Wissen heißt messen

Ja, Wissen heißt messen“ war der Lieblingsspruch meines alten E-Technik-Lehrers – bei ihm lernten wir, wie wichtig, aber auch wie relativ das „gemessene Wissen“ ist.
Luckyhans, 2. März 2017
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Messen setzt sorgfältiges Überlegen voraus, sowohl was den Meßaufbau als auch was die kritische Betrachtung der Meßergebnisse betrifft. Dies begann schon bei der Unterscheidung zwischen „stromrichtiger“ und „spannungsrichtiger“ Messung – wenn man Strom und Spannung in einem einfachen Stromkreis gleichzeitig messen wollte, dann konnte man nur eine der beiden Größen einigermaßen fehlerfrei messen, da die jeweils andere Größe durch die „Anwesenheit“ des zweiten Meßgerätes merklich beeinflußt wird.

Aber auch nur ein Meßgerät, das man in den Stromkreis einschaltet, beeinflußt und verändert schon den Stromfluß – eine Erscheinung, die uns aus vielen anderen Bereichen bekannt ist – der Beobachter verändert allein durch den Fakt seiner Beobachtung den Vorgang.

Das kennen wir zum Beispiel aus Psychologie und Sozialwissenschaft, wo Menschen sich unterschiedlich verhalten, wenn sie beobachtet werden oder wenn sie sich unbeobachtet fühlen.
Jeder Mensch kann das „nachfühlen“, wenn er daran denkt, wie anders er sich bei Dunkelheit, wenn er sich unbeobachtet wähnt, verhält: viel risikobereiter und mehr „verantwortungslos“.
D.h. bei Dunkelheit ist das Verhalten des Menschen signifikant anders als am hellichten Tage. Und das betrifft ALLE Menschen, die man bisher solchen Tests unterzogen hat…
Und jeder kennt das auch von sich, daß er sich – zum Beispiel seinem Kinde gegenüber – in Gegenwart anderer Menschen, und zwar sogar bestimmter Menschen, unterschiedlich verhält, anders als wenn er mit dem Kind allein wäre.

Und nun kommt die Quantenphysik daher und erklärt uns, daß es auf dem Niveau der Elementarteilchen genauso ist: allein die Beobachtung als solche beeinflußt das Beobachtungsergebnis, sogar die Erwartungen des Beobachters (bezüglich des Ergebnisses) können eine signifikante Rolle spielen – und wenn mehrere Größen gleichzeitig gemessen werden sollen, dann kann man dies nur mit einer „gewissen“ Genauigkeit tun (die sog. Heisenbergsche Unschärferelation).

Da könnte man doch auf den Gedanken kommen, daß dies ein allgemein gültiges Gesetz der materiellen Welt ist.

Denn wenn es bei den „Elementarteilchen“, aus denen ja ALLE Materie besteht, so ist, welchen Grund sollte es dann geben, daß es bei den „höheren Konstruktionen und Wesen“, die ja aus denselben Teilchen bestehen, anders sein sollte.

Nun haben wir ja hier schon mehrfach festgestellt, daß die Natur nichts „einfach so“ integriert – das Ganze ist immer mehr als die Summe der einzelnen Teile – weshalb sollte es die Natur sonst zusammenfügen?
Wenn wir solche Beeinflussungs-Vorgänge jedoch sowohl bei den kleinsten Teilchen als auch bei sehr hochentwickelten Wesen wie dem Menschen beobachten, dann sollte das doch zu denken geben.
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Und noch einen wichtigen Grundsatz des Messens haben wir damals gelernt: wir können immer nur das messen, was wir messen wollen.
Das heißt, diejenige Meßgröße, für die unser Meßgerät mit seinem jeweiligen Meßbereich ausgelegt ist.

Wenn wir den Strom messen wollen, dann müssen wir ein Amperemeter verwenden – mit einem Voltmeter werden wir keinen Strom messen können.
Wenn wir einen Strom von wenigen Milliampere messen wollen, nützt uns ein Strommeßgerät, das auf 1 Ampere ausgelegt ist, gar nichts.
Wenn wir Wechselspannung messen wollen, geht das nicht mit einem Gleichspannungsmeßgerät – dieses wird fast immer Null anzeigen, auch wenn eine Wechselspannung vorhanden ist (es sein denn die Frequenz der Wechselspannung ist sehr niedrig).
Natürlich kann man einen Gleichrichter verwenden und dann trotzdem mit dem Gleichspannungs-Meßgerät eine Wechselspannung messen, aber dazu muß man erstmal auf die Idee kommen, daß dort eine Wechselspannung anliegen könnte.

Und wenn wir ein Meßgerät für transversale Wellen [i], zum Beispiel Hertzsche Wellen, haben, so werden wir mit diesem sehr wahrscheinlich keine Messungen von Longitudinal-Wellen [ii] (Skalarwellen=Teslastrahlung) vornehmen können.

Und im Meßbereich von 1000 Volt werden wir auch mit einem guten Röhren-Voltmeter eine Kleinstspannung von 10 Milli-Volt nur sehr schwer sicher feststellen können – hier ist auch noch das Thema Meßtoleranz bzw. Meßfehler zu beachten.

Im Umkehrschluß heißt dies aber auch: wir können nichts messen, für das wir kein geeignetes Meßgerät haben.
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Wenn wir also etwas Neues wissen = messen wollen, dann müssen wir zuerst einmal dieses Neue gedanklich zulassen, d.h. eine IDEE davon haben, was neu und anders sein könnte, und uns dafür dann ein Experiment oder einen Versuchsaufbau mit den entsprechenden Meßgeräten ausdenken, mit denen wir dann, wenn wir „richtig“ gedacht haben, dieses Neue „finden“ (messen) können.

Klingt einfach, ist es meist aber nicht. Denn wenn wir uns in der gedanklichen Charakteristik des Neuen irren, dann werden wir mit unserem Versuchsaufbau nichts Neues feststellen können – siehe das „berühmte“ Michelson-Morley-Experiment.

Was natürlich NICHT immer heißt, daß nichts Neues DA IST, sondern daß wir es vielleicht mit diesem Versuchs- und Meß-Aufbau und den „erdachten“ Eigenschaften nicht erfassen konnten – hier werden zu oft die falschen Schlüsse gezogen – digitales Denken ist da meist fehl am Platze.

Wie kommen wir denn nun auf die „Idee“, daß sich da oder dort etwas Neues verbirgt?

Vor allem durch Abweichungen bei anderen Messungen, durch ungeklärte Erscheinungen, die wir beobachtet haben, oder durch unerwartete Meßergebnisse bei anderen Versuchen.
Oder durch neue meßtechnische Möglichkeiten, die uns der technische Fortschritt zur Verfügung stellt.
Ein schönes Beispiel für letzteres haben wir unlängst schon erwähnt – die Ergebnisse (siehe youtube-Vorträge und Bücher) von Dr. Klaus Volkamer, dessen bahnbrechende Entdeckung der feinstofflichen Einwirkung auf die grobstoffliche Materie an Phasengrenzen erst mit der Entwicklung von computerverbundenen Feinstwaagen, die bis 100 kg mit einer Genauigkeit von weniger als  +1 Gramm über mehrere Tage hinweg präzise messen können, überhaupt erst möglich wurde.

Es hängt also auch vieles von der Bereitschaft ab, Neues gedanklich zuzulassen und gemessene Abweichungen von erwarteten Ergebnissen aufgrund der bisherigen zugrundeliegenden Postulate und „Gesetzmäßigkeiten“ nicht als „Fehler“ zu behandeln, die auszumerzen sind, sondern als Ansatzpunkte für neue Forschungen.
Und es muß natürlich auch eine Grund-Finanzierung für solche „abweichenden“ Forschungsarbeiten vorhanden sein…

Jetzt sehen wir uns aber mal den „regulären Betrieb“ unserer „real existierenden“ Wissenschaftsorganisationen an.
Selbst wenn wir niemandem zu nahe treten, werden wir feststellen müssen, daß sich dort mittlerweile ein Dogmatismus breit gemacht hat, der kaum noch zu übertreffen ist – spaßigerweise vor allem in der Teilchenphysik.

Abgesehen davon, daß es außer der Physik kein anderes Fach gibt, das sich eine „theoretische“ Abteilung leistet – ich habe jedenfalls noch nichts von „theoretischer Biologie“ oder „theoretischer Chemie“ gehört – ist es eine Zumutung, wie auf eine fragliche Theorie Postulat auf Postulat aufgehäuft wird, um am Ende mit (natürlich nur theoretischen) „Ergebnissen“ aufzuwarten, die niemand, der nicht einige Jahre diesen ganzen Kram „studiert“ hat, mehr verstehen kann.

Obwohl es durchaus verständliche und auch einleuchtende Erklärungen gibt – siehe Prof. Konstantin Meyl und Kollegen oder Dr. Michael König und andere.

Klar: was nicht direkt beobachtet werden kann (z.B. Atome), das muß durch Interpretationen erschlossen werden – aber da kann sich jeder mal irren.

Um so wichtiger ist es, zwischen theoretischen Ansichten, praktischen Ergebnissen und deren Interpretationen stets sauber zu unterscheiden.

Und – siehe oben: wer weiß denn, ob nicht jede Messung im Bereich der kleinsten Teilchen das „gemessene“ Objekt nicht schon verändert hat.

Und je mehr interpretiert werden muß, desto leichter kann man sich in eine völlig falsche Richtung „verrennen“.
Zumal wenn bestimmte Richtungen mit Finanzierungen bedacht werden und bestimmte andere eben nicht…

Ausgehend von dem Grundsatz, daß Natürliches immer genial ist, und Geniales immer einfach und verständlich, dürfen wir mit unserem „gesunden Menschenverstand“ uns durchaus kompetent fühlen, solche Dinge zu betrachten und uns dazu unsere eigene Meinung zu bilden.

Die „Experten-Manie“, die indirekt dem „einfachen Menschen“ die eigene Denk-Kompetenz abspricht, ist einer der Grundpfeiler eines Systems, das wahre geistige Freiheit gar nicht kennt und fast immer völlig andere Zwecke verfolgt, als es auf der Zunge trägt.

Bleiben wir also aufmerksam und wach im Kopf.

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[i] Transversale Wellen sind dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische und magnetische Feldzeiger (bei elektro-magnetischen Wellen) oder die Teilchen (bei Teilchenwellen) in der Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung schwingen, d.h. die Welle hat eine konstante Geschwindigkeit, mit der sie sich fortbewegt.
Bekanntes Beispiel für transversale Wellen sind die Rundfunkwellen (Hertzsche Wellen).

[ii] Longitudinal-Wellen sind dadurch gekennzeichnet, daß die Teilchen oder einer der Feldzeiger IN AUSBREITUNGSRICHTUNG der Welle schwingen, d.h. die Welle hat keine konstante Eigengeschwindigkeit, sondern nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit, mit der sie sich im Medium fortpflanzt.
Bekanntestes Beispiel für Longitudinalwellen sind die Schallwellen.

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P.S. Der Beitrag will auch anregen, sich IMMER kompetent für Erkenntnis zu fühlen, da ja „Wissen“ (wie auch messen) offensichtlich außerordentlich relativ ist. Und da jede/r ja das eigene Leben meistert, ist auch der „gesunde Menschenverstand“ einer/s jeden in allen Lebenslagen „kompetent“, oder?

Und durch die gedankliche Gleichsetzung von Wissen und Messen sind auch verschiedene Denk-Ansätze gegeben, zum Beispiel: „Wir können immer nur das wissen, was wir wissen wollen.“ oder: „Wir werden nichts wissen, wenn wir nicht messen wollen.“ oder andere…
Es wird sich also meist um eine Kombination von Wissen (anderer), das man sich aneignet, weil man es anerkennt (geistig nachvollziehen kann), und eigenem Erkennen von Zusammenhängen (verstehen) handeln, oder?

Und, sehr interessant für die weitere Überlegung:
welche Werte von „immateriellen“ Größen, wie Geist und Seele, kann man (vielleicht) mit welchen physikalischen Größen messen?

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18 Kommentare

Eingeordnet unter Bildung, Gedankenkontrolle, Manipulation, Natur, Quantencomputer, Technik, Wissenschaft

18 Antworten zu “Wissen heißt messen

  1. suspect1

    Temperaturmessmässigkeit gesehen, ist das jetzt alles obsolet…funktioniert nun genauer.

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  2. suspect1

    Die Messfähigkeit eines Flusses bedurfte einer Bewegung. Mit dem absoluten Nullpunkt der Temperatur gab es keine Zeit. Durch eine Temperatur Erhöhung um 1,5 Grad begannen Atome zu schwingen, schlimmer als Elvis. Die Zeit wurde hier geboren und Kommentare.

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  3. Luckyhans

    zu suspct1
    Hast du außer Leersätzen (sprich unbewiesenen Postulaten) nochwas Substanzielles zu bieten? Dann bitte her damit…

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