Globaler Protest gegen Monsanto: Monster der Genmanipulation

Monsanto, Agromulti, weltweit agierender Hersteller von genetisch manipuliertem Saatgut und Pestiziden, Erfinder des im Vietnamkrieg eingesetzten Kampfstoffes Agent Orange, wehte heute ein kalter Wind entgegen. In 400 Städten weltweit fanden Protestkundgebungen gegen Monsanto statt. Vergiftete Bauern oder solche, die vor lauter Schulden den Suizid wählen, Pestizid resistente Schädlinge, kaputter Boden – und die unkalkulierbaren Risiken genmanipulierten Saatguts in Bezug auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Für eine bessere Welt will Monsanto gemäss Eigenwerbung stehen. Der Reingewinn, der wird Jahr für Jahr besser – aber die Welt? Monsanto – das Mon-ster der Landwirtschaft?

Monsanto - die Monsterfirma

Heute ist der weltweite Protesttag gegen den Gentech Konzern Monsanto. In 400 Städten weltweit wurde heute gegen Monsanto protestiert.

“Vierhundert Aktionen in über fünfundvierzig Ländern sind geplant, sie alle vereint eine Botschaft: Den US-amerikanischen Gentechnikkonzern Monsanto in die Schranken zu weisen. „Es ist Zeit, die Macht über unser Essen zurückzugewinnen. Es ist Zeit, gegen Monsanto zu marschieren.“”
Märsche mahnen Monsanto, FAZ

Monsanto. Ein schöner Name, wohl aus Welt und Gesundheit zusammengesetzt. Aber was verbirgt sich hinter Monsanto und warum hat sich eine weltweite Protestbewegung gegen diese Firma entwickelt?

“Am Samstag ist weltweit in mehr als 400 Städten gegen den US-Gentechnik-Konzern Monsanto protestiert worden. Kritisiert wird vor allem eine nicht ausreichende Erforschung von Risiken bei genmanipulierten Lebensmitteln.”
Weltweit Proteste gegen Gentechnik-Konzern Monsanto, Euronews

Monsantos erstes Produkt war künstlicher Zucker, Saccharin. 1901 gegründet, heisst Monsanto heute Monsanto Chemical Works und betreibt in 61 Ländern Niederlassungen. Monsanto steckt hinter dem Agent Orange (im Vietnamkrieg eingesetzt), PCBs und Dioxin. Monsanto präsentiert sich selbst als der Gute. Mehr produzieren, mehr sparen, das Leben verbessern sei ihr Ziel.

“Mehr produzieren, mehr sparen, das Leben verbessern. Das ist nachhaltige Landwirtschaft. Darum geht es bei Monsanto.”

“Producing more, conserving more, improving lives. That’s sustainable agriculture. And that is all Monsanto is about.”
About Monsanto, Monsanto Website

In Wirklichkeit steht Monsanto aber für genetisch manipulierte Nutzpflanzen, für intensiven Einsatz von Chemie auf den Feldern, für Monokultur weltweit – und letztlich für die völlige Kontrolle über die Landwirtschaft und damit über unser Essen.

Monsanto ist weltweit aktiv, ein multinationaler Konzern, der seine Macht ausspielt. Kritik gegen Monsanto wird immer wieder laut, aber Monsanto weiss sich zu wehren, verfügt über beste Verbindungen zur Politik. Bei Monsanto ist Lobbyismus allgegenwärtig.

Jährlich sprühen argentinische Bauern auf genetisch veränderte Nutzpflanzen von Monsanto 200 Millionen Liter des Pestizids “Glyphosat”. Die Anwohner ganzer Städte werden mit eingesprüht – und krank davon. Aber es geht um Devisen, um Korruption zwischen Monsanto, Politik und Landbesitzern. Und um die Monokultur Gen Soja.

In Indien nehmen sich jährlich Tausende von Bauern das Leben, meist, weil sie sich tief verschuldet haben. Auch hier ist Monsanto beteiligt, denn diese Firma hat praktisch das Monopol auf Baumwollsaat.

“In Indien hat Monsanto fast alle Saatgutfirmen für Baumwolle aufgekauft. Die Bauern können nur noch die viermal so teure, gentechnisch veränderte BT-Baumwollsaat von Monsanto beziehen. Um sich das Saatgut überhaupt leisten zu können, müssen die Bauern Kredite aufnehmen.”
Monsanto – mit Gift und Genen, FilmefürdieErde

So macht Monsanto nicht nur Menschen mit dem Essen krank, welches von genmanipuliertem Saatgut und Planzen kommt und mit dem intensiven Sprühen von Pestiziden – sondern Monsanto ist auch mitbeteiligt an der Verweiflung der Kleinbauern in vielen Entwicklungsländern, welche nicht selten zum Selbstmord führt.

Das morbide Geschäftsmodell von Monsanto verplichtet die Bauern dazu, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen. Noch halten sich nicht alle Bauern daran und dadurch verliert die Firma Einnahmen. Die Terminator Technologie soll dies entgültig verhindern, indem die Pflanzen genetisch so modifiziert werden, dass ihre Samen nicht mehr keimfähig sind. Das Embrio wird terminiert.

“Um dieser Gefahr vorzubeugen, arbeiten laut Nature die Biotech-Unternehmen längst an «Gene Use Restriction Technology» (GURT) – übersetzt «Gennutzung-Restriktionstechnolo-gien» – oder «Terminator-Technologien», wie sie von den Gentech-Kritikern genannt werden. Mit den Terminator-Technologien werden die Soja-Pflanzen genetisch so modifiziert, dass deren Samen nicht mehr keimfähig sind. Den Pflanzen wird dazu ein Programm eingebaut, das den Embryo im ausgereiften Korn abtötet oder stark schädigt.”
Monsanto und die Terminator-Technologie, Infosperber

Die Firma Monsanto mit Hauptsitz in Creve Coeur, St. Louis, USA will die globale Kontrolle über das Saatgut übernehmen. Mit dem Saatgut kontrolliert Monsanto unser Essen – und damit die Bevölkerung der ganzen Erde.

Monsanto ist heute der führende Hersteller von Saatgut und produziert 10% der weltweit eingesetzten Pestizide.

“Wir werden von ihnen abhängig sein für jeden Samen, für jedes Saatgut. Wenn sie das Saatgut kontrollieren, dann kontrollieren sie das Essen, und sie wissen es – es ist strategisch. Es ist potenter als Bomben. Es ist stärker als Gewehre. Es ist der beste Weg, die Bevölkerung der Erde zu kontrollieren.”

“We will depend on them for every seed we grow of every crop we grow. If they control seed, they control food, they know it – it’s strategic. It’s more powerful than bombs. It’s more powerful than guns. This is the best way to control the populations of the world.”
The World According to Monsanto, Top Documentary Films

Die Welt, in der Vision von Monsanto ist eine Welt, in der das Unternehmen jedes Jahr jedem Bauern neues Saatgut verkauft, weltweit. In der keine nicht von Monsanto genetisch manipulierten und patentierten Nutzpflanzen mehr existieren. Monsanto will die Welt über Gen Technologie, massiven Einsatz von Düngemitteln und mittels enger Verflechtung mit der politischen Macht der USA und anderer Länder, in denen die Firma tätig ist, erreichen.

Die offizielle Web Site, welche die Idee zum heutigen weltweiten Protest gegen Monsanto hatte, verweist auf die weltweite Konzentration der Medien in wenigen Händen. Diese Medien halten sich verständlicherweise mit Kritik gegen Monsanto zurück.

“Wie vorhin beschrieben, gehören 90% der Medien Outlets 6 Firmen und genau wie Monsanto, gehen diese Firmen auch mit der Regierung ins Bett”

“As I noted earlier, over 90% of the media is owned by 6 companies, and just like Monsanto, these companies have also slipped into bed with the government.”
How The March Against Monsanto Can (and will) Change The World, March against Monsanto

So ist Monsanto seit 1901 zum einem Monster angewachsen, zum einflussreichsten Produzent von Saatgut und Pestiziden der Welt und seit den 90er Jahren zu einem Verfechter der Genmanipulation.

Kein Wunder, den mittels genmanipulierten Pflanzen kann sich Monsanto riesige Gewinne sichern, die Bauern fest an sich binden, mit Patenten die Vorherrschaft weltweit halten. Jedes Jahr kauft Monsanto mehr Unternehmen im Saatgutbereich ein und entwickelt sich so zum Monopolist des Saatguts. 2011 erzielte Monsanto bei einem Umsatz von 11,8 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden US-Dollar.

In Europa besitzen fünf Firmen (Monsanto, Dupont, Syngenta, BASF und Bayer) die Hälfte der Patente auf Pflanzen. Der Unkrautvernichter Roundup von Monsanto wird weltweit am Meisten eingesetzt. Dem Einsatz von Pestiziden sind keine Grenzen gesetzt. Schädlinge entwickeln Resistenz gegen Pestizide, neue müssen entwickelt werden oder mehrere Pestizide gleichzeitig eingesetzt werden.

Und Monsanto wächst mit grosser Geschwindigkeit. In nur 3 Monaten (Dezember 2012 bis Februar 2013) hat der Umsatz um 5,5 % und der Gewinn um 22 % auf 1,5 Milliarden Dollar zugelegt.

Mehrere Millionen Landarbeiter vergiften sich jährlich mit Pestiziden. Bauern müssen sich tief verschulden, da sie vom Gen- und Pestizid-Multi Monsanto abhängig sind und jährlich neues Saatgut und mehr Pestizide kaufen müssen. Ein Teufelskreis.

Monsanto – Hersteller des Agent Orange, chemischer Kampfstoff der USA im Vietnamkrieg – setzt diesen Kampfstoff in nur leicht veränderter Form heute in Südamerika als Pestizid ein, dort wo Roundup nicht mehr wirkt.

Monsanto will “Food for the Future” ermöglichen – in Wirklichkeit vergiften ihre Produkte Bauern und treiben sie in den Suizid, zerstören fruchtbaren Boden, führen zu resistenten Unkräutern und Schädlingen – und zu unkalkulierbaren Risiken genetisch modifizierter Nahrung für Mensch und Umwelt.

Deshalb setzt der weltweite Marsch gegen Monsanto ein wichtiges Zeichen. Er zeigt einerseits die Verzweiflung und Hilflosigkeit den Praktiken des Multis gegenüber – andererseits eben auch, dass immer mehr Menschen weltweit begreifen, dass Monsanto nicht einfach ein Unternehmen ist, sondern für eine Sicht der Welt steht, bei der Gewinn vor Ethik und Moral kommt.

“Monsantos Saatgut Monopol ist mittlerweile so mächtig, dass sie die Genetik von fast 90% der fünf wichtigsten Nutzpflanzen wie Mais, Raps Sojabohnen, Baumwolle und Zuckerrüben steuern.”

“Monsanto’s seed monopoly has grown so powerful that they control the genetics of nearly 90% of five major commodity crops including corn, soybeans, cotton, canola and sugar beets.”
Food Democracy Now, Occupy for animals

Monsanto – Mon-ster der Landwirtschaft…


Aus dem Webarchiv gefischt.

3 Antworten zu “Globaler Protest gegen Monsanto: Monster der Genmanipulation

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