Warum Facebook bald Geschichte ist

Wenn man dem Teufel den kleinen Finger gibt, so nimmt er die ganze Hand, geht ein altes Sprichwort. Nichts im Leben ist umsonst, lautet ein anderes. Facebook soll 500 Millionen Nutzer haben, gemäss Zuckerberg. Und die erschreckenste Spionagemaschine aller Zeiten sein, gemäss Assange. Die Ära der Privatsphäre sei vorbei, kontert Zuckerberg bestimmt. Und wir? Wann ist Facebook (endlich) Geschichte und wieviel Privatsphäre bleibt uns dann noch?

Über 500 Millionen Menschen sind auf Facebook, wird stolz berichtet. Facebook hat gewonnen, die Privatsphäre ist tot!

Doch schon (endlich) werden die kritischen Stimmen zu Facebook immer lauter, selbst der einfache Bürger schreibt sich mit Kommentaren die Finger wund.

Facebook hat seinen Sexappeal verloren. Und zeigt (endlich) sein wahres Gesicht. Die grösste Spionagemaschine der Welt, wie sie Julian Assange von Wikileaks nennt, kann nicht mehr als liebliches soziales Netzwerk gelten.

“Facebook in particular is the most appalling spying machine that has ever been invented. Here we have the world’s most comprehensive database about people, their relationships, their names, their addresses, their locations and the communications with each other, their relatives, all sitting within the United States, all accessible to US intelligence. Facebook, Google, Yahoo – all these major US organizations have built-in interfaces for US intelligence. It’s not a matter of serving a subpoena. They have an interface that they have developed for US intelligence to use. ”
Julian Assange, Founder and Spokesman Wikileaks

“Facebook in Speziellen ist die erschreckenste Spionagemaschine, die je erfunden wurde. Hier haben wir die umfassenste Datenback der Welt über Menschen, ihre Beziehungen, ihre Namen, ihre Adressen, ihr Wohnort und ihre Kommunikationen mit anderen, ihren Verwandten, alle diese Daten werden in den USA gehortet, alles dem US Geheimdienst zugänglich. Facebook, Google, Yahoo – alle diese grossen US Organisationen haben fest eingebaute Datenschnittstellen zum US Geheimdienst. Es braucht keine Gerichtsanweisung. Sie haben eine Schnittstelle, welche für den US Geheimdienst entwickelt wurde.”

Langsam wacht auch der pubertierende Freundefänger und die einsame Seniorin auf. Facebook nimmt Dir – in der Analogie ganz schön nah am Teufel, dem Du einen Finger gibst, schon nimmt er Deine ganze Hand – Deine Privatsphäre nicht nur in Leihgabe, nicht nur zum Ausprobieren, sondern für immer und ewig.

Denn nichts wird gelöscht. Und wer gemocht wird, leidet noch mehr, denn er wird unweigerlich zur Facebook Nummer, zum Teil der unheimlichen Datenkrake.

Hinter Facebook stehen wohl zwei Dinge: Erstens ist Facebook ein frecher Test, wie weit man wohl gehen kann, ohne dass jemand aufmuckt – und zum Anderen ist Facebook ein Projekt, eine Datensammlungsrennen auf Zeit. Ein Experiment, dass auch mit einem forcierten Abbruch erfolgreich ist. Denn Facebook, so behaupte ich, sammelt Daten für immer, ist Teil des globalen Konzepts gläserner Bürger, Teil des grossen Plans der Totalkontrolle.

“Damals bestätigte er gegenüber dem Fortune Magazin, dass er im Jahr 2011 nur Fleisch von selbst getöteten Tieren isst (wir berichteten). Dieser radikale Lebenswandel hat ihn fast zum Vegetarier werden lassen.”
Oe24, Mark Zuckerberg hat einen Bison getötet

Facebook kam aus dem Nichts in Form eines naiv blickenden Jünglings, der nur das Fleisch isst, dass er selber geschlachtet hat. Facebook kam als ein Unternehmen, dass inzwischen mehr wert ist als (fast) jedes andere dieser Erde.

Und Facebook wird wohl, wenn sich genug eifrig wehren, wenn Facebook nicht mehr sexy sondern penetrant wird, wenn Facebook Freunde nicht mehr gelten sondern nerven, wenn das Spiel mit der Aufgabe der Privatsphäre vorbei ist, auch vorbei sein.

“Geht man auf eine Website, die einen “like”-Button hat, zeichnet Facebook das auf”

“FaceBook kennt dich alleine schon wenn jemand deine EMail bei seinen EMail Kontakten hat”

“Ich bin ein Glücklicher Mensch, bin 39 und habe nie ein Account bei FB gehabt. Die Kinder meiner Kinder werden also nie peinliches im Netz finden über mich.”

“Wenn Facebook tatsächlich so viele Daten sammelt, ist es doch eigentlich recht unverantwortlich, dass sich Firmen wie z.B. Migros und Coop mit allen möglichen Segmenten auf Facebook tummeln… Sofort aufhören damit!”

“Wenn du aber bei Coop oder Migros oder der SBB verlangst, dass sie deine Daten löschen, geschieht das auch wirklich, im Gegensatz zu Facebook.”

“Zum Glück bin ich nicht auf Facbook, und will nichts von Facebook wissen !!!”

“Facebook sammelt auch Daten von Leuten, die sich nie abgemeldet haben oder sogar nie angemeldet gewesen sind. ”

“Facebook löscht überhaupt nichts. Gemäss Definition von Zuckerberg gehören die Daten Facebook und nicht dem User. ”

“Noch dazu will ich anmerken dass der Like Button ein Cookie auf dem lokalen Rechner von ALLEN (inkl. die die kein FB haben) setzt welches ZWEI JAHRE lang gültig ist und dauernd* Informationen an FB übermittelt”

“Seit jeher ist klar was es bedeutet sein Leben auf Facebook preis zu geben… alle die hier fanatisch nach Datenschutz schreien, sollen sich einfach nicht anmelden!”

Auszug aus den über 150 Kommentaren zum Artikel “So gelangen sie an Ihre Facebook Fiche” auf 20min.ch

Dann ist Facebook Geschichte. Und Googles Experiment wohl auch. Aber die Privatsphäre derer, die sich bewusst oder unbewusst aufgegeben haben, auch. Das erfolgreiche Experiment Facebook hat seine Schuldigkeit getan. Und jegliche Form von Privatsphäre für die vielen, die dem “Teufel” in Form soziales Netzwerk einen Finger gaben, ob aktiv oder passiv, sicherlich auch.

Das einzig Kostenlose an Facebook sind wir

Facebook wird wohl bald Geschichte sein, wenn sich endlich Entrüstung regt. Aber bis dann – und es können noch Jahre vergehen – hat Facebook die Hälfte der Menschheit vereint, als Freunde und Freunden von Freunden. Denn der Teufel wäre heute “unverbindlich und kostenlos”, würde es ihn heute noch geben. Was nicht etwa heissen will, dass es ihn nicht gibt oder dass er Facebook heisst oder in Facebook steckt, sondern nur, dass das einzig Soziale an sozialen Netzwerken, nicht ihre vermeintliche – unsäglich teuer erkaufte – Kostenlosigkeit ist, sondern wir.

“Ein Student hat bei Facebook eine Liste seiner Daten eingefordert. Er bekam 1.200 DIN A4-Seiten – darin enthalten sogar alte Nachrichten, Chats und gelöschte Daten.”
TAZ, Facebook speichert sogar Gelöschtes

Wir sind so nett zu Facebook, dass Facebook sich keine Mühe geben muss, nett zu uns zu sein. So wird es, wenn Facebook (hoffentlich sehr) bald Geschichte ist, keinen Grund zum Freudentaumel geben. Denn wehret den Anfängen heisst es. Nicht dem Ende. Denn die Ära der Privatsphäre sei vorbei, sagt Zuckerberg.

Und spricht nicht in Gegenwart, sondern in Vergangenheit.

Nicht deswegen, sondern gerade darum wird Facebook bald Geschichte sein…


Aus dem Webarchiv gefischt.

Eine Antwort zu “Warum Facebook bald Geschichte ist

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