Die neun schwarzen Reiter: Eine kurze Geschichte des Kapitals

Als die neun schwarzen Reiter des Kapitals genannt werden:

  1. Verknappung über hohe Preise
  2. Feindlicher Wettbewerb anstelle von friedlicher Kooperation
  3. Raub von Gemeingütern, siehe auch Privatisierung
  4. Verschwendung, u.a. durch Schund und Obsoleszenz
  5. Bestechung und Korruption
  6. Täuschung und Krieg
  7. Massenmanipulation durch Lüge und Verwirrung
  8. Verdummung durch Angstmache
  9. Zinsknechtschaft – Geld entsteht aus Schulden

Jene neun schwarzen Reiter sind das Ergebnis eines historischen Entwicklungsprozesses, der ca. um 1750 begann und die Menschen Europas aus der geistig unendlich bedrückenden Leibeigenschaft befreit hat.

Das moderne bzw. das industrielle Kapital war anfangs BEFREIUNG: «Stadtluft macht frei.» Stadtluft war Fabrikluft. In jenen Fabriken wurden die Arbeiter in einem für uns Heutige unvorstellbaren Maße ausgebeutet. Doch der geistigen Enge und Bedrückung sowie der gesellschaftlichen Isoliertheit in der Leibeigenschaft zu entkommen, machte den Damaligen alles wett. Und dies, obschon das materielle Leben von Leibeigenen deutlich besser war, als das von Fabrikarbeitern: Endlich frei leben, endlich in Kollektiven freier leben:

„Oh, welche Lust, an freier Luft den Atem frei zu heben!“
(Chor der Gefangenen, Beethoven, Fidelio)

In jenen frühen Tagen des industriellen Kapitals, im Liberalismus, sprudelten die Quellen des unternehmerischen Profits nur so. Von Zinsknechtschaft keine Spur. Fabrikbesitzer waren Könige und führten ihren Reichtum wie solche vor: riesige Villen prunkvoll wie Schlösser, und ein vor Luxus nur so strotzender Lebensstil!

Der mit dem Kapital endlich befreite menschliche Genius stürmte voran und erschuf großartige Technologien. Eine neue Welt tat sich auf. Weite Sprünge in der Entwicklung der Produktivkräfte begannen nun allerdings, den anfänglich strahlenden Glanz des Kapitals zu trüben.

Mitte des 19. Jahrhunderts hatte bereits eine zunächst temporäre und partielle Überproduktion eingesetzt und wurde im weiteren Verlauf chronisch. Sich glänzende Profite zu sichern, gelang bald allein noch den sich herausbildenden großen Monopolunternehmen, die zwischen ca. 1870 und 1900, in der Ära des Monopolismus, die Welt zu beherrschen begannen.

Jene Unternehmen schufen Forschungs-Institute eigens zu dem Zweck, Technologien zu entwickeln. Die Sprünge in der Produktivkraftentwicklung wurden jetzt gewaltig. Waren wurden billiger und billiger, auch die Produktionsmittel!

Und so fanden gewaltige Mengen an liquidem Geld keine profitablen Investitionsgelegenheiten mehr. Riesige Massen deswegen chronisch beschäftigungslosen Geldes eroberten sich nun die weite Welt, unterwarfen ferne Länder und machten sie zu Kolonien, deren Schätze und Menschen meist brutal ausgebeutet wurden:

Profit, Profit, Profit!

Chronisch geworden war zugleich die Beschäftigungslosigkeit all jener, die nicht „Arbeiteraristokratie“ waren, sprich: die nicht zu den bei Monopolunternehmen Beschäftigten zählten. Das sich ergebende Bündnis aus Großkapital und Arbeiteraristokratie stellte sich der Welt als Sozialdemokratie vor bzw. als Linke.

Das Kapital hatte nicht nur an Glanz verloren, es begann schwer zu leiden. Und dies trotz, oder vielmehr WEGEN seiner enormen Kapazität, billige Waren herzustellen bzw. einen enormen Wohlstand zu ermöglichen. Den es aber nicht verwirklichen konnte wegen seiner Grundphilosophie, Menschen als „Arbeitskraft“ zu betrachten, als einzukaufende Ware – als etwas, das billig zu erwerben ist. Und also müssen Löhne niedrig sein. Und wer seine Ware Arbeitskraft nicht verkaufen kann, der… .

Mehr noch als das Monopolkapital zu leiden, begann ein wachsender Teil des nichtmonopolistischen Kapitals und dessen Arbeiterschaft. Um sich diesen allgemeinen Niedergangstendenzen entgegen dennoch ihre Profite zu sichern, taten sich die großen Monopolunternehmen allüberall eng mit internationalen Großbanken zusammen und formten mit diesen gemeinsame sogenannte „supranationale Finanzoligarchien“. Diese wurden so mächtig, daß sie Staaten ihren Willen aufzuzwingen vermochten.

Ab ca. 1900 führten diese neuentstandenen Oligarchien die führenden Staaten in die Ära des Imperialismus: Es wurde militärisch gegeneinander um die Kontrolle strategischer Bodenschätze und Ressourcen gekämpft: Kupfer, Kali, Gummi, Petroleum usw. Da diese Güter allüberall nachgefragt waren, ließen sich am Markt überhöhte Preise durchsetzen:

Profit, Profit, Profit.

Damit erst begann das Problem zunehmender Verschuldung virulent zu werden und die nichtmonopolistische Wirtschaft ganz zu erdrücken. Unweigerlich sanken die Steuereinnahmen, die Staaten wurden den supranationalen Finanzoligarchien gegenüber erpreßbar, und der heute sogenannte „Tiefe Staat“ begann, die nationalstaatlichen Institutionen wie eine Krake zu umklammern und zu durchdringen.

Anno 1913 wurde die Federal Reserve, die US-Staatsbank, privatisiert. Der Zwilling Kredit und Zins trat nun einen triumphalen Siegeszug über die Politik und die Nationen an, einen Siegeszug über die ganze Welt. Erste Großtat jenes Zwillings war die militärische Zerschlagung gewaltiger Massen an Produktionsmitteln in den Weltkriegen – anschließend brauchte es frischen Kredit. Nun, den Rest der Geschichte kennen wir alle: Augenblicklich ein neuer Weltkrieg mit Namen Corona.

Die neun schwarzen Reiter abschaffen – ja, eine sich aufdrängende Idee. Warum aber nicht gleich das abschaffen, was diese neun Reiter hervorbringt? Warum nicht jene Grundphilosophie des Kapitals abschaffen, daß Menschen Waren seien, für Geld zu kaufende Dinge, Arbeitskräfte [Anm. d. Redaktion: Humankapital]!

Diese Philosophie hat die große Befreiungstat des Kapitals einst überhaupt erst ermöglicht. Ohne sie wäre heute immer noch Leibeigenschaft. Ja, aber nun… . Nichts auf dieser Welt ist für die Ewigkeit.


Autor: No_NWO

Leseempfehlung: Anarchie als Lösung und Ziel: Für eine wirkliche Ordnung

4 Kommentare

Eingeordnet unter Bilder, Bildung, Dreckskapitalismus, Freiheit, Gastbeiträge, Geopolitik, Korruption, Kriegstreiber, Manipulation, Menschen, Philosophie, Recht, Schuldgeld, Zitate

4 Antworten zu “Die neun schwarzen Reiter: Eine kurze Geschichte des Kapitals

  1. Ich glaube nicht mehr an Anarchie als Lösung. Wenn man sieht, was die Menschen zb. in Seattle aktuell draus machen.
    Ich glaube Menschen in Masse sind nicht fähig ohne Herrschaft zu leben.

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  2. Was die Menschen in Seattle machen hat ja auch nicht mal im Ansatz was mit Anarchosyndikalismus zu tun – im Gegenteil ist das rot-marxistisch verseuchter, vom System gesteuerter Terror und Pseudo-Anarchie, was natürlich perfekt passt, zumal dieses Narrativ https://dudeweblog.wordpress.com/2020/01/13/weshalb-angst-vor-anarchie-hinterfragt-eure-aversion-vor-anarchie/ damit weiter gestärkt werden kann bei dem Dummbatzen.

    „Ich glaube Menschen in Masse sind nicht fähig ohne Herrschaft zu leben.“

    Da hast Du aber vermutlich recht. Was soll man von Dummbatzen auch erwarten…

    Gefällt 1 Person

  3. Ja ja, dann kann das aber auch keine Lösung sein. Wenns nicht massentauglich ist.

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  4. Theoretisch wärs die einzige Lösung. Praktisch aber leider illusorisch.
    Dummbatzentum sei Dank.
    Zeit für die Kabale vorwärts zu machen mit der Depopulationsagenda, denn anders ist diesen Hirngrillzombies eh nicht mehr zu helfen. Auch wenns schade ist um die Kollateralschäden der Ausnahmen der Wenigen, zu denen ich auch gehöre… so what… es gibt andere Welten als diese…

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