Yoga – Mehr als nur „Schneidersitz“!

Wer „Yoga“ hört,  denkt meist an Menschen, die bewegungslos im Schneidersitz (im Yoga „Lotussitz“ genannt) sitzen und „ohm“ singen.

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„Dieses stundenlange Ruhigsitzen und Meditieren wäre nichts für mich“, höre ich oft, wenn die Rede auf Yoga kommt.

Diese Vorstellung hatte auch ich damals, 2014, als ich aufgrund meiner Justizskandal-geschichte welche ich zusammen mit meinem Mann erlebt hatte, in unserer Wohnung mitten in Beirut sass.

Plötzlich dachte ich mir, „Yoga“, schon oft gehört, aber eigentlich habe ich keine Ahnung, was das wirklich ist. Und was macht der moderne Mensch in so einer Situation?
-Er kuckt mal auf youtube nach, suchet und findet!

Da ich gerade Zeit hatte, schaute ich nicht nur, sondern machte gleich selbst mit. „Yoga für Anfänger“. Einwärmen war unnötig, da in unserer Wohnung 35 Grad (dazu hohe Luftfeuchtigkeit) herrschte. Die Übungen des Videos waren relativ leicht (für jeden durchschnittlichen Menschen gut nachzumachen auf Anfängerstufe) und als ich durch war, so nach 30 Minuten, fühlte ich mich auffallend viel besser als vorher. Nicht ermüdet, nur sehr wach, fit und energievoll.

Salabhasana

In der schwierigen psychischen Situation in welcher ich mich damals befand (aufgrund der Situation, dass sowohl mein Mann als auch ich unfreiwillig, aufgrund von Schweizer Rechtsbrüchen im Libanon leben mussten, anstatt in unserem Zuhause in Zürich zu sein), tat das doppelt gut und ich fing an, täglich Yoga mit Youtube-Videos zu machen.

Schnell faszinierte mich die ganze Materie, u.a. aufgrund der zum Teil völlig neuartigen, ungewohnten Bewegungen, die man machte. Es war deutlich zu spüren, dass die Wirkung weit mehr als nur körperlich, vielmehr auch seelisch-geistig war. Sprich, der erste Nebeneffekt den ich deutlich wahrnehmen konnte, war eine spürbar gehobene Laune, ebenso Ruhe, obwohl in unserem Leben alles andere als Ruhe herrschte.

Bald war mir Youtube-Yoga nicht mehr genug und ich besuchte ein zufällig zu jener Zeit stattfindendes „Yoga-Festival“ in einem gehobeneren Bezirk von Beirut („Mansourieh“ genannt). Dort traf ich auf meinen 1.Yogalehrer, Nabil Najar und besuchte bald darauf seine Montagsklassen in der Schule in Beirut („Sivananda-Yoga“);

Der Effekt nach meiner ersten richtigen Stunde bei ihm (Dauer 1 1/2h bei 35 Grad, dazu auf Fortgeschrittenen-Stufe…) war unbeschreiblich: ich fühlte mich am nächsten Tag wie ein total verwandelter Mensch, gepusht von Energie, Freude, Tatendrang, natürlich auch einsetzender Muskelkater, mein Gang war durchaus „schwebend“, alles fühlte sich frisch und neu an in der Welt.

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Seither vergingen nur wenige Tage, an welchen ich kein Yoga machte. Heute besuche ich mind. 1 Mal pro Woche eine Hatha-Yogaklasse in einem Zürcher Studio. Die restlichen Tage übe ich Zuhause im Wohnzimmer, meist spät abends nach der Arbeit.

Wie viele andere vor mir kann ich über Yoga sagen, es hat mich psychisch in einer sehr schweren Situation gerettet, mir mehr Ruhe, mehr Kraft, mehr gute Laune gebracht, mich psychisch und auch physisch verwandelt.

Was Yoga von Sportarten unterscheidet:

Es ist eine uralte Wissenschaft des menschlichen Körpers mit einer holistischen Wirkung auf den ganzen Menschen. Yoga ist -richtig angewandt- ein Werkzeug, sich selbst so zu verändern, wie man das möchte. Es ist das Werkzeug um die echte, ursprünglichste spirituelle Quelle des Lebens zu erschliessen, Blockaden zu lösen, vollkommenes körperliches Wohlbefinden zu erzeugen, sich selbst auf völlig neue Weise zu ergründen.

Und dies alles auf eine sehr konkrete, praktische Weise – einfach indem man mit voller Aufmerksamkeit die „Asanas“ (Übungen) auf der Yogamatte übt.

Die Schwierigkeit der Übungen sind sehr verschieden. Manches sind Kraftübungen, manches Balanceübungen, wieder andere Dehnungsübungen. Oft enthält eine Übung auch mehrere dieser Attribute und so wird man während der Übung ohne Ausweichmöglichkeit gezwungen, ganz im jeweiligen Moment zu sein, sich nur auf sich zu konzentrieren, sich zu spüren, fokussiert zu sein. Anders geht es im Yoga schlicht nicht, und das ist das Geniale daran. Es zwingt den Menschen, sich in einer ganz ungewohnten, neuen Art und Weise auf sich selbst zurückzubesinnen, sich neu kennenzulernen.

Ich beschreibe hier bewusst nicht die Seiten des Yoga, welche man problemlos googeln kann – erwähnt sei nur, dass es einige verschiedenen Yoga-Richtungen gibt. Das ursprüngliche Yoga ist „Hatha-Yoga“. Davon gibt es auch abgewandelte Formen wie zBsp. das „Yin-Yoga“ wo die Dehnungsübungen sehr lange (ca. 2-5min.) gehalten werden. Oder auch Kryia-Yoga wo es weniger um körperliche als um geistige Übungen in der klassischen Meditation geht welche mit speziellen Atemübungen ergänzt werden. Kundalini-Yoga, Asthanga-Yoga (hier ein wunderbares Demo-Video von Laruga Glaser und Megan Currie) und noch einige mehr welche hier nicht alle aufgezählt werden können.

Abschliessend möchte ich dem Leser noch ein paar meiner eigenen Erfahrung mitteilen:

Wer sich ein paar Monate eingehend mit Yoga im Praktischen vertraut gemacht hat, dem werden sich auch enorm hilfreiche Selbstheilmethoden offenbaren; als ich kürzlich nach einem langen Flug am nächsten Morgen total verspannt und mit starkem Nacken- und Rückenschmerzen aufwachte, konnte ich dies mit 45 min. Yoga fast 100% kurieren und fühlte mich danach bestens.
Dasselbe war auch schon mehrfach bei (nicht chronischen) Rückenschmerzen der Fall.

Ebenso wird der gesamte Körper spürbar leistungsfähiger, man erholt sich schneller, wird weniger schnell müde, es ist festzustellen, dass sich der gesamte Körper in der Tat verwandelt.

Wer zudem die Nutzen von gewissen einzelnen Übungen (wie Der Kopfstand der eine besonders umfassende Wirkung hat) erfährt, möchte sie nicht mehr missen.

Jedoch sei darauf hingewiesen, dass bei Beginn mit Yoga unbedingt bei einem erfahrenen Lehrer gelernt werden sollte, denn wer einige Grundregeln (Ablauf der Übungen usw.) nicht beachtet, kann sich schaden, da hinter Yoga eben weit mehr steckt, als nur Körperübungen.

Namasté!

Scorpio-pose

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