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Überwachung, Totalkontrolle und tödlicher Irrtum

Robert Ruoff schildert in folgendem, bei Infosperber erschienenen Artikel, anhand einer Zusammenfassung von verschiedenen Beispielen der Berichterstattung in den Weiten des Internetz und einer Durchleuchtung der Zusammenhänge, die sukzessiv voranschreitende Aushebelung der Grundrechte (insbesondere der bürgerrechtlich verbrieften Unschuldsvermutung und des Schutzes auf Privatsphäre) zugunsten der totalen Überwachung und Kontrolle der Menschen durch ein in den Totalitarismus ablgeitendes Konstrukt von Staaten und Konzernmultis.

Noch landet man für solche Äusserungen – zumindest als Schweizer – ja nicht in einem Umerziehungslager und/oder Folterknast einer global agierenden Gedankenpolizei


Autor: Robert Ruoff

Staatsmacht oder «digitale» Marktmacht: Mit «Big Data» arbeiten beide an der totalen Kontrolle der Menschen zu ihren Zwecken.

In diesen Tagen sind mir drei aufreizende Texte unter die Augen gekommen. Sie haben einen Zusammenhang.

Der erste stammt von Sascha Lobo. Lobo schreibt viel. Unter anderem eine regelmässige Kolumne in «Spiegel online» unter dem Titel «Die Mensch-Maschine». Jüngst mit dem Vermerk: «Volle Kontrolle». Er schreibt dort: «Eigentlich sollen die Bürger die Machthaber kontrollieren. Doch statt dessen zimmert sich der Staat einen Apparat für vollständige Überwachung zurecht. Plötzlich ist jeder verdächtig, soll alles gespeichert werden.»

Mit «Staat» meint Lobo in diesem Fall vor allem den deutschen Staat. Aber auch die USA. Dort sind sie schon ein bisschen weiter. Eng vernetzt mit den Geheimdiensten Grossbritanniens, Australiens, Neuseelands und Kanadas. Und eben auch mit Deutschland, wie die «Süddeutsche Zeitung» täglich bis Ende November berichtet. Heute zum Beispiel: «50 US-Beamte überprüfen Reisende in Deutschland».

Unser nördlicher Nachbar dient als Basis für US-amerikanische Drohnenoperationen mit tödlichen Folgen, schickte für den Irak-Krieg, an dem die Bundesrepublik offiziell nicht teilnahm, Geheimagenten nach Bagdad und zahlt Millionen für das US-Militär in Deutschland. Bis Ende November dürfte sich die Veröffentlichung der gemeinsamen Recherchen der «Süddeutschen» mit dem Norddeutschen Rundfunk NDR zu einer grösseren Affäre auswachsen. Auch wenn die anderen Medien, von «Spiegel online» bis zur ARD-«Tagesschau», zurzeit noch schweigen. Aber die Komplizenschaft der Machthaber bei der Überwachung der Bürgerinnen und Bürger in den «freiheitlichen» Staaten des sogenannten Westens gewinnt jeden Tag ein schärferes Profil.

Die Schweiz arbeitet, wie uns Bundespräsident Ueli Maurer sicher glaubwürdig versichert, nicht mit der US-amerikanischen National Security Agency NSA zusammen. – Jedenfalls nicht direkt. Der Bundesrat prüft. Wir warten.

Totalüberwachung und Totalkontrolle

Wir reden zu Recht von «Totalüberwachung», sagt Lobo, wenn der NSA-Chef Keith Alexander alles speichern will. «Gemeint aber ist Totalkontrolle…(…). Das ist der Grund, warum alles gespeichert werden soll: Die Errichtung eines Kontrollstaates. In dem nichts passiert, ohne dass der Staat und seine Organe es zumindest nachträglich erfahren könnten. Horror.»

Horror warum?  Weiterlesen

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Bald laufen wir mit «Google-Brillen» herum

Wie angekündigt hier Teil 2 des Artikels von Aurel Schmidt, in welchem er die Kumulierung des Überwachungsgrössenwahns in privaten Sphären, mit konkretem Bezug zu den Entwicklungen der digitalen Technologie und der Entwicklungen des internetzseitigen Daseins – zurecht! -, beleuchtet.


Parallel zur staatlichen breitet sich eine private Überwachung grossen Stils aus. Widerstand scheint aussichtslos.

Infosperber-Redaktion: In einem ersten Teil befasste sich der Autor mit staatlichen Überwachungsdiensten und den möglichen Folgen für demokratische Gesellschaften. Der zweite Teil zeigt auf, welche Rolle dabei die digitale Technologie und das Internet spielen.

Zur neuen Entwicklung gehört, dass es neben der staatlichen Tätigkeit immer mehr auch Private sind (Einzelpersonen, Agenturen, Detektivbüros, Sicherheitsfirmen, privatwirtschaftlichen Unternehmen), die andere überwachen oder überwachen lassen, so dass man sagen kann, dass nach dem englischen Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588-1679) der Mensch nicht nur des Menschen Wolf, sondern auch dessen Grosser Bruder und Datenspeicher ist.

Im Unterschied zur staatlichen Überwachung, die unter Umständen demokratisch kontrolliert und selbst überwacht werden kann, ist das bei den privaten Detekteien und Branchendiensten, die für ihre Auftraggeber zum Beispiel Kunden, Mieter, Arbeitnehmer oder Patienten auskundschaften, kaum der Fall.

Big Data is Big Business

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Überwachungs- & Kontrollwahn: Der Liberalismus als Wegbereiter des modernen Totalitarismus – Freiheit ist uncool!

Es freut mich sehr, euch im folgenden ein Meisterwerk von Artikel eines anonym auftretenden, besorgten Schweizers zum fatal-digitalen Überwachungs- & Kontrollwahn anbieten zu dürfen. Er ist garantiert nicht der einzige Schweizer, der Anlass zur Besorgnis sieht.


Schöne(?) moderne Welt

Moderne Informationstechnologie ist heute praktisch überall und sehr preiswert verfügbar. Der Markt wird laufend mit neuen Produkten und Dienstleistungen überschwemmt, auf welche viele Leute heute nicht mehr verzichten wollen und können. Grossmehrheitlich wird leider sehr unkritisch, ignorant und gleichgültig damit umgegangen – Hauptsache, das Produkt/die Anwendung ist praktisch, cool, smart, modern, überall verfügbar (Clouds), gehört zum Lifestyle oder ist zumindest für einen (vermeintlich) guten Zweck bestimmt. Wer auf diese Produkte und Dienstleistungen bewusst verzichtet oder sich damit nicht auskennt, wird automatisch ausgegrenzt. Digitale/elektronische Daten auf vernetzten Systemen sind zudem grundsätzlich öffentlich, ob uns das passt oder nicht!

All dies ermöglicht und fördert u. a. einen zunehmend grassierenden Überwachungs- und Kontrollwahn von Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft. Die liberalen Parteien haben kein Interesse daran, der Wirtschaft deren massgebliche Mitarbeit an der Vollendung des gläsernen Menschen zu untersagen – ganz im Gegenteil! Der gläserne Bürger wird zwar von liberaler Seite her offiziell abgelehnt, der gläserne Konsument, Patient, Arbeitnehmer usw. – sie alle sind für die exzessiv gewinnmaximierende Wirtschaft aber hochwillkommen und unverzichtbar, da Gold wert! Wenn die Liberalen nun vom Staat verlangen, die von Wirtschaft und Gesellschaft angehäuften Datenmengen zwecks Verhinderung des gläsernen Bürgers nicht analysieren zu dürfen, wirken sie dabei fast schon naiv und unglaubwürdig. Zudem sind gerade sie es, welche eine rationell und nach wirtschaftlichen Kriterien straff geführte öffentliche Verwaltung (e-Government) verlangen – was schon fast zwangsläufig auch in diesem Bereich zu exzessivem Informationsmanagement führt.

Die Geheimdienste allein, welche bspw. die Kommunikation und unsere sozialen Beziehungen überwachen, sind nur ein Teil des Problems. Die Vorratsdatenspeicherung im Telekommunikationsbereich und bei der Post ist hierzulande bspw. längst als Notwendigkeit im Kampf gegen die Kriminalität politisch legitimiert und akzeptiert. Die Aufbewahrungsfrist für diese Daten wird demnächst im neuen Nachrichtendienstgesetz (NDG) der Schweiz sogar gesetzlich von 6 auf 12 Monate verdoppelt, wenn nicht noch ein Wunder geschieht!

Die nächsten grossen digitalen/elektronischen Errungenschaften werden bereits von vielen ungeduldig und mit glänzenden Äugelein erwartet und gefordert: RFID-Chips (Funketiketten) flächendeckend für Waren und Güter und intelligente Stromzähler, welche unser Verhalten in den eigenen vier Wänden rund um die Uhr für die Verwirklichung eines hehren Ziels (Energiewende) aufzeichnen. Schon bald entscheiden die Stromanbieter, wann wir zu Hause welche Stromfresser nutzen dürfen und wann nicht – je nach Netzkapazität! Die smarte Waschmaschine, der intelligente Kochherd, der e-Wassererwärmer usw. sind geboren! Die Energielieferanten wissen auch genau, über welche Geräte wir verfügen und wann wir diese in unserem Haushalt einschalten. Es ist für sie auch ersichtlich, welche Fernsehsendungen ich mir wann angesehen habe – auch wenn ich kein IP TV nutze – allein aufgrund der Analyse des Stromverbrauchs!

Nach e-Voting (abstimmen und wählen via Handy/Internet) wird schon länger lauthals geschrien – damit können wir auch politisch ganz einfach schubladisiert und frühzeitig als potentielle Gefahr fürs moderne totalitäre System erkannt werden. Die in einer zentralen Datenbank gespeicherten Abstimmungs- und Wahl-Resultate können erst noch ganz einfach und bequem per Mausklick auf den vom „System“ gewünschten Stand gebracht werden (Scheindemokratie)!

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