Im Land der satten Menschen

Wo man ins Elend kriecht, um sich in Villen zu träumen, da hat der Mensch sich zum Mob gemausert, ist sein Verstand im Nebel einer Sucht verdunstet und sein Körper schlicht ein nützliches oder überflüssiges Gerät, ohne Geist, ohne Phantasie ohne einen Lebenstraum, der vom „Wohlstandstraum“ abweicht.

Doch der „Wohlstandstraum“ den der satte Mensch, der geborgen in einer warmen Stube schläft, zu träumen hat, ist schlicht eine verschimmelte, ranzige Knolle, mit der man ihm sein Maul stopft und sein Hirn durch den Darm in den Misthaufen drückt.

Wo bescheidene Zufriedenheit in die Psychiatrie führt, wo lässige Trägheit, ein Lächeln auf dem Gesicht des in Lumpen gekleideten Menschen, die Gefahr vom Mob erschlagen zu werden, provoziert, da ist die Lebenshölle immanent.

Der Mensch im Jahre 2016 lebt in der Hölle, statt in Frieden eine Gemeinschaft frei von Hunger und Elend zu schaffen!
Warum? Weil die Satten nie satt genug werden, auf die goldenen Kälber starren und vor Neid zerfressen den Verstand verlieren.

Ich weiß, meine Zeilen sind ein Affront! Schaut auf die Reichen, sie sind schuld!

Ich sage, schaut auf Euch, Ihr seid ebenso schuld!
Würdet Ihr nicht Eure Leben den Reichen opfern, den täglichen Lebenslügen von der Notwendigkeit eurer Arbeit glauben, sondern nur für ein paar Momente euren Verstand bemühen, könntet Ihr euch schnell entlarven!

Was braucht eine Gesellschaft?

Nahrung!
Gut – haben wir fruchtbare Böden? Ja – mehr als genug!
Können wir für 8 Milliarden Menschen gesunde Lebensmittel, gesichert ohne Gefahr von Dürren und anderen Verwüstungen Jahr für Jahr bereitstellen?

Ja, wir sind klug genug! Es bedürfte wohl etwa einer Stunde Arbeit täglich – von den erwachsenen Menschen…. – wenn man es gut organisiert – wohl weitaus weniger.

Vor allem, wir würden nicht unsere Böden verseuchen und unser Trinkwasser verschwenden müssen, wir würden keine Tiere zu leblosem, gefühllosem Material degradieren, sie milliardenfach quälen und morden.

Was tun wir? Nun, wir verschwenden, verseuchen Böden und Wasser, quälen und töten milliardenfach Tiere – um großteils ungesunde Nahrung für Milliarden und dekadent „hochwertige“ Delikatessen für einige Millionen sicherzustellen –
dabei gilt klar eine Priorität

erst wenn den 100 ALLES erdenkliche und gewünschte – jederzeit, überall in jeder gewünschten Menge zur Verfügung steht, kümmern wir uns um den „Rest“.

Wobei wohl derzeit selbst für den „Rest“ Überfluss vorhanden wäre, würden nicht die „gewöhnlichen“ Menschen – also wir! – in Mehrzahl wüten wie die Wahnsinnigen und weit mehr als das Doppelte vom Nötigen einfordern und eben dann auch oft schlicht wegwerfen – jene die es einsammeln wollen, müssen sogar noch damit rechnen, als Diebe verurteilt zu werden, da sie ja einen Konsumakt zu vermeiden trachten, der die oberste aller Bürgerpflichten darstellt!

Nur der Konsument ist ein nützliches Mitglied dieses Irrenhauses, das die Gesunden einsperrt und die Irren belobigt!

So kommt es, dass immer noch Millionen – wenn nicht Milliarden Hunger leiden.
Man sagt – es sei ein logistisches Problem.

Es gibt über dieses Thema genügend Bücher – ja, der Wahnsinn ist längst erkannt – doch genauso wird er täglich ignoriert – da man ja dem Wohlstandstraum – wie oben geschrieben, der Lebenshölle den Vorzug gibt.

Die Themen Wohnen, Kultur, soziale Sicherheit bzw. Geborgenheit, Hilfe im Notfall – sei es Krankheit, oder Unfall, Schmerz, Trauer, Melancholie – unsere Suche nach Sinn – all unsere Bedürfnisse – Liebe, Freude, Spannung, Neugierde, Hunger nach Wissen, das Füllhorn der phantastischen Gedankenbilder von Milliarden brillanten Elektronentänzen, alles wurde schon so oft, gut und treffend beschrieben, geschildert, gedanklich gelöst und vorgeschlagen, von uns, von uns Menschen, von Spinnern und Träumern, wie man uns zu nennen pflegt, so wir nicht pragmatisch in der Spur der eingefahrenen Gräben kriechen.

Krankheit und Pflege sind Spielfelder für Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord!

Mobilität – der Traum vom Fliegen, der schnellen Fortbewegung – sind Spielfelder für Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord!

Wohnen und Kultur, Spielfelder für Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord!

Kurz, es gibt keinen Bereich der menschlichen Gemeinschaft in der nicht Dummheit – ja allen voran die Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord die immanenten Triebkräfte wären!

Nur wer großes Glück hat, bleibt sein Leben lang davon verschont!

Ich behaupte kaum einer der dies liest, wurde nicht schon einmal betrogen, hat nicht unter Korruption zu leiden, wurde noch nie ausgebeutet – nun kennt keinen der nicht einem sinnlosen Unfalltod oder einer heilbaren, bzw. vermeidbaren Krankheit zum Opfer fiel – nur die Dummheit und den Größenwahn, die müssen wir uns alle anheften lassen, da wir ja mitspielen – oder?

Dies zu ändern wäre möglich – im Grunde binnen weniger Tage!

Doch nur wenn die Mehrheit mitzöge!

Die Mehrheit lehnt es ab! Die Mehrheit ist verloren und reißt alles mit sich, was sie zu halten sucht!

Was bleibt?

Manche hoffen noch, andere schotten sich ab, ziehen sich in ihre Lebenswaben zurück und versuchen zumindest sich selbst zu verschonen – soweit es gelingen kann.

Blick ich auf die Welt –

so sehe ich einige tausend junge Menschen die zu helfen versuchen und Millionen junger Menschen die nur eines versuchen – eine Karriere zu starten.

Es ist das 1% das gewinnt – es sind vielleicht 99,9% die diesem Prozent die Treue halten (natürlich kämpft das 1% nicht gegen sich selbst!) – es sind vielleicht o,1% die sich selbst nicht anpassen und wahre Veränderung suchen – die sich dem Kommerz verweigern und eigene Wege gehen.

Das ist leider nirgends grundsätzlich anders, selbst in den Elendszonen nicht – nur dort bedeutet wohl die Kollaboration mit dem Irrsinn schlicht überleben zu dürfen, von einem Tag auf den anderen – in unseren Breiten, bedeutet es schlimmstenfalls entwürdigt auf der Straße zu enden und mit Plastiktüten durch die Gegend zu humpeln, nach Flaschen suchend – ……..

Ich wünschte mir die Schlangen an den Tafeln würden kilometerlang!
Ich wünschte mir auch hierzulande möge der Hunger wieder zum Alltag von Millionen werden!

Warum?

Weil wir die Chance hatten, es anders zu gestalten und vor lauter Feigheit und Bequemlichkeit jämmerlich versagt haben.

Als in Vietnam die Bombenregen aufhörten und jene die nicht zerbomt wurden, aufs Meer flüchteten, ersoffen sie zu tausenden im chinesischen Meer.
Sie hatten sich nicht gegen das Establishment gewehrt und wurden wie immer verraten – im Norden verbrannten sie im Napalm vor dem Sieg, im Süden erstoffen sie im Meer oder wurden von Piraten auf eine andere Art gemeuchelt, nach der Niederlage.

Das haben viele von uns schon bewusst miterlebt (doch auch die 68er waren nichts weiter als ein Happening…. – keine ernsthafte Erhebung!) – ich könnte weiter zurück schreiten – in der Geschichte – tiefer tauchen in all die Beispiele, wie die willige Gefolgschaft endet. (vor 100 Jahren Verdun vielleicht – ein wahrlich nettes Beispiel für treue Gefolgschaft, lebendig begraben, halb ausgeweidet langsam im Stacheldraht durch die Nacht wimmernd, um im Morgengrauen vielleicht eine Kugel der Gnade zu empfangen – wer hat nicht Remarque gelesen?)

Sie endet immer in der Katastrophe – zumindest für die Mehrheit der Menschen – eine winzige Gruppe feiert – immer! (Ich mag die Shoah nicht bemühen, zumal sie perverserweise den Geschäftssinn der Gewinner auf den Gipfel trieb….. in allen nur erdenklichen Facetten – bis hin zu den Granatäpfeln aus der Plantage, deren Bäume mit ihren Wurzeln das Blut vermodernder palästinensischer Kinder trinken….. – und die Führer Palästinas, sowie jene Israels, sind in ihren Denk- und Handlungsweisen eins – wie alle Hordenführer – die jeweiligen Völker sind nur die Spielfiguren! – doch ist es nicht ein Paradebeispiel? Egal – Ihr wisst alles was ich hier tippe, oder könnt ihr mich eines Besseren belehren? – Wenn ihr sagt, es sei komplexer, wo bitte findet ihr diese Komplexität? Es sind die Fraktale des menschlichen Wahns, der beim Morden eins gegen eins beginnt und im Massenmord eines Volkes gegen das andere endet – oder im Morden der ganzen Menschheit, an der irdischen Biosphäre……. – hoffentlich schafft es unsere Art nicht über den irdischen Horizont hinaus – ….)

Aktuell – das trifft nun alle erwachsenen Artgenossen, schauen wir wieder beim Ersaufen zu, es scheint die sauberste Methode zu sein – schon seit Jahrzehnten versuchen die Elenden aus dem KZ-Kontinent Afrika zu fliehen und werden gnadenlos in eine Schicksal gezwungen, das entweder in einem würdelosen Dasein als billiges Funktionswesen oder im nassen oder trockenem Tod endet.

Schon in den Nullerjahren wurden tausende Flüchtlinge nach Lybien abgeschoben, wohlwissend dort würde man sie in Bussen in die Wüste chauffieren, dort aussteigen lassen und der Sonne schenken – dem Sand – sie haben wohl letztlich gedacht – ach wären wir doch nur ersoffen!

Der Zynismus unserer „Menschlichkeit“ ist unübertrefflich – grandios!
Das ganze gebildete Gesindel, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, die geschwätzigen Wohlstandswesen, die von Solidarität und Hilfe palavern, doch letztlich nur ihren täglichen Nepotismus und ihre kleptokratischen Fähigkeiten perfektionieren, dieses korrupte Pack in den Ämtern und Ministerien, die geschliffenen Klingen in den juristischen Schreddern, die eiskalten Kugeln in den exekutiven Läufen, sie werden von der Mehrheit geschaffen und unterhalten, getragen und willkommen geheißen – und wer nicht auf der Flucht krepiert, wer nicht zurück transportiert wird – oder sonst einer „Entsorgung“ anheim fällt, der hat sich in diese verkommene Brut zu integrieren!

Die ach so intellektuellen Artgenossen echauffieren sich über einen Busen, eine Gedicht, ein Aufschrei geht durch die Pluralistenschauspielarmada – dieses vollgestopfte Ensemble an „Vordenkern“ und „Großgeistern“ – kurz den intellektuellen Körper der Gesellschaft – sie fechten „mutig“ und „engagiert“ um den Knick, die Falte der Seidenbluse – völlig ignorierend, dass die Bluse längst im Kompost vermodert!

Die Mehrheit wird wieder verlieren – mit Recht – den eines muss man sagen, das Lebensschicksal ist im Grunde gerecht – den egal wenn der Krebs oder der Unfall, egal wenn der Hunger und der elende Tod trifft – meist trifft es keinen falschen!

….. und auch wenn es mich trifft, werde ich nicht behaupten, warum gerade mich, denn ich weiß, ich hätte mutiger sein können, hätte im Grunde mein Leben löschen müssen, da es – so sehr ich es wünschte – ohne eine Grad an Kollaboration nicht aufrecht erhalten kann – vielleicht wenn ich in die östlichen Steppen wanderte und dort in völliger Einsamkeit – totaler Abgeschiedenheit mein – dann perfektes – eremitisches Dasein fristete.

Die Gesellschaft jedoch ist verloren – sie wird sich wohl niemals mehr zurück gewinnen, wird sich immer bis an ihr jeweiliges Ende einer Gruppe von gewieften Verbrechern an den Hals werfen und alles mit sich machen lassen, was diese so zu exekutieren gedenken.

So bleibt der Traum vom mündigen Menschen ein ewiger – nie wahr gewordener Traum – bleibt der Mensch im Grunde ein determiniertes Vieh – getrieben, getrieben vom geistlosen Instinkt der in der jeweiligen Horde so gerade üblich ist – wer sich in dieser Horde verweigert, der wird schlicht ausgestoßen – er stirbt oder er findet einen einsamen Winkel.

Es werden immer zu wenige sein, die sich nicht im Sinne einer neuen Horde zu organisieren suchen, sondern im Sinne des wirklich mündigen Menschen – der tatsächlich das Leben eines sozialen und klugen Wesens lebt.

…. und nun, wirkt weiter, brav in eurer Horde – sei es als übersatte Großverdiener oder sei es als abgespeiste Latrinenputzer – der nächste Kahlschlag wird kommen, ….. ihr wollt es genau so!


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30 Kommentare

Eingeordnet unter Aphorismen, Bewusstsein, Bildung, Dreckskapitalismus, Freiheit, Geopolitik, Menschen, Philosophie, Sinn

30 Antworten zu “Im Land der satten Menschen

  1. Trifft alles zu.
    Was den pessimistischen Grundzug betrifft:
    Ich teilte ihn früher ganz, mit zunehmenden Lebensjahren weniger, bin heute optimistischer.

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  2. Ludwig der Träumer

    Manchmal geht mir das Thema am Arsch vorbei, besonders dann, wenn ich mich in meiner Mitte fühle. Wirke im Kleinen, mache das was meiner möglich ist – wertfrei und ohne Bedingungen. Es braucht keine großen Taten. Es braucht die vielen kleinen, die die Familie und das Dorf am Leben erhalten. Gallischen Dörfer oder Wohlfühlbach, sich selbst bewußt, sind durch keine äußere Macht einnehmbar.
    Von Zeit zu Zeit kommen mir aber Zweifel ob selbst die kleinen Zellen überlebensfähig sind. Ich erlebe es immer wieder, daß Zeitgenossen im ‚Wohlfühlbach‘ sich ohne Not prostituieren und Verrat üben. Sie zerstören förmlich die Idylle im Dorf. Das was wir aufbauen, wird innert Kürze dem Moloch geopfert.

    Spätestens dann kocht in mir die Wut hoch und ich bezweifle daß der Mensch auserkoren ist, sich die Erde untertan zu machen. Ein blödsinniges Wort ‚untertan‘, von den Pfaffen geschaffen. Ich verstehe es eher so: Der Schöpfer hat uns die Erde gegeben um sein Werk weiterzuentwickeln. So wie ein Meister seine Schüler über sich selbst erheben will. Dann hat er seine Aufgabe gemeistert und kann sich gemütlich zurücklehnen. Warum funktioniert das bis heute nicht? Vielleicht hat der Mensch doch was inne, das bisher zu wenig beachtet, bzw. verdrängt wurde? Das Folgende wäre eine Erklärung dazu:

    Alle meine Versuche, diesen kollektiven Wahnsinn zu verstehen, den Hang zur Selbstzerstörung scheiterten bisher. Vor Allem, warum des kleine Arschloch das so klaglos hinnimmt – ja sogar die Kriegstrommel noch gut heißt, sei es auch nur dadurch, daß es alle paar Jahre dieselben Psychopathen wählt, das es bis zur Blutleere aussaugt und peinigt. Glaubt es wirklich noch, es trifft nur die anderen? Es sind nicht die paar Psychopathen, die mir angst machen. Es sind die Abermillionen Unterstützer.
    Horstmann ging es sicher genauso. Er war mit seiner Weisheit am Ende, denke ich. Sonst wäre er nicht auf die Idee gekommen, daß etwas anderes im Spiel sein muß als nur Idiotie. Mit seiner Philosophie erhebt er den Menschen – vielleicht unbeabsichtigt, über den Wahnsinn. Gibt ihm sogar einen Sinn. Möglicherweise, den einzigen, den der Mensch noch zu bewerkstellen hat.

    Den Pfusch der Götter an seiner Spezies zu korrigieren.

    Hören wir Horstmann dazu:

    Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht
    Autor: Prof. Dr. Ulrich Horstmann
    Gebundene Ausgabe: 177 Seiten
    Verlag: Johannes G. Hoof; Auflage: 1 (15. Dezember 2005)
    ISBN-10: 3936345473

    Eine Leseprobe:

    “Die Apokalypse steht ins Haus. Wir Untiere wissen es längst, und wir wissen es alle. Hinter dem Parteiengezänk, den Auf- und Abrüstungsdebatten, den Militärparaden und Anti-Kriegsmärschen, hinter der Fassade des Friedenswillens und der endlosen Waffenstillstände gibt es eine heimliche Übereinkunft, ein unausgesprochenes großes Einverständnis: daß wir ein Ende machen müssen mit uns und unseresgleichen, so bald und so gründlich wie möglich – ohne Pardon, ohne Skrupel und ohne Überlebende.
    Was sonst trüge das, was das Untier “Weltgeschichte” nennt, wenn nicht die Hoffnung auf die Katastrophe, den Untergang, das Auslöschen der Spuren. Wer könnte eine sich Jahrtausend und Jahrtausend fortsetzende Litanei des Hauens, Stechens, Spießens, Hackens, die Monotonie des Schlachtens und Schädelspaltens, das Om mani padmehum der Greuel ertragen, ja seinerseits nach Kräften befördern, der nicht zugleich in der Heimlichkeit seiner Vernunft gewiß wäre, daß diese rastlosen Übungen ihn und seine Gattung Gemetzel um Gemetzel, Schlacht um Schlacht, Feldzug um Feldzug, Weltkrieg um Weltkrieg unaufhaltsam jenem letzten Massaker, jenem globalen Harmageddon näherbringen, mit dem das Untier seinen Schlußstrich setzt unter die atemlose Aufrechnung sich fort- und fortzeugenden Leids […]
    “Nicht ein Jahrzehnt des Ausruhens, der Rast und des völligen Friedens hat sich das Untier in der von der Geschichtsschreibung erschlossenen Zeitspanne seit der Antike gegönnt, sondern waffenklirrend Schritt vor Schritt gesetzt, Hieb um Hieb geführt, als Lohn für die selbstlos dem militärischen Fortschritt dienenden Legionen Grab um Grab geschaufelt […]
    “Vielleicht ist der Vernichtungs- und Selbstzerstörungswille des Menschen überhaupt nur die höchste und erstmals zum Bewußtsein seiner selbst gelangte Manifestation eines Urimpulses und Protoinstinkts, der allem Lebendigen innewohnt und es in seinen Untergang treibt.
    Vielleicht war die gesamte Evolution nichts anderes als ein gigantischer Umweg, den das Plasma nahm, um sich nach dem Sündenfall der Urzeugung und seiner Vertreibung aus dem Anorganischen seiner neuerworbenen potentiellen Unsterblichkeit zu berauben und nach Äonen des Wucherns erneut ins Nirwana des Staubes und der Gase einzugehen.
    Und vielleicht ist das Untier mit all seinem Erfindungsreichtum, seinem Selbstbewußtsein und seiner Philosophie nicht die Krone der Schöpfung, sondern bloß ihr Strick, die ingeniöse Methode, auf die vor Milliarden von Jahren der erste Einzeller verfiel, um nach ebenso vielen Zellteilungen und Teilungen von Teilungen, die sein Leben multiplizierten, doch noch Selbstmord zu begehen […]
    “Die Geschichte des Untiers ist erfüllt […] Kein Überlebender wird sein Gedächtnis bewahren, keine Sage wird von den Prüfungen berichten, die es heimsuchten, die Qualen benennen, die es litt, um der großen, der universalen Erlösung willen.
    Über dem nackten Fels seiner Heimat aber wird Frieden sein, und auf den Steinen liegt der weiße Staub des Organischen wie Reif.
    Das Reißen und Schlingen, das Zermahlen und Ausbluten, das Stechen und Kröpfen, dieser ohne Unterlaß wütende Bürgerkrieg alles Lebendigen ist nie gewesen; und der Geist […] ist zu seinem eigenen Hirngespinst geworden. In einem Feuerwerk ohnegleichen ist er untergegangen, und mit dem Aufsteigen der letzten Rakete sind die Spuren getilgt, die ein Einzeller in Äonen hinterließ und die das Antlitz der Erde furchten wie sonst nur Gletscher und Glaziale […]
    “Vermonden wir unseren stoffwechselsiechen Planeten! Denn nicht bevor sich die Sichel des Trabanten hienieden in tausend Kraterseen spiegelt, nicht bevor Vor- und Nachbild, Mond und Welt, ununterscheidbar geworden sind und Quarzkristalle über dem Abgrund einander zublinzeln im Sternenlicht, nicht bevor die letzte Oase verödet , der letzte Seufzer verklungen, der letzte Keim verdorrt ist, wird wieder Frieden sein auf Erden.”
    ———
    Wenn dem so sein sollte, hat der Mensch den Pfusch der Götter an seiner Spezies erkannt. Seine Handlungen sind dann nur konsequent. Er zerstört nur das, was den finalen Frieden stört, den er so herbeisehnt. Der Mensch hat sich mit dieser Erkenntnis über die Götter gestellt, besser – er hat diese Arschlöscher erkannt und gemerkt, daß diese nur Scheiße gebaut haben, die es zu beenden gilt.
    Vielleicht ist es auch nur eine nie ausgesprochene unterschwellige Todessehnsucht, um der Mühsal des Lebens zu entkommen. Im Jenseits lockt die Lust und sonstige Glückseligkeiten. Unsere seit Jahrtausenden Konditionierung auf das Jenseits als das erstrebenswerte Ziel, lassen den Schluß zu. Im Paradies lauert die Glückseligkeit im Nichtsein – im Wirkungslosen (Buddha). Scheiße aber auch. Wo noch sonst soll ich sie sonst verorten? Bei den Buddhisten vielleicht, die Horstmanns Gedanke unterstützen.
    Fällt mir zum Thema nur noch der Étienne de La Boëtie, „Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“ ein.
    Der scheint mir in Bezug auf Horstmann altertümlich anmutend.

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  3. Ach Ludwig was Du über die Dorfgemeinschaft und Deine Versuche schreibst, es schildert so sehr das Bemühen der wenigen Menschen…. – und selbst wenn für einen Augenblick die Vernunft in vielen Augen aufblitzt, genügt ein kleiner Impuls aus dem etabliertem System, alles zu lähmen und wieder zu besiegeln.
    Was Horstmann angeht – diese Gedanken sind wahrlich schlüssig, schon die Kyniker reflektierten ähnlich, sie sahen Sternenstaub in allen Dingen, in gewissen Überlegungen negierten sie gar das Leben an sich, sondern taten es ab, als eine imaginäre Spiegelung des hinter den Dingen liegenden Spektrums – modern könnte man wohl sagen, sie bezeichneten das Leben an sich als Theaterinszenierung der Quarks.

    Was mich trotzdem nicht in diese Richtung abdriften lässt, (es ist eine lockere Übung, schlüssig und kann mit Argumenten nur schwerlich widerlegt werden…. – mein Pessimismus scheint es ja zu befördern…. – )ist das immer erkennbare mutige und gütige, selbstlose Wirken mancher Artgenossen – die wirklich bar jeglicher Gier nach Anerkennung oder gar Lohn, versuchen das bestmögliche für die Gemeinschaft zu ermöglichen.
    Das Fatale, solange es Episoden in den Nischen bleiben, Hilfe für Notleidende, ist es gut, sobald es jedoch auch nur einen Hauch von gesellschaftlicher Kraft entfaltet, wird der Auslöser zum Unmenschen deklariert und schlimmstenfalls ermordet, bestenfalls hinweg gejagt, oder als einsamer Sonderling am Rand der Gesellschaft geduldet.
    Die Wenigen gab und gibt es – wie getippt – solange es sie gibt, könnten sich die Optimisten noch irgendwie eine andere Zukunft, eine von menschlichen Wesen belebte ausmalen – ich träume oft davon, diese Träume klingen immer mal wieder kurz an – und es macht auch Freude zu phantasieren, wie schön doch eine menschliche Gesellschaft sein könnte.

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  4. Ja, ich frag mich auch immer, warum machen die Leute bei dem ganzen Elend einfach weiter mit? Erstaunlicherweise wissen die meisten, dass es überall hakt. Aber wie du sagst, wie viele Menschen sind so konsequent und sagen sich, ich verzichte auf meinen Wohlstand und Luxus und spiele bei diesem Spiel, das hier gespielt wird nicht mehr mit. So lassen sie sich kaufen – für Geld: ihre Arbeitszeit, ihre Freizeit, ihre Lebenszeit.
    Wenn sie alle sagen würden, nein, das machen wir alles nicht mehr mit, wäre es Schluss, aus und vorbei. Dann würde zwangsläufig etwas Neues kommen, etwas Besseres. Denn mit einem Fünkchen mehr an Bewusstsein kann es ja nur besser werden. Aber es scheint fast so, als würde die Menschheit es einfach nicht anders begreifen, als zu sehen wie alles den Bach runtergeht, wenn wir nur noch an das Geld denken und nicht mehr an das Menschliche und vor allem an unseren Schöpfer.
    So sprachen wir heute auch über das „mach dir die Erde untertan“ und kamen zu dem Schluss, dass es besser heissen würde „mach dir die Erde in Liebe untertan“. Dann sähe nämlich alles ganz anders aus. Gott ist doch eigentlich Liebe, also kann sein Gebot ja nur sein, etwas in Liebe zu tun. Und das ist auch, was wir in Zukunft tun werden, da glaube ich fest daran.

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  5. … da kann ich leider nicht mitkommen – (die ersten Zeilen ja – zu 100% – doch das Folgende – egal ob in Liebe oder wie auch immer, die Erde ist unsere Mutter – die ich liebe, doch niemals würde ich an so etwas wie „Untertanentum“ kommen – generell das Wort Untertan ist für mich ein „Nichtwort“ (oder lassen wir die Vorsilbe Un- einfach bestehen….).

    Uns unterscheidet eben, dass ich nicht gläubig bin, doch ich würde niemals anderen absprechen, ihren Glauben zu pflegen und darin Halt zu finden, einzig , sie sollten dann zumindest ehrlich mit sich und ihrem Glauben sein!
    Die Pfaffen sind furchtbare Heuchler, gerade der aktuelle Oberste Hirte ist doch ein Musterbeispiel an Verschlagenheit und Doppelzüngigkeit – seine Enzykliken könnten hier als würdevolles Beiwerk – gerade dieses Blogs dienen – sie sind Inhaltlich fast identisch.

    Einzig – ich behaupte – hätte ich je die Chance eines überragenden Talents – ich machte mir die Armut nicht zum Teil meines Geschäftsmodells, sondern versuchte wahrhaftig sie zu bekämpfen.

    Ich schlage allen Christen vor, nehmt euren Glauben schlicht beim Wort und ebenso eure Glaubensfürsten!
    …. es sei den, ihr habt euren Glauben nur für Euch, seid eben in euch gläubig, ohne die Amtskirche oder eine andere Organisationseinheit, die schlicht das Geschäftsmodell Christentum betreibt.

    Letztlich kommt es immer auf mich an – Ich muss entscheiden, was ich jetzt und morgen tue, was ich gestern tat, kann ich nicht mehr ändern.
    …. und das die Menschen meist satt sind, wollen sie nur eines – satt bleiben – egal wie wütend die menschliche Gesellschaft um sie herum tobt.
    Sie wollen den Versuch, ebenso satt, vielleicht gar viel geborgener, liebevoller, klüger, zu werden, nicht wagen – sie scheuen das Risiko, sie sind mutlos, ja feige!

    Das traurige, der Mut des einzelnen, verbrennt wie ein Tropfen Wasser auf einer glühenden Herdplatte – wer wollte das der nächste Tropfen sein?

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  6. dd

    Die Lage war vor 100 oder 2000 oder 10000 Jahren noch nie anders, nur die Waffen und Methoden waren primitiver.

    Ich behaupte folgendes:
    – die „Masse“ möchte immer geführt werden, kommt wohl vom evolutionsbedingten Wunsch nach Zugehörigkeit und Schutz innerhalb einer Gruppe. Als Beispiel, eine Nahrungsknappheit kann es immer kurzfristig geben, somit entstehen immer wieder mal neue Spannungen – nicht zu ändern, man kann es bestenfalls abmildern. Ebenso ist das „streben nach Oben“ für den Einzelnen, sowohl evolutions- als auch gesellschaftlich bedingt, nicht wegzuzaubern
    – Misstrauen auf allen Ebenen ist generell zu groß, nicht unbedingt zu unrecht. Das kann sich in absehbarer Zeit nicht ändern, ist zum Teil ebenfalls instinktiv
    – da die Auslastung für die Erzeugung der Ressourcen (ebenso wie der Verbrauch) in einer vernetzten Welt trotz allem niemals gleichmäßig zu verteilen wäre, würde es immer Gruppen geben, die sich benachteiligt fühlen, mit allen daraus entstehenden folgen
    – einen bestimmten Prozentsatz von leichten wie schweren Psychopathen wird es in jeder Bevölkerung immer geben
    – eine einheitliche/mehrheitliche Meinung oder Ansichten die den obigen (m.M.n. utopischen) entsprechen gibt es schlicht nicht. Diese satten Menschen sind nicht nur dumme Opfer oder unbewusste Verschwender, es sind durchaus sehr viele bewusste Täter oder „mir egal“-Typen dabei, mit jeder Generation (bedingt durch die gegebenen Umstände) werden es mehr – Dieses „besser wissen“ was für alle gut wäre, ist ein Trugschluss, dem viele wohlmeinende Autoren verfallen. Ob diese Rufe aus akuter Frustration entstehen, mangels Weisheit oder dank Größenwahnsinn, tut nichts zur Sache. In Bezug auf manche dieser Ideale – „be careful what you wish for“, wie die Amis sagen. In der Realität läuft dann vieles ganz anders, siehe z.B. wie es den ursprünglichen Ideen des Kommunismus in der Praxis erging, oder der französischen Revolution

    Dies beiseite, ich sehe das große Ganze nicht so schwarz. Einen weltweit durchorganisierten, totalitären Ameisenhaufen wird es niemals geben können. Fraktionen werden sich immer bilden, das liegt in unserer Natur. Und da auch die schlimmsten aller Psychopathen weder sterben, noch eine vom Atomkrieg zerstörte Hölle regieren wollen, sehe ich auch keinen vernichtenden Weltkrieg kommen. Regionalkriege dagegen schon, aber am Ende ist das auch nichts neues, die üblichen Wellenbewegungen der Geschichte. Irgendwas bleibt immer übrig.

    Ob wir das im einzelnen (üb)erleben, ist aus der Sicht der gesamten Menschheit ziemlich irrelevant. Ich nehme das wohl viel weniger persönlich, es ist nun mal nach wie vor das Rudelverhalten eines Haufens Halbaffen, gepaart mit dem Überlebensinstinkt und Machtgeilheit des Einzelnen. Das wird sich noch viele Jahrtausende nicht ändern können, siehe zum Vergleich wie lange wir vom „Höhlenmenschen“ bis heute benötigt haben. Zwei Schritte vorwärts, einer Zurück,…

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  7. dd

    Noch was witziges – der zwielichtige Mystiker Gurdjieff schrieb in seinen „Beelzebub’s Geschichten…“ von einer Zeit, als die „satten Menschen“ so faul wurden, dass sie sich Betten mit einem „Klo-Loch“ bauen ließen, um ja niemals aufstehen zu müssen. In Anlehnung an den Artikel oben kann ich das Buch herzlichst empfehlen. Platos „Der Staat“ tut übrigens ebenso immer wieder gut.

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  8. Habnix

    Du hast Recht oberham.

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  9. Habnix

    „In der Offenbarung des Johannes wird die Hure Babylon stets als „die Große“ bezeichnet (Βαβυλὼν ἡ μεγάλη in Offb 14,8 ELB; 16,19 ELB; 17,5 ELB; 18,2 ELB; 18,18 ELB; 18,10 ELB; 18,21 ELB). Ihre Kennzeichen sind Hurerei und Gräuel (d. h. Götzendienst), ja sie ist sogar der Ursprung, die „Mutter“ dieser Sünden (Offb 17,5 NA: ἡ μήτηρ τῶν πορνῶν καὶ τῶν βδελυγμάτων τῆς γῆς). Die Offenbarung beschreibt die Hure so, dass eine Deutung auf die Stadt Rom und von daher auf das römische Reich sehr wahrscheinlich ist (vgl. besonders Offb 17,9.18)[1]. Der Reichtum und die Pracht der Hure Babylon sind vergänglich, von einem Tag auf den anderen, ja sogar in einer Stunde (Offb 18,17.19) wird sie in bitterste Armut, Nacktheit und Einsamkeit gestürzt werden. Darüber werden sich die unter der Herrschaft der Hure Leidenden, allen voran die Christen, freuen und laut jubeln (Offb 19,1-3 ELB). “

    Quelle: wikipedia

    Da schweigt die Kirche darüber, das jede Stadt der Erde gemeint ist,weil jede Stadt meist sich wie eine Hure nicht selbst ernähren kann, sondern nur vom Umland oder noch weiter weg ernährt wird und ebenso verhält es sich mit der Kirche selbst, die meist in einer Stadt ist, also eine Hure in einer Hure und sogar ein Staat(Regierung).

    Was will da schon Gescheites bei rauskommen?

    Wir haben vielleicht heute nicht den Untergang der Deutschen Städte im Zweiten Weltkrieg miterlebt, aber war uns das nicht Mahnung und Warnung genug?

    Jetzt sind unsere Huren noch schöner als zuvor, doch eben so könnten sie von jetzt auf gleich ein Hiroshima oder Nagasaki werden.

    Die halbe Wahrheit von der Kirche, ist die beste Lüge.

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  10. dd – ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, sie sind schlüssig, spiegeln das wider, was ist.
    Nur, gerade da ich davon träume, der Mensch könnte es besser hinbekommen, bin ich wütend und beschimpfe uns als Masse.

    Man könnte konstatieren, es ist schlicht der einfachste Weg für den Einzelnen, sich der Gruppe immer anzupassen, seinen Intellekt nur als Strategietool zur bestmöglichen Positionierung im Hordenverband zu nutzen, um ihn ansonsten zu negieren – das Verhalten der meisten Artgenossen.

    Nur, ich teile den Optimismus, die führenden, anführenden Psychopathen (den dort, so behaupte ich, befinden sich ausschließlich gefühlskranke Menschen) scheuten die auch künftig die völlig Ausrottung durch einen atomaren Krieg.

    Die Waffentechnik wird (wer erinnert sich noch an die Neutronenbombe?) bald soweit sein, dass man ganze Landstriche entvölkern kann, ohne großflächig, vor allem lange anhaltend diese zu verseuchen.

    Man mag mir Selbstmitleid vorhalten – ich akzeptiere es, da ich in der Tat bedaure nicht in einer Welt, solidarisch und friedlich interagierenden Artgenossen leben zu dürfen, mir diese Gesellschaft schlicht Übelkeit und täglichen Widerwillen verursacht – angefangen vom Lärm, über die mangelnde Dickhäutigkeit, da sekündliche Sterben nicht ausblenden zu können, bis hin zur Unmöglichkeit unschuldiger, freier und von tiefem Frieden begleiteter Liebe.

    Sind wir nur die dümmeren Affen? Ich schließe oft selbst solche Bilder in meine Texte ein, in der Hoffnung ich möge mich irren!

    Fazit – unsereins (ein Mensch der in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts geboren wurde) kann sicher auf ein schwereloses, hungerfreies und abwechslungsreiches Sein zurückblicken, kurz ein lebenswertes Sein – doch er darf keinesfalls den Blick in die Weite schweifen lassen, darf nicht wirklich tief empfinden, was andernorts, während seiner Lebenszeit, anderen Artgenossen widerfuhr, sonst ergeht es ihm, wie mir – er ekelt sich vor seinesgleichen.

    Man kann es abtun, wie Du es oben getan hast – ich kann es leider für mich nicht so empfinden, ich kann es nachvollziehen, doch ich kann es nicht fühlen, es geht mir nicht ein, genauso wie ich unmöglich einem „Glauben“ folgen kann – einer anderen Variante, psychisch diesen Wahnsinn für die persönliche Seelenwelt zu ertragen.

    Ich lebe noch, da ich die Momente finde, in denen ich mich friedlich in der Natur empfinde, wieder finde, das menschliche Reale kurz vergessend – bis zum nächsten Lärmschwall aus irgend einem Verbrennungsmonster.

    Schon mal an Blüten eines Birnbaums geschnuppert – sehr empfehlenswert – genau das werde ich jetzt gleich tun, hoffentlich summt es auch – Bienen und Hummeln, sie sollten inzwischen zahlreich dort unterwegs sein.

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  11. Bernd Engelking

    Es fehlt die Unterscheidung zwischen richtig und falsch. Es wird von der Mehrheit gesprochen, doch was ist die Mehrheit? Kann man jemanden schuldig sprechen, wenn er nicht mündig ist?

    Lasst uns die Mehrheit, wenn es sie denn gibt, mündig machen, bevor man sein Urteil fällt, vorher braucht man nicht pessimistisch sein. Möglicherweise wird der Minderheit auch nur manipulativ suggeriert, dass sie eine Minderheit ist, und in Wirklichkeit ist sie sich ihrer Macht nicht bewusst. Dann lasst uns der Mehrheit, die sich für zu schwach hält, bewusst machen, dass sie stark ist, alle Macht besitzt und alles verändern kann, wie es will.
    Wenn man alle Zusammenhänge erfasst und versteht, kann man seinen Optimismus zurückgewinnen, und so ist es mir ergangen.

    Denn der Mensch ist nicht veranlagt, schlecht und egoistisch zu sein und das System, welches schlecht ist, ist nicht natürlich schlecht, sondern eine Erfindung des Menschen. Und alles, was der Mensch erfunden und eingeführt hat, kann auch wieder verändert oder gar abgeschafft werden. Der Mensch selbst leidet unter den Anforderungen dieses Systems, da es gegen die Natur des Menschen ist. Daher ist der Mensch nicht generell Schuld, denn nur wenige haben dieses System installiert und betreiben es. Man erkennt sie daran, dass sie maximal davon profitieren.

    Diese Erkenntnis ist wichtig für alle die, die pessimistisch sind und die Hoffnung verloren haben. Alle die können gewonnen werden, sich für die dringend notwendigen Veränderungen einzusetzen. Dieser Widerstand gegen das System führt die menschliche Lebensweise wieder auf das zurück, was der natürlichen Lebensweise des Menschen entspricht.
    Unbedingt notwendig ist die Erkenntnis, dass Veränderungen sinnvoll und möglich sind, da es viel bessere Alternativen zum derzeitigen System gibt.

    Was richtig ist, dass es höchste Zeit für Veränderung ist.

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  12. luckyhans

    Der „Witz“ an der ganzen Sache ist doch, daß sich die Wirtschaft verselbständigt hat.
    Sie wurde mal geschaffen, um die menschlichen Bedürfnisse besser zu befriedigen.
    Heute sind die Menschen nur noch für die Wirtschaft da.
    Und zwar für deren perversesten Teil – jenen, welcher per se keine Werte schaffen kann, sondern nur geschaffene Werte umverteilen kann: die sog. Finanzwirtschaft.

    Und es sind nicht die Grundbedürfnisse der Menschen, welche die Zerstörung der Natur erfordern und damit zum Untergang der Menschheit führen können – es sind die „Bedürfnisse“ der Wirtschaft, die sich verselbständigt hat – ein Moloch, der nur nach dem Profit rast und auf dem Wege dahin keine Grenzen kennt. Analysiert hier in mehreren Teilen.

    Es wäre ausreichend, um den Wahnsinn der Natur- und Planetenzerstörung zu stoppen, einfach die Basisbedürfnisse der Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen und ALLE anderen Pseudo-„Bedürfnisse“ abzustellen.
    Dann bräuchte man keine Reduktion der Bevölkerung um über 90% (Georgia Guidestones) usw. und hätte von jetzt auf gleich ein Leben in Fülle für die gesamte Menschheit.

    Diese einfach Erkenntnis scheint denen, die sich „Eliten“ nennen, bis heute nicht aufgegangen zu sein. Was ganz klar bedeutet, daß sie in Wahrheit total hirnlos sind.
    Bleibt uns also nur, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

    Und das kann jeder ab sofort tun: seine eigenen „Bedürfnisse“ mal durchprüfen, was davon tatsächlich lebensnotwendig ist, sein Leben und das seiner Familie danach ausrichten und ALLES ANDERE sein lassen.

    So einfach ist das.

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  13. Apropos Moloch ich setze hier nur einen Link, da ich keine Zahlenreihen hier posten möchte, über die man sich ärgern kann, vor allem wenn man ein braver Steuerzahler und ein den Fürsten dienendes Wesen ist (der im schlimmsten Fall einen Arbeitsplatz „gewonnen“ hat, den er als entwürdigend und sinnlos erkennt und auch so empfindet ….
    https://oberham.wordpress.com/2016/04/21/treppensteigen/).

    Ich kann nur immer wieder dazu aufrufen – seid subversiv, besorgt euch alles irgend möglich jenseits der offiziellen ökonomischen Systemkanäle, versucht ohne offiziell bezahlte Arbeit zu überleben.

    ….. und auch wenn es krude klingen mag, wer kann, der sollte tatsächlich bewusst in Hartz IV gehen und dort seine Rechte einklagen, falls die Argentursklaven zu bissig werden – wer ein komfortables Leben, mit Standartversorgung eines Durchschnittskonsumenten europäisch-germanischer Provenienz leben möchte, der kommt nicht umhin, er wird das System akzeptieren und willig so lange seine Bequemlichkeit, vielleicht ja auch sein persönliches berufliches Glück genießen, bis er zufrieden und friedlich entschläft – oder bis ihm das System die etwas weniger erfreuliche Fratze hinhält und ihn in Heer der marginalisierten stößt, dann wird er dort eben unfreiwillig landen, nicht als bewusst handelnder Kämpfer und subversiver Widerständer, sondern wohl als entmutigtes, verzweifeltes Wesen, das am Ende nur mit sich selber hadert.

    Ich sehe im Hartz-System einen guten Weg für die mutigen und kämpferischen unter uns – organisiert euch, schließt euch zusammen, gebt euch naiv und nehmt die Almosen, nehmt euch eure Zeit, seht die „Schikanen“ als Protestzeit, auch in Seminarräumen kann man an Texten und Ideen schmieden.
    Persönlich würde ich auch zu so einem Amt gehen, hätte ich keine Nische auf dem Land gefunden, die mich gut versorgt und beherbergt.
    (Hartz- Widerstand eignet sich vor allem für Stadtmenschen, da man dort doch wirklich Gruppen bilden kann – …. und gemeinsam mit dem ein oder anderen subversiven Wohnhausbesitzer – so man welche findet – könnte man die Ämter so richtig aussaugen – nicht für den persönlichen Idiotenkonsum, sondern für eine Widerstandskasse)

    Das halte ich auch der LINKEN vor – deren Parteibonzen sind schlich nicht von den anderen Verbrechern zu unterscheiden – die könnten längst mit ihren finanziellen Mitteln tausende von Widerständern mit einer Grundversorgung aus den diversen Staatsgeldern versorgen – doch sie leben lieber – genau wie die anderen Politokraten, dümmlich und eitel ihre Privilegien ab – womit sie in meinen Augen jegliche Glaubwürdigkeit verwirken.

    Übrigens – wer die Links verfolgt – wenn die FDP (wieder) und die AFD (dazu) Beute aus der Gemeinschaftskasse in hohen achtstelligen Summen abgreifen werden, da das Wahlvolk leider teil immer noch nicht begreift, dass jede Partei mehr im Bundestag nur die Beute der Verbrecherbande besser kaschiert – doch in Summe sogar vergrößert, dürften die absoluten Zahlen bald die 20 Mrd. (wohlgemerkt nur für die politische Führung in Berlin – ohne Länder, Bezirke, Kreis und Gemeinden – würden wir dies alles aufsummieren bewegen wir uns Richtung 50 Milliarden p.a.!) erreichen.

    Aber genau das ist im Grunde unerheblich, es sollte nur aufzeigen, dass von politischer Führung nichts zu erwarten ist, sie wird immer nur sich selber nähren und erst wenn dem Pack die Beute aus den Ohren quillt, bleibt der Rest für die Untertanen ……. und solange die gierig auf diesen Rest warten und emsig kämpfen um die Beute im globalen Wettkampf der Völker zu erkämpfen, werden Krieg und Zwietracht unser aller Leben immer weiter vergiften.

    Wir können hier auf vieles verzichten, subversiver Kampf bedeutet, auf alles was nur irgend möglich ist, was nur gegen Teilhabe am System verfügbar ist, zu verzichten – was übrigens meine Tipperei hier in Frage stellt, da ich damit im System wirke, ohne es wirklich zu schädigen (leider sind meine Worte wohl völlig wirkungslos, ich rede mir ein, sie hätten Wirkung, doch wir sind hier eine viel zu kleine Gruppe…. die meisten denken ähnlich, die meisten hier – hoffe ich – kämpfen ohnehin schon die Hartz IV Methode – bewusst – oder sie haben andere Wege gefunden.

    Wäre mal interessant von Euch zu lesen, wie ihr Euren Widerstand gestaltet.

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  14. @ Bernd E. — ich denke auch, der Mensch ist ein altruistisches Wesen. Leider ist jedoch eine kleiner Teil immer gefühlskalt und in der Lage seinen Intellekt hemmungslos zum Eigennutzen, vor allem zum Eigennutzen einzusetzen.

    Ich denke nicht, das die Menschen unmündig sind, ich würde es auch nicht in den Kategorien Schuld und Unschuld betrachten – eher Feigheit und Mut.

    Daher „satte Menschen“ – solange die Menschen satt sind, dürfen die Psychopathen ruhig die Welt vernichten, die satten Menschen wirken sogar dabei mit, da sie schlicht mitgerissen werden – die Gruppe, Horde – wie hier schon oft angesprochen, folgt am Ende dem Wahn.

    Hungerrevolten, Massenelend führten ab und an zu „Revolutionen“ – doch die hatten eben immer nur den Effekt, dass sich das Psychopathenkarussell dreht und neue Figuren in die Paläste einziehen.

    Wie oben geschrieben, wir – Menschen die satt und mitten in global gesehen, absolutem Wohlstand hausen, bräuchten den Mut, genau diesen Wohlstand abzulehnen und zuerst das System zu bekämpfen, indem wir uns diesem System verweigern!

    Für mich wir sich Veränderung erst wirklich ergeben, wenn die altruistischen Menschen aufhören, die Psychopathen zu tolerieren, ja gar zu bewundern.

    Das Problem ist doch, letztlich verhält sich der VW-Arbeiter loyal zu seinem Vorstandsverbrecher, auch wenn er als erster in die Arbeitslosigkeit wandern, ins Elend gestürzt wird, sollte das ganze krude Gebilde einstürzen.

    Auch die Politokraten werden nicht wirklich von der Mehrheit zu tiefst verachtet, sondern die meisten Artgenossen hängen tatsächlich der ein oder anderen Partei an, glauben diese Damen und Herren würden tatsächlich versuchen für die Menschen gute Regelungen zu erringen – kurz es ist die perverse Sehnsucht nach Führung, die uns ausliefert und zu Sklaven macht.

    Wenn man dies als Unmündigkeit definiert – stimme ich sogar zu – nur – ich bin der Meinung, gerade das durchschaut fast jeder Mensch, er fügt sich nur, da es eben am einfachsten ist, sich zu fügen.
    Daher nenne ich es Feigheit.

    Wir brauchen den Mut, den Mut jetzt auf Bequemlichkeit und Wohlstand bewusst zu verzichten, um morgen gemeinsam eine gerechte Welt zu gestalten, in der zuerst für alle Menschen eine vertretbare Basis geschaffen wird, bevor auch nur einer von uns es wagen kann, mehr zu beanspruchen, als der Ärmste unter uns zur Verfügung hat.

    Wenn kein Mensch mehr hungert, kein Mensch mehr hilflos bleibt, so er der Hilfe bedarf – und dann jede erdenklich, mögliche Hilfe erhält, beginnt die Möglichkeit sich persönlichen Späßen zu widmen – ich bin überzeugt, da bleibt noch viel Spielraum für Hedonismus – für jeden der es sich wünscht.

    Solange wir das Luxushochhaus mitten im Slum nicht bedingungslos ächten, solange hat man nur die Wahl – mit dem Wahn schwimmen, oder kämpfen, auch wenn es scheint auf verlorenem Posten zu stehen.

    99,9% sind feige!

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  15. fini09

    ..“Am Tag der Erde den blauen Planeten neu entdecken mit Google Maps“
    steht seit heut frueh auf ‚meinem‘ Acer. Im Bild stand aufrecht ein Eisbaer
    in einem virtuellen Loch einer noch loecherigen ‚virtuellen‘ Eisflaeche.Mir fiel buchstaeblich das Knaeckebrot aus der Hand; welches ich so gern knacke in der Vorstellung einen Psycho-Verbrecher mit jedem ‚Knack‘ weg-zu-beissen..;(
    Nun zum Thema. Endlich etwas ‚Sehr Positives‘ IST eingetreten. Im DWB
    und auf Uncut News stehen Beitraege von ‚Oberham‘. Freude pur!
    So hat das Wort Positiv endlich eine Berechtigung erfahren.
    Danke Sehr!!!

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