Digimons erobern die Welt!

Digital Monsters auf Erfolgskurs.

Irgendwo in Deutschland… äh, nein, nicht irgendwo, sondern GENAU auf K169, 54597 Kleinlangenfeld, Prüm, Eifel am Waldrand
Jemand steht nachts um 00:02 Uhr also exakt dort herum, – selbst Fuchs und Hase schnarchen schon einträchtig – und die Ampel für Feldrainspaziergänger steht auf ‚ROT‘, außerdem ist eine Schranke unten und ein Schild verweist verwaist auf die nächstgelegene Polizeistation in Bad Münstereifel mit einer Anfahrtszeit von 45 Minuten.
Was tun???
Natürlich warten!


Aber die Ampel schaltet nicht um. Vermutlich ein Relaisdefekt.
Erst als nach quälenden 3 Stunden der Batterieblock der mobilen Ampelstation geleert scheint und keinerlei Anzeige mehr sichtbar ist, wird scheu und im Duckmodus mit verhuschten Bewegungen die Schranke an der Seite umlaufen.
Geschafft.
Jemand will sich gerade beglückwünschen für sein hasardeurhaftes Abenteurertum, als ein Waidmann mit entsicherter Mauser und Laseroptik im Anschlag von seinem knarzenden Ansitz herunterschnauft und Jemand anraunzt: „So geht’s ja nicht! Ordnung muss Ordung sein und bleiben!“ und streckt mit einem wohlgesetzten Blattschuß der sich zart geregt habenden Piraterie des Anstandes im geistig absoluten Outback Deutschlands ein verblutendes Ende.

Bevor sich jetzt mistgabelschwingende Eifeler auf die Suche nach mir machen – K169, 54597 Kleinlangenfeld (50.26957, 6.4785) ist ÜBERALL!

Die wirklich absolut dümmste Technik der Welt steckt in Ampeln: ein simpelstes Relais mit Zeitschaltung.
Würde man so ein Teil irgendwo auf dem Mars abwerfen – es würde brav Rot und Grün im getakteten Wechsel anzeigen solange die Batterien Ladung haben.
Und würde man einen Deutschen gleich daneben abwerfen, würde er sein ratloses Sich-im-Kreis-Drehen‘ garantiert daran ausrichten.
Denn schon im Kindergarten habe ich gelernt:
„Grün heißt ‚Stehen‘, Rot heißt ‚Gehen'“ … oder war’s anders: „Grün heißt ‚Lauf‘ und Rot ‚Verschnauf!‘? – hmm….egal.


Ich musste bereits als 5-Jähriger die Kunst beherrschen lernen eine 6-spurige Umgehungsstraße in – nein, nicht Kleinlangenfeld, sondern in München Bogenhausen – mit einem äußerst kurzbeinigen Dackel zu überqueren und mangels irgendeines sichtbaren Übergangs mit Ampel, Zebrastreifen o.ä. und mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit – amtlichen 100km/h(!) – gerade da mitten hindurch improvisieren – also schätzen lernen wie viel Zeit mir bleibt, um unbeschadet auf die andere Seite zu gelangen, weil nur dort Schäferwiese war, wo sich keiner darum geschert hat, ob ein Hund da irgendetwas macht (Geschäft, Buddeln, Kläffen, wie irre im Kreis laufen…).
Wie man diesen Zeilen unschwer entnehmen kann, blieb ich unüberfahren – ganze 12 Jahre bis ich dort wegzog.
Übrigens hat gar nie nicht jemals ein Passant mich damals irgendwie aufhalten oder belehren wollen, die haben das selbst nicht anders gemacht und wenn die Polizei dort lang kam, dann hat sie freundlicherweise etwas die Geschwindigkeit verringert und mich durchgewunken!
Ja, so war das einmal, sogar in Bayern – aber das nur nebenbei.

Was ist seitdem passiert???
Wenn jemand heute 2 Ampel-/Zebrastreifen Übergänge über eine Straße sieht, dann zieht er sich erstmal in sich zurück, um sich zu Rate zu ziehen.
Dann, nachdem er sorgfältig die nähere Überquerung mit seinem Lasertaschentool ermittelt hat, Windrichtung und -stärke berechnet hat, die nach Wahrscheinlichkeit zu vermutende Anzahl denkbar kritischer Passanten-Tangenten berücksichtigt hat und zu guter Letzt über den digitalen Polizeifunk den Kollisionsquotienten mit der Ordnungshütermacht sich hat anzeigen lassen (nicht ohne Zuhilfenahme von Googel-Hupf-Maps mit Live-Verkehrsflussanzeige) ruht er gewaltig duldsam vor ‚Rot‘, auf dass ein Relais ihm den Weg weist und gewährt.
Und wenn dann endlich ‚Grün‘ ist geht er voller zuversichtlichen Glaubens in die Zuverlässigkit erprobter Technik und somit guten Mutes über den Asphalt mit Plänen als IT-Genie in eine abrupt endende Zukunft, während ein mannshoher Reifen eines abbiegenden automatisierten Schwertransporters (Versuchsfahrzeug, Typ ‚DEPP‘ – steht für: Digital-Entelechischerfasste-Parallaxenverschiebungs-Prozedur – von einer Siemens/Mercedes-Kooperation), selbst den internen Verzweiflungsruf ‚SCHEISS..‘ völlig unempathisch abwürgt.

Womit wir beim Eingangsproblem wären: ‚DIGIMONS (Digital Monsters) erobern die Welt!‘

Wenn Deep Thought demnächst schlauer sein wird als selbst hochkarätigste Intelligenzschleudern menschlicher Provenienz, dann deshalb, weil in Wirklichkeit nicht die KI schlauer geworden ist, sondern die Menschen dümmer.
Der perfide Plan: schleuse mehr und mehr Digimons in den alltäglichen Gebrauch ein, bis auch die letzte Bastion menschlicher Eigenmächtigkeit deaktiviert wurde (Ich persönlich warte sehnsüchtig auf die Schuhe-Navigations-App, die mir beim Beschuhen meines Fußes den richtigen Schuh per Bildschirm anzeigt – ‚MÖÖP!‘ für falsch und ‚Hosianna-Rufe‘ für richtig – und wie beim Einparken mit dem Auto einen Abstandssensor zur Verfügung stellt, der die Annäherung an die Passgenauigkeit piepsend verkündet bis zum erfolgreichen Abschluss des Andockmanövers).
Denn das Delegieren eigengeistiger Selbstverantwortlichkeit

– (Fitnesstracker: „Du hast erst 48%
deiner heutigen 10.000 Schrittfolge absolviert. Alternativ kannst du den Rest auch mit deiner AB(domen)-App abarbeiten. Deine bisherige Verbesserung deines BMI beträgt 0,09% zum Vortag. Deine Krankenversicherung teilt dir mit, dass deine Ratensenkung ab einer Optimierungsinzidenz von 5% im 7-Tage-Intervall auf 100.000 Fitnesstrackerträger wirksam wird!“) –

an einen Scheißhaufen von Relais (merke wohl: auch 100.000mal ‚NULL‘ bleibt ‚NULL‘! Millionen Fliegen können eben doch irren!) lässt allein wegen zunehmender Deaktivierung das Gehirn messbar schrumpfen und die Kompetenz zur Bewältigung komplexer Aufgaben exponentiell im Daten-Nirwana verschwinden!

Findet eine wachsende Mehrheit nicht weiter beunruhigend, denn auf allen Ebenen (Handwerk weg – Maschine her; Shakespeare weg – Barth her; altmodisches Kennenlernen weg – ‚Paar-auf die-Schippe-nehmen‘-App her; Von A nach B mit Ortskenntnis, Sich-Durchfragen, Karte, Sonnenstand weg – Satellitennavigation her…) wird mittlerweile das Downsizing bis zur Volldemenz voll cool.
Wozu laufen, wenn es Rollstühle gibt?
Wozu rollen, wenn es Lieferdienste gibt?
Wozu Lieferdienste, wenn es doch schon diese praktischen Ports gibt mit Astronautennahrung?
Wozu Astronautennahrung, wenn es doch das Hochladen in eine Maschine gibt (die muss nicht atmen, essen, verdauen oder ….)?
Wozu Risiken eingehen, wenn doch die Ampel funktioniert?

Äh? Nein? Denn auch wenn alle Maschinchen ‚funktionieren‘, so bleiben sie eben total DUMM.
Sie bleiben dumm, weil sie so intelligent sind wie ihr Programmierer, der selbst aber auch keinerlei Impetus verspürt der Maschine beizubringen, was er selbst ja noch nicht mal gelernt hat: nach Wissen zu streben, in Frage zu stellen… weil es z.B. Spaß macht oder nicht-technische Fragen beantwortet oder schlicht, weil es einen fit hält fürs eigene (Über)Leben.
Diese ganzen Maschinchen sind so kompetent wie der Papst seiner Schäfchen, der ihnen erzählen will wie man grast, Wolle wachsen lässt, am besten Milch gibt und das Schäfchenvermehren zustande bringt. 
Selbst ein GIG o.ä. ist ja nur ein Riesenhaufen von Relais.
Ja, das erstrebte im Werden befindliche gigantische, globale Informations-Netz wird irgendwann alles wissen, was man so als Technikdödelei wissen kann, aber nichts wirklich GESCHEITES.

Steile Behauptung, aber nicht zu widerlegen.
Denn: es ist also wirklich dumm zu nennen, wenn man sich systematisch durch Hyperdigitalisierung selbst verdummt und das für schlau hält und obendrein noch seine defizitäre Schlauheit einem (d)äppischen Dingens (egal ob einem ‚Magic-8-Ball‘ oder einer Blackrock-KI-Ikone wie ‚Aladdin‘) überlässt – eines ist sicher:

  1. Niemand weiß, was er nicht weiß.
  2. Niemand weiß, was er derzeit alles nicht weiß.
  3. Niemand weiß, was er je nicht wissen kann..
  4. Niemand weiß was wir alles nicht wissen, nicht wissen können und auch niemals wissen werden.
  5. Niemand weiß, was von dem Nichtgewussten und Nichtwissbaren möglicherweise all das widerlegt, was wir für gewiss halten,- nur weil wir etwas (!= Bruchteil, aber nie das Ganze) wissen -, sobald wir es wüssten! 

Ich nenne das ‚Die Todesfaust des Cheng KI‚ (für Nicht-Bruce-Lee-Fans: https://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Lee_%E2%80%93_Die_Todesfaust_des_Cheng_Li; chinesisch ‚cheng‘ = zu Ende bringen, finalisieren – manchmal spricht man auch scherzhaft von der ‚Todesfaust des Cheng KI-K.O.‘)

Die Vorherrschaft der sogenannten ‚KI‘ wird also dadurch eingeleitet und ermöglicht, dass wir aktiv an der maximalen Binarisierung der Welt mitarbeiten, um jede Komplexität zu verbannen oder zu vernichten, derer die KI nicht mächtig sein kann aufgrund ihres lediglich binären ‚Verständnisses‘ in einer nicht-nur-binären Welt.
Einer Technik, die nicht mal bis 3 zählen kann, weil sie nur 0 und I kennt, traue ich weder über den Weg (siehe Ampelbeispiel), noch vertraue ich ihr meinen Lebenspfad an!
Wer es trotzdem tut, muss sich nicht wundern, wenn es so richtig dumm für ihn ausgeht…

 

Bewertung: 1 von 5.

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bilder, Bildung, Freiheit, Gedankenkontrolle, Kurzclips, Menschen, Sinn, Technik

2 Antworten zu “Digimons erobern die Welt!

  1. Pingback: Die wichtigsten Meldungen vom 14. Januar 2021 | Sei herzlich Willkommen beim Dude

  2. latexdoctor

    Eine KI kann stellenweise immerhin bis 2 zählen 0 und 1 = 2 Ziffern, das ist mehr als so mancher unser Mitbürger beherrscht, wenigstens hab ich immer wieder dieses Gefühl bei manchen Zeitgenossen 😦

    Gefällt mir

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