Utopisches-1

Wenn man sich heute so umschaut, dann fragt man sich oft besorgt, wo diese Entwicklung letztendlich hinführen wird.
Heute sollen hier drei Russen zu Wort kommen, die dazu ihre Gedanken darlegen – und uns so anstupsen wollen, selbst darüber nachzusinnen.
Damit es leichter fällt, ins Wesen der Vorstellungen einzudringen, habe ich einige ideologische „Kampfbegriffe“ durch neutralere ersetzt – es ist also eine redaktionell leicht bearbeitete Übersetzung aus dem Russischen, © by Luckyhans, 20.12.2016

————————————————-

Zukunftsgedanken

Veröffentlicht von Publizist – 9.12.2016


Transparentaufschrift: Der Kommunismus ist die unsterbliche Lehre Christus‘

Die Geschichte ist voll von Beispielen, da die vernünftigsten Leute die Realisierung von Erfindungen brüsk ablehnten, ohne die man in der Zukunft schon nicht mehr auskam. Hierzu gehören sowohl die Dampflok, als auch das Flugzeug, sowohl das Fernsehen als auch die elektrische Glühbirne.
Wobei vom Zeitpunkt der Erfindung bis zu der erfolgreichen Anwendung einer prinzipiell neuen Sache oft nicht Jahrhunderte, sondern ganze Jahrtausende vergingen: als Beispiel kann der von den antiken Chinesen erfundene Rückstoß-Motor dienen.

Es kam auch vor, daß die Zukunft ehemalige Entwicklungen für immer ablehnte: hier sind die Methode zum Erhalt von Gold „aus Dreck“ und das von Leonardo da Vinci erfundene Schwingenflugzeug zu nennen, oder die Heilung durch Aderlaß…

Zu welcher dieser Kategorien gehört nun zum Beispiel der Sozialismus?
Zu den großen Erfindungen, die noch auf ihre Stunde warten? ‚
Oder zum Sackgassen-Zweig der Schwingenflügler?
Es folgen die Betrachtungen dreier Autoren, wie sie die Zukunft sehen. – Publizist
– – – – –

1. Unausweichliche Veränderung voraus

Der Kapitalismus, oder die Marktwirtschaft, ist ein erfolgloser Versuch, aus dem Rahmen der Naturgesetze auszubrechen. Die Motivation für diesen Versuch liegt in den menschlichen Schwächen, in der Möglichkeit, die menschliche Dummheit und Gier zu offensichtlich eigennützigen Zwecken zu nutzen.

Aber die Welt ist so aufgebaut, daß man die objektiven Gesetze nur in einer kurzen Zeitspanne betrügen kann, solange die Entropie nicht den Grenzwert erreicht, hinter dem das System beginnt, auseinanderzufallen.
Und wenn man dann nachdrücklich versucht, sich weiter im Rahmen der destruktiven Prozesse zu bewegen, dann erhält die Zerstörung des Systems einen schon nicht mehr steuerbaren Charakter, dann wird ein Anhalten unmöglich.

Warum kann in den Maßstäben eines Planeten eine stabile Marktwirtschaft nicht aufgebaut werden? Warum konnte nur eine so unbedeutende Anzahl Länder eine reiche Ökonomie aufbauen und weshalb rutschen auch diese Glücklichen heute unabwendbar in die Krise?

Die Antwort ist offensichtlich – das genutzte Modell widerspricht in seinem Wesen den Basisgesetzen des Aufbaus der Welt, und aus diesem Grund wird es von den objektiven Prozessen der Entwicklung sozialer Systeme nicht unterstützt.
Nun ist die menschliche „Elite“ recht beharrlich in ihrem Streben, entgegen den Normen der Natur zu leben.
Aber wie schon gesagt, lange kann ein solcher Prozeß nicht aufrechterhalten werden.

Das, was heute auf globalem Niveau vor sich geht, ist die Entwicklung zerstörerischer, faktisch jedoch ausbalancierender Prozeduren, welche diese Welt wieder in Ordnung bringen.

Die „Elite“ und die sie bedienende schmale Schicht der Kreativen, befinden sich in vollständiger Kopflosigkeit. Viele Jahre ist es ihnen gelungen, die Welt zu veräppeln, und nun ist die Welt dessen überdrüssig.
Ihr ist es über, diese Heuchelei, Lügen, Doppelstandards, endlosen Kriege und Kinder- und Frauenleichen zu erdulden. Die Absurdität, die lange Jahre der gewohnte Lebensstil war, hat die Menschen derart müde gemacht, daß sie so nicht mehr leben wollen.

Das Schicksal bestimmen nicht Könige und deren Hofnarren, sondern die Menschen. Und diese Menschen glauben nicht mehr daran, daß es Gerechtigkeit sein soll, wenn sie ständig ausgeraubt werden, wobei man sie darin ihr Glück finden lassen will.

Die riesige Propagandamaschine, die lange Jahre diese Welt „auf links gedreht“ hat, zeigt plötzlich Aussetzer, und eine Welle der Zerstörung der Pappmaché-Welt rollt immer schneller um den Planeten. Man hat das Gefühl, daß die Welt aufwacht, aber tatsächlich kommt nur alles wieder zum Normalzustand zurück.

Der Sozialismus war ein Versuch, der Welt die Vernunft zurückzugeben, und selbst wenn er in seinem Wesen nur eine Variante des Kapitalismus war, so war er doch das viel stabilere System, das gerechtere und natürlichere.
Und um ein besseres System aufzubauen, muß die Welt reifen und muß die scharfe Notwendigkeit anders, vernünftiger und rationeller, zu leben, erst richtig fühlen.
Und diese Zeit ist gekommen.

Olegator Gribanow

– – – –

2. Ist es gerecht, den Hausmeister und den Herzchirurgen gleich zu bezahlen?

Ja, das ist gerecht. Denn sowohl der Hausmeister als auch der Kardiochirurg sind Leute mit etwa gleichen physischen Daten und grundlegenden Ansprüchen an Essen, Wohnung, Bekleidung. Sie schlafen gleich, sie atmen gleich, sie kleiden sich gleich. Im Wesen ist jeder von ihnen mit dem befaßt, was er möchte. Der eine operiert die Herzen der Menschen, der andere hält Haus und Hof in Ordnung. Sowohl die eine wie auch die andere Tätigkeit sind sehr wichtig.

Nun meinen manche, daß wenn man dem Herzchirurgen nicht viel mehr bezahlt, dann wird keiner mehr Kardiochirurgie studieren – weil es keinen Anreiz mehr gibt. Genau dies halte ich für eine großartige Verirrung.
Wenn ein Mensch als allerwichtigstes nicht die Qualität der Ausführung seiner Arbeit sieht, sondern das Geld, dann ist dieser Fachmann nicht viel wert – er wird gleich mies sowohl Herzen operieren als auch den Hof fegen.
Sogar wenn man dem Kardiochirurgen viel bezahlt und ihn auf diese Weise für eine verantwortungsvolle hochwertige Arbeit stimuliert, dann wird er mit der Zeit sich an dieses Einkommensniveau gewöhnen und mehr wollen – und die Qualität seiner Arbeit fällt erneut.

Denn es ist ein Fakt: die menschlichen Bedürfnisse können nicht befriedigt werden. Sogar wenn jeder ein Haus, eine Yacht, ein Flugzeug hätte – er würde zwei Häuser, zwei Yachten, zwei Fugzeuge wollen. Und so weiter, bis zur Unendlichkeit.
Natürlich, ich meine die kapitalistisch-bürgerliche Psychologie. Sie ist perspektivlos und wirkt nicht wirklich: 99% der Menschen träumen nur von dieser Mohrrübe, und nur 1% kann sie wenigstens mal anknabbern.

In einer künftigen Psychologie wird dem Menschen vor allem wichtig sein, womit er sich beschäftigt. Die maximale moralische und ästhetische Befriedigung (die tatsächlich stärkste!) gibt ihm das Ergebnis seiner Tätigkeit – eine neue wissenschaftliche Entdeckung, ein geretteter Kranker oder sogar ein ordentlicher, sauber aufgeräumter Hof.
Das gibt die höchste Wonne, und nicht der zusätzlich erworbene Rubel.

Klar, die materielle Seite des Lebens ist auch wichtig. Denn nur wenn ein Mensch vollwertig essen, schlafen, die Zeit mit seiner Familie verbringen, bequeme Sachen benutzen und komfortable Kleidung tragen kann, kann er auch vollwertig tätig sein.
Aber ein solches Lebensniveau zu gewährleisten, ist auch heute schon sehr leicht möglich.

Nicht möglich ist nur, jedem einen Superverbrauch in Form von Häusern, Yachten und Privatflugzeugen zu ermöglichen, aber alle Bedürfnisse, die für ein vollwertiges Leben erforderlich sind, sind nicht so riesig.
Wenn, logisch, die materiellen Güter nicht als Ziel gelten, sondern als Werkzeug zum Erreichen des Zieles. Und welche Ziele man sich setzt – das ist nun schon eine Frage der Berufswahl

Obwohl natürlich für die Erfüllung der beruflichen Verpflichtungen der Hausmeister und der Kardiologe nicht die gleichen Erfordernisse haben. Der Kardiologe muß Symposien zum Erfahrungsaustausch besuchen, Zugang zur wissenschaftlichen Literatur haben, zusätzliche Bildung bekommen. Natürlich müssen alle diese Bedürfnisse erfüllt werden – Flugreisen, Bücherkauf oder -zugriff usw. usf.
Und in diesem Falle werden die hochspezialisierten Profis mehr gesellschaftlich produzierte Güter verbrauchen als die Leute in einfachen Berufen. Aber nicht diese Differenz darf als Stimulum auftreten – nicht das Einkommen, nicht das Prestige des Berufs, sondern der Beruf selbst, die Berufung.

Kurz gesagt: die Menschen brauchen nicht Geld – die Menschen brauchen die Freiheit zur Umsetzung ihres schöpferischen Potentials. Und der Verbrauch gesellschaftlicher Güter durch diese Menschen soll von den Erfordernissen abhängen, die mit dieser Umsetzung verbunden sind, und nicht von der Position in der Gesellschaft, oder dem Verhältnis zu den Produktionsmitteln oder dem einfachen Wunsch auf mehr Güter.

Ilja Schpankow

– – – –

3. Die ersten Schritte in die Zukunft

In intellektuellen Kreisen, wenn man über die Befridigung der menschlichen Bedürfnsse in der Zukunft streitet, wird oft nicht gesehen, daß die ersten Schritte in eine künftige Gemeinschaft durch uns bereits getan sind. Da sind sie:
– das vollständig kostenlose Bildungssystem (wie in der UdSSR)
– das vollständig kostenlose System der Volks-Gesundheitsfürsorge (wie in der UdSSR)
– die Systeme der öffentlichen Verkehrsmittel in der UdSSR waren derart günstig zu benutzen, daß man das leicht ebenfalls kostenlos nennen kann.
Es müßte hierzu noch ein kostenloses Taxifahren und eine kostenlose Ausleihe von Autos in Gemeinschaftsgaragen hinzufügen werden.

Wenn man sich auf solchen Stufen nach oben bewegt, dann erscheint des Problem der Befriedigung solcher Launen wie „ich will in jene Hochschule“, „ich will Diamant-Plomben“, „ich will meinen privaten Trolleybus“ schon als völlig überzogen.
Meiner Ansicht nach können künftig die Bedürfnisse der Menschen in vernünftigem Maße befriedigt werden, so wie die menschliche Zivilisation dazu bereit sein wird.

Mehr noch, mit einer möglichen künftigen Form ist ja auch die bürgerliche Welt schon bekannt, wo es früher das sog. „Schwedische Buffet“ gab. Man kam zum Frühstück in das Restaurant im Hotel und konnte beliebige Gerichte von den dargebotenen in beliebiger Menge essen. Jaja, das ist schon ein erster Schritt in die Zukunft.
Und keiner schreit durch das ganze Restaurant: „ich will nicht Forelle und Kaffee, ich will Bier und Stockfisch!“ Es gab keine Probleme mit dieser kleinen Praxis einer Zukunft, das gefällt allen, vom Lagerarbeiter bis zum Dampferbesitzer.
Und mit solchen Schritten kommen wir in das Künftige.

Alexej Sergejew

– – – –

Quelle: http://publizist.ru/blogs/109325/16024/-

– – – – – – – –

Bevor jetzt wieder die üblichen Gegenargumente kommen, vor allem von denen, welche die als „positiv“ aufgeführten Dinge gewohnt sind, ausschließlich in einem „negativen“ Licht zu sehen, möchte ich darum bitten, sich der „Kritik um der Kritik willen“ zu enthalten und die zukunftsbetreffenden Gedanken aufzugreifen.
Daß die jetzige Gesellenschaft naturwidrig ist, braucht gewiß nicht extra bewiesen zu werden – ewiges Wachstum auf einem begrenzten Planeten kann nicht längere Zeit funktionieren, und Kapitalismus geht nicht ohne Wachstum.

Und eine Rückkehr zur Bescheidenheit in den „Bedürfnissen“, zu den Basisbedürfnissen des Menschen, und das absolute Voransetzen von Mutter Natur und deren „Bedürfnissen“ scheint in jedem Falle der richtige Weg in die Zukunft zu sein – wie soll eine Menschheit existieren, wenn ihr Lebensraum, die Natur, zerstört wird?

Und danach kommen auch erstmal die „Bedürfnisse“ der Gemeinschaft, die ein jeder Mensch braucht und ohne die er nicht leben kann, bevor jeder Mensch sich seinen eigenen Bedürfnissen – auch denen nach „Luxus“ – hingeben kann.

Ja, man kann nun lange darüber streiten, WER denn diese verschiedenen Anforderungen und Bedürfnisse definiert, aber das ist momentan müßig: wir alle stecken noch bis weit über den Scheitel in den Konditionierungen und Prägungen der bisherigen fehlgeleiteten Lebensart, und bevor wir diese Vorurteile und „Überzeugungen“ nicht hinterfragt haben und losgeworden sind, brauchen wir das Fell des noch nicht erlegten Bären „Zukunft“ auch nicht versuchen aufzuteilen…

Ein jeder beginne also bei sich selbst – die bevorstehenden Feiertage geben dazu die benötigte Zeit, sich mit seinem Innenleben zu befassen und die bisherigen „Grundsätze“ auf die Probe zu stellen.
Diese Gelegenheit sollte sich keiner entgehen lassen.

LH, 22.12.2016

Advertisements

81 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bildung, Dreckskapitalismus, Manipulation, Menschen, Natur, Sinn, Weisheit

81 Antworten zu “Utopisches-1

  1. Amselina

    Ps.:
    Steckt in jedem „Dagegen“ nicht auch ein „Dafür “ ? … 😉
    Zu „Utopisch“ ?

    Gefällt mir

  2. Pingback: Die künftige Welt-1 | Sei herzlich Willkommen beim Dude

  3. Pingback: Die künftige Welt-3 | Sei herzlich Willkommen beim Dude

  4. Pingback: Die künftige Welt-4 | Sei herzlich Willkommen beim Dude

  5. Pingback: Von Eliten-2 | Sei herzlich Willkommen beim Dude

  6. Pingback: Volksfront-Ziele | Sei herzlich Willkommen beim Dude

Leserbrief schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s