gesamten ändern, nicht nur ein paar Nationen. Das ist überhaupt der Kern der Sache.
    Die Chinesen haben zwar das Rad erfunden, dass Pulver und noch bestimmt einige andere Dinge, aber sonst, was z.B. die Menschenrechte usw. angeht, leben sie noch im Mittelalter.
    Ich möchte hier nicht China niedermachen, dazu hat wohl kaum ein Europäer ein Recht, denn da wären wir wieder beim Glashaus!

    Zum Schluss: Diese ganzen Weisheiten – woher sie auch kommen, von wem sie auch sind, OK alles gut gemeint, nur … das was die Inhalte betrifft, sollte im Grunde für alle auf dieser Welt gelten, und nicht nur den sogenannten Westen, wer immer auch damit gemeint ist.
    Konfuzius, Laotse um mal die zwei Bekanntesten zu nennen, waren ohne wenn und aber wohl mit die größten Philosophen dieser Welt. Aber, all ihre Weisheiten, galten nicht für ein Volk, sondern waren für alle Völker gedacht. Auch, wenn sich in vielen Aussagen die asiatische Kultur wieder findet.

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  3. heinzheidtmann

    Dieser Bericht unterhalb von Harro von Senger, ist natürlich nicht von ihm, sondern von mir.
    Sorry, hätte genauer darauf hinweisen müssen. Könnte schnell mal in den falschen Hals kommen.

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  4. @ Heinz Heidtmann

    Nach unserer Auseinandersetzung kürzlich, hier, freue ich mich sehr, dass Sie meinen obigen Artikel trotzdem positiv begleiten. Das ist menschliche Größe. Nachdem ich das Du zeitweilig mied, biete ich es von meiner Seite her wieder ausdrücklich an. Danke auch an den Dude, dass er vermittelnd und erklärend eingriff, als wir aneinandergeraten waren.

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  5. @ thomran

    Ich weiß nicht, weshalb Sie den Dude fragen, worum Sie mich hier vielleicht bitten könnten. Was soll er dazu sagen?
    Ihre indirekte Bitte, ich sehe sie als solche, ist hiermit abschlägig beschieden. Die von Ihnen angegebene Seite birgt Inhalte, höchst prominent, fast nur, bisher jedenfalls, die meines Wissens in Deutschland schwerst strafbewehrt zu verbreiten verboten sind.
    Da spielt es dann keine Rolle mehr, was ich persönlich von derlei Verboten halte. (Ich habe mich dazu bei mir mehrfach eindeutig geäußert.)
    Eine Freigabe des obigen Textes auf Ihre angegebene Seite könnte von einer böswilligen Justiz als Unterstützung, als eine Beförderung jener bei uns bis zu langjährigem Freiheitsentzuge hin inkriminierten Inhalte gewertet werden.
    Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich Ihr Ersuchen deshalb ablehnen muss.

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  6. heinzheidtmann

    Magnus, ich danke Dir für dieses nette Entgegenkommen.
    Was mich betrifft, … smile, auch ich muss noch einiges lernen! Wichtig allerdings ist, dies auch zu erkennen.
    Also weiterhin alles Gute hier im Forum.
    Heinz

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  7. @ Herrn Magnus Göller
    Ich kann verstehen, dass Sie sich der deutschen Unrechtssprechung nicht aussetzen wollen.
    Ich danke für Ihre Antwort und grüsse Sie. thomas ramdas voegeli

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  8. @ thomran

    Danke für Ihr Verständnis. Wir können auch gerne zum Du kommen.

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  9. @ Alle

    Harro von Senger hat für mich über das Erschließen der Strategeme eine Leistung erbracht, die seinem Vorgänger Richard Wilhelm vergleichbar. Derlei Gelehrte braucht die Welt.
    Klug sein heißt nicht automatisch böse sein.
    Dude hat allerdings sehr richtig davor gewarnt, die Strategeme zu bösartigen selbstischen Zwecken einzusetzen.

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