Leise Waffen für ruhige Kriege

Die ständige „sanfte“ Einwirkung auf alle Menschen ist nicht zu übersehen, auch wenn viele von uns diese Belastungen nicht als solche erkennen, sondern ihrem „normalen Lebensablauf“ zuordnen – soweit ist es schon gekommen.
Nachfolgende Übersetzung will also sensibilisieren für jene Dinge, die so nicht sein müssen, aber mit denen man uns Tag für Tag, Stunde um Stunde, rund um die Uhr beaufschlagt und millimeterweise stetig unser Innenleben verändert.
Denn die Methoden der Beeinflussung sind so subtil und hinterhältig, daß die meisten Menschen sie in ihrer täglichen Hatz im Hamsterrad gar nicht bemerken – und also auch sich nicht dagegen wappnen können.
Für meine vielen kursiv-farbigen Einfügungen, die der Verdeutlichung dienen sollen, bitte ich um Verständnis.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 27.2.2017
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Leise Waffen für ruhige Kriege – oder:
Wie der Mensch der seelischen Sklaverei verfällt

18.02.2017

1. Die Aufmerksamkeit ablenken.

Das Basiselement der sozialen Kontrolle ist die Ablenkung der Aufmerksamkeit.
Das Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von den wichtigen Fragen, die durch die politischen und wirtschaftlichen Eliten
(eigentlich) zu lösen sind, abzulenken: mit Hilfe der Technologien der „Überflutung“ oder „Überschwemmung“ – der ununterbrochenen Aufmerksamkeitsbesetzung mit unbedeutenden Informationen.

Diese Strategie der Ablenkung ist wichtig, denn sie verhindert, daß die Bürger die Möglichkeit haben, wichtiges Wissen in den Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft, Psychologie, Neurobiologie und Kybernetik zu erlangen (und überhaupt zum Nachdenken zu kommen).

Lenkt die Aufmerksamkeit der Bürger ununterbrochen von den tatsächlichen sozialen Problemen ab, haltet sie in der Gefangenschaft von Fragen, die real keinerlei Bedeutung haben. Die Gesellschaft soll beschäftigt sein, beschäftigt und nochmals beschäftigt, sie soll niemals denken können: direkt vom Feld in den Stall, zu den anderen Tieren.“ („Leise Waffen für ruhige Kriege“)
(hält nicht auch das kleine Viereck den Menschen ständig „beschäftigt“?)

2. Problem – Reaktion – Lösung

Ein Problem erschaffen und dessen Lösung anbieten. Diese Methode nennt man auch „Problem – Reaktion – Lösung“.
Es wird ein Problem
(künstlich) erschaffen, eine „Situation“, welche eine bestimmte Reaktion der Öffentlichkeit hervorruft (meist wird diese „Reaktion“ entsprechend medial inszeniert) – damit die Leute selbst deren Lösung fordern.
(fälschlich wird hier oft die Hegelsche Dialektik „verteufelt“, aber wie man die Methode „These – Antithese – Synthese“ benutzt, hat ja mit der Methode als solcher nichts zu tun – wie das Messer, das man zum Brotschneiden oder zum Schlachten benutzen kann)

Zum Beispiel wird ein Anwachsen der Gewalt in den Städten zugelassen (oder durch gezielte Verringerung der Polizeikräfte auf den untersten Ebenen provoziert) oder es werden blutige Terrorakte organisiert (und inszeniert), damit die Bürger (scheinbar selbst, tatsächlich nur durch die Medien aufgedrängt) Gesetze zur Verstärkung der Sicherheit und eine Politik, welche die Freiheit einschränkt, einfordern.
Oder es wird eine Wirtschaftskrise initiiert, damit als „notwendiges Übel“ eine Begrenzung der Bürgerrechte und eine Demontage der Staatsorgane erfolgen kann.

3. Die Strategie der Allmählichkeit

Damit man unpopuläre Entscheidungen einführen kann, werden diese einfach allmählich angewendet, Tropfen für Tropfen, jahrelang.
Exakt so wurden die prinzipiell neuen sozial-ökonomischen Bedingungen (der
Neoliberalismus) in den 1980er (im Westen seit dem netten „Ronny“ Reagan und der „eisernen“ Maggie Thatcher) und 1990er Jahren (in Rußland) durchgedrückt: die Beschränkung der Rolle des Staates, die Privatisierung (öffentlichen Eigentums), der Abbau jeglicher Verläßlichkeit, die Flexibilisierung, die Massenarbeitslosigkeit, ein Lohnniveau, das ein würdiges Leben nicht mehr gewährleistet.
Also all jene Veränderungen, die bei einer gleichzeitigen Einführung eine Revolte hervorgerufen hätten.

4. Die Strategie des Aufschiebens

Eine weitere Methode der Annahme unpopulärer Entscheidungen ist es, diese als „schmerzhaft und notwendig“ darzustellen und zum gegebenen Zeitpunkt das Einverständnis der Bürger zu deren künftige Realisierung einzufordern. (selbstverständlich werden diese „gegebenen Zeitpunkte“ so „rechtzeitig“ gewählt, daß die Einschnitte genau dann umgesetzt werden können, wenn sie für die Vervollkommnung der Unterdrückungsmechanismen „benötigt“ werden)

Es ist viel einfacher, Opfer in der Zukunft zu erbringen als in der Gegenwart. Zum einen, weil es eben nicht sofort eintritt. (diese menschliche Schwäche wird genutzt)
Zum anderen, weil das Volk in der Masse immer der naiven Hoffnung anhängt, daß „
morgen sich alles zum Besseren verändern wird“ und daß die Opfer, die man von ihm fordert, umgangen werden können.
(oft wird zur „Begründung“ auch genau so „argumentiert“, daß „wenn das Wirtschaftswachstum ausreicht“ oder „die Erde schneller rotiert“, die schmerzhaften Einschnitte nicht notwendig sein werden; selbstverständlich treten diese „Bedingungen“ dann nie real ein).
Dies gibt den Bürgern mehr Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, daß diese Veränderungen „sein müssen“ und diese dann, wenn deren Zeit gekommen ist, friedlich zu akzeptieren.

5. „Dutzi-dutzi“ mit dem Volk

Die Mehrzahl der Werbung, die an das breite Publikum gerichtet ist, benutzt eine Sprache, Argumente, Symbole und besonders Intonationen, die auf Kinder ausgelegt sind.
Als ob der Zuschauer ein sehr kleines Kind ist – oder geistig zurückgeblieben.
Je mehr du betrügen willst, desto
infantiler muß der Umgangston sein. Warum?

Wenn du dich an den Adressaten wendest, als wäre er 12 Jahre alt oder jünger, dann gibt es nach den Gesetzen der Wahrnehmung eine (hohe) Wahrscheinlichkeit, daß er unkritisch wie ein Kind antworten oder reagieren wird.“ („Leise Waffen für ruhige Kriege“)

6. Mehr Emotionen, weniger Überlegungen

Die Nutzung des emotionalen Aspektes gehört zu den klassischen Technologien für die Blockierung einer rationalen Analyse und einer kritischen Aufnahme durch die Individuen. (Gefühle und Emotionen lassen sich viel leichter manipulieren – der „Bauch“ braucht nur was Leckeres zu sehen: schon ist er „überzeugt“, auch wenn das Leckere gar nichts mit der Sache zu tun hat)

Außerdem gestattet die Nutzung des emotionalen Faktors das Öffnen der Tür ins Unterbewußtsein, damit dorthin die Gedanken, Wünsche, Ängste, Befürchtungen, der Zwang und andere „benötigte“ Verhaltensmodelle implantiert werden…

7. Die Leute in Unwissenheit und Primitivität halten

Das ist die Schaffung einer abhängigen Gesellschaft, die nicht in der Lage ist, die Technologien und Methoden der sozialen Kontrolle und Unterdrückung zu verstehen.

Die Qualität der Bildung, welche den unteren Klassen der Gesellschaft zugestanden wird, muß so armselig und mittelmäßig wie möglich sein, damit die Lücke zwischen den unteren und höheren sozialen Klassen weiter aufgehe und durch nichts zu überwinden sei.“ („Leise Waffen für ruhige Kriege“)

8. Die Massen dazu bringen, daß sie sich für Mittelmäßigkeit begeistern

Dazu genügt es, die Massen mit dem Gedanken zu infizieren, daß es „modern“ („in“) ist, dümmlich, vulgär, gemein und ungezogen zu sein…
(so wird von Kindheit an das natürliche Streben nach Wissen und Vervollkommnung komplett blockiert)

9. Schuldgefühle hervorrufen und verstärken

Einfach alles so hindrehen, daß die Individuen meinen, sie seien selbst an ihren Nöten und Mißerfolgen schuld, weil sie nicht intelligent, „clever“ oder fähig genug sind oder sich nicht genug bemüht hätten.
(das Täter-Opfer-Dilemma: einerseits ist natürlich jeder Mensch für sein eigenes Leben verantwortlich – „Schuld“ ist nur ein Unterdrückungs-Konzept, nichts Wirkliches –, andererseits ist es sehr bequem, die eigene Niedertracht bei der Aneignung fremden Eigentums hinter solchen Zuschreibungen zu verbergen)
Auf diese Weise fühlt sich das Individuum, statt sich gegen das existierende System zu stellen,
hilflos und wird sich in Selbstzweifeln ergehen.

Das führt zu depressiven Zuständen, was die Handlungsfähigkeit des Menschen sehr effektiv einschränkt.
Und ohne Handlungen keine Veränderungen!

10. Mehr über die Menschen wissen als sie selbst

Im Verlaufe der letzten 50 Jahre haben die wissenschaftlichen Errungenschaften (???) zu einem zielstrebigen Anwachsen der Wissens-Kluft zwischen der Masse der Gesellschaft und jenen, die zu den herrschenden Eliten gehören oder diese benutzen, geführt.
Dank Biologie, Neurobiologie und angewendeter Psychologie nutzt „das System“ die modernen Kenntnisse vom Wesen des Menschen, ob physisch oder psychologisch.

Das „System“ ist in der Lage, den gewöhnlichen Menschen besser zu verstehen als der Mensch sich selbst (er-)kennt.
Dies bedeutet, daß in der Mehrzahl der Fälle das „System“ mehr Kontrolle und mehr Macht über das Individuum ausübt, als das Individuum
über sich selbst hat.

Quelle

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Soweit der kurze und bei weitem nicht vollständige Ausflug in den Bereich der stillen Waffen im „Krieg um die Köpfe“ (bzw. deren Inhalte), der seit Urväterzeiten zwischen den Herrschenden und den Beherrschten tobt und in den letzten Jahren immer intensiver geworden ist.
Man könnte noch viele andere Methoden und deren Auswirkungen darstellen, angefangen von der einfachen Nutzung der menschlichen
Vergeßlichkeit, über die Sammlung und Auswertung von Daten über jeden Einzelnen, bis hin zu den mehrstufigen Arten der Manipulation des menschlichen Denkens.

Dem interessierten Laien wie auch dem „Fortgeschrittenen“ sei hier auf das kürzlich wiedererschienene Werk „Propaganda“ von Edward Bernays aus dem Jahre 1928 verwiesen – selbstverständlich mit der nachdrücklichem Empfehlung, eigenständig die seitdem vergangenen 90 Jahre zu durchdenken und zu überlegen, wie weit diese manipulativen Methoden und Machenschaften (von der einfachen Propaganda über die euphemistischen „Beziehungen zur Öffentlichkeit“ – genannt „PiaR“ – bis zur gezielt verlogenen „strategischen Kommunikation“) heutzutage schon vervollkommnet sein mögen…

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bildung, Dreckskapitalismus, Kriegstreiber, Manipulation, Medien, NWO

Eine Antwort zu “Leise Waffen für ruhige Kriege

  1. Mich knutscht ein Elch… hatte hier nen Kommentar eingestellt. Jetzt werden meine Kommentare sogar auch schon auf meinem selber administrierten Portal verschwunden gelassen!
    Der Kabale scheint mein ungeniert unzensiertes und filterloses Tacheles offenbar mittlerweile bös an die Nieren zu gehen, ansonsten würden sie nicht ihre IT-Lakaien auf mich hetzen. 😀

    Kurzfassung: Problem, Reaction, Solution, geprägt von Icke, ist ein Synonym der hegelschen Dialektik!
    Details hier:
    https://dudeweblog.wordpress.com/tag/hegelsche-dialektik/

    Gefällt 1 Person

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