Im Land der satten Menschen

Wo man ins Elend kriecht, um sich in Villen zu träumen, da hat der Mensch sich zum Mob gemausert, ist sein Verstand im Nebel einer Sucht verdunstet und sein Körper schlicht ein nützliches oder überflüssiges Gerät, ohne Geist, ohne Phantasie ohne einen Lebenstraum, der vom „Wohlstandstraum“ abweicht.

Doch der „Wohlstandstraum“ den der satte Mensch, der geborgen in einer warmen Stube schläft, zu träumen hat, ist schlicht eine verschimmelte, ranzige Knolle, mit der man ihm sein Maul stopft und sein Hirn durch den Darm in den Misthaufen drückt.

Wo bescheidene Zufriedenheit in die Psychiatrie führt, wo lässige Trägheit, ein Lächeln auf dem Gesicht des in Lumpen gekleideten Menschen, die Gefahr vom Mob erschlagen zu werden, provoziert, da ist die Lebenshölle immanent.

Der Mensch im Jahre 2016 lebt in der Hölle, statt in Frieden eine Gemeinschaft frei von Hunger und Elend zu schaffen!
Warum? Weil die Satten nie satt genug werden, auf die goldenen Kälber starren und vor Neid zerfressen den Verstand verlieren.

Ich weiß, meine Zeilen sind ein Affront! Schaut auf die Reichen, sie sind schuld!

Ich sage, schaut auf Euch, Ihr seid ebenso schuld!
Würdet Ihr nicht Eure Leben den Reichen opfern, den täglichen Lebenslügen von der Notwendigkeit eurer Arbeit glauben, sondern nur für ein paar Momente euren Verstand bemühen, könntet Ihr euch schnell entlarven!

Was braucht eine Gesellschaft?

Nahrung!
Gut – haben wir fruchtbare Böden? Ja – mehr als genug!
Können wir für 8 Milliarden Menschen gesunde Lebensmittel, gesichert ohne Gefahr von Dürren und anderen Verwüstungen Jahr für Jahr bereitstellen?

Ja, wir sind klug genug! Es bedürfte wohl etwa einer Stunde Arbeit täglich – von den erwachsenen Menschen…. – wenn man es gut organisiert – wohl weitaus weniger.

Vor allem, wir würden nicht unsere Böden verseuchen und unser Trinkwasser verschwenden müssen, wir würden keine Tiere zu leblosem, gefühllosem Material degradieren, sie milliardenfach quälen und morden.

Was tun wir? Nun, wir verschwenden, verseuchen Böden und Wasser, quälen und töten milliardenfach Tiere – um großteils ungesunde Nahrung für Milliarden und dekadent „hochwertige“ Delikatessen für einige Millionen sicherzustellen –
dabei gilt klar eine Priorität

erst wenn den 100 ALLES erdenkliche und gewünschte – jederzeit, überall in jeder gewünschten Menge zur Verfügung steht, kümmern wir uns um den „Rest“.

Wobei wohl derzeit selbst für den „Rest“ Überfluss vorhanden wäre, würden nicht die „gewöhnlichen“ Menschen – also wir! – in Mehrzahl wüten wie die Wahnsinnigen und weit mehr als das Doppelte vom Nötigen einfordern und eben dann auch oft schlicht wegwerfen – jene die es einsammeln wollen, müssen sogar noch damit rechnen, als Diebe verurteilt zu werden, da sie ja einen Konsumakt zu vermeiden trachten, der die oberste aller Bürgerpflichten darstellt!

Nur der Konsument ist ein nützliches Mitglied dieses Irrenhauses, das die Gesunden einsperrt und die Irren belobigt!

So kommt es, dass immer noch Millionen – wenn nicht Milliarden Hunger leiden.
Man sagt – es sei ein logistisches Problem.

Es gibt über dieses Thema genügend Bücher – ja, der Wahnsinn ist längst erkannt – doch genauso wird er täglich ignoriert – da man ja dem Wohlstandstraum – wie oben geschrieben, der Lebenshölle den Vorzug gibt.

Die Themen Wohnen, Kultur, soziale Sicherheit bzw. Geborgenheit, Hilfe im Notfall – sei es Krankheit, oder Unfall, Schmerz, Trauer, Melancholie – unsere Suche nach Sinn – all unsere Bedürfnisse – Liebe, Freude, Spannung, Neugierde, Hunger nach Wissen, das Füllhorn der phantastischen Gedankenbilder von Milliarden brillanten Elektronentänzen, alles wurde schon so oft, gut und treffend beschrieben, geschildert, gedanklich gelöst und vorgeschlagen, von uns, von uns Menschen, von Spinnern und Träumern, wie man uns zu nennen pflegt, so wir nicht pragmatisch in der Spur der eingefahrenen Gräben kriechen.

Krankheit und Pflege sind Spielfelder für Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord!

Mobilität – der Traum vom Fliegen, der schnellen Fortbewegung – sind Spielfelder für Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord!

Wohnen und Kultur, Spielfelder für Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord!

Kurz, es gibt keinen Bereich der menschlichen Gemeinschaft in der nicht Dummheit – ja allen voran die Dummheit, Größenwahn, Korruption, Betrug, Ausbeutung und Massenmord die immanenten Triebkräfte wären!

Nur wer großes Glück hat, bleibt sein Leben lang davon verschont!

Ich behaupte kaum einer der dies liest, wurde nicht schon einmal betrogen, hat nicht unter Korruption zu leiden, wurde noch nie ausgebeutet – nun kennt keinen der nicht einem sinnlosen Unfalltod oder einer heilbaren, bzw. vermeidbaren Krankheit zum Opfer fiel – nur die Dummheit und den Größenwahn, die müssen wir uns alle anheften lassen, da wir ja mitspielen – oder?

Dies zu ändern wäre möglich – im Grunde binnen weniger Tage!

Doch nur wenn die Mehrheit mitzöge!

Die Mehrheit lehnt es ab! Die Mehrheit ist verloren und reißt alles mit sich, was sie zu halten sucht!

Was bleibt?

Manche hoffen noch, andere schotten sich ab, ziehen sich in ihre Lebenswaben zurück und versuchen zumindest sich selbst zu verschonen – soweit es gelingen kann.

Blick ich auf die Welt –

so sehe ich einige tausend junge Menschen die zu helfen versuchen und Millionen junger Menschen die nur eines versuchen – eine Karriere zu starten.

Es ist das 1% das gewinnt – es sind vielleicht 99,9% die diesem Prozent die Treue halten (natürlich kämpft das 1% nicht gegen sich selbst!) – es sind vielleicht o,1% die sich selbst nicht anpassen und wahre Veränderung suchen – die sich dem Kommerz verweigern und eigene Wege gehen.

Das ist leider nirgends grundsätzlich anders, selbst in den Elendszonen nicht – nur dort bedeutet wohl die Kollaboration mit dem Irrsinn schlicht überleben zu dürfen, von einem Tag auf den anderen – in unseren Breiten, bedeutet es schlimmstenfalls entwürdigt auf der Straße zu enden und mit Plastiktüten durch die Gegend zu humpeln, nach Flaschen suchend – ……..

Ich wünschte mir die Schlangen an den Tafeln würden kilometerlang!
Ich wünschte mir auch hierzulande möge der Hunger wieder zum Alltag von Millionen werden!

Warum?

Weil wir die Chance hatten, es anders zu gestalten und vor lauter Feigheit und Bequemlichkeit jämmerlich versagt haben.

Als in Vietnam die Bombenregen aufhörten und jene die nicht zerbomt wurden, aufs Meer flüchteten, ersoffen sie zu tausenden im chinesischen Meer.
Sie hatten sich nicht gegen das Establishment gewehrt und wurden wie immer verraten – im Norden verbrannten sie im Napalm vor dem Sieg, im Süden erstoffen sie im Meer oder wurden von Piraten auf eine andere Art gemeuchelt, nach der Niederlage.

Das haben viele von uns schon bewusst miterlebt (doch auch die 68er waren nichts weiter als ein Happening…. – keine ernsthafte Erhebung!) – ich könnte weiter zurück schreiten – in der Geschichte – tiefer tauchen in all die Beispiele, wie die willige Gefolgschaft endet. (vor 100 Jahren Verdun vielleicht – ein wahrlich nettes Beispiel für treue Gefolgschaft, lebendig begraben, halb ausgeweidet langsam im Stacheldraht durch die Nacht wimmernd, um im Morgengrauen vielleicht eine Kugel der Gnade zu empfangen – wer hat nicht Remarque gelesen?)

Sie endet immer in der Katastrophe – zumindest für die Mehrheit der Menschen – eine winzige Gruppe feiert – immer! (Ich mag die Shoah nicht bemühen, zumal sie perverserweise den Geschäftssinn der Gewinner auf den Gipfel trieb….. in allen nur erdenklichen Facetten – bis hin zu den Granatäpfeln aus der Plantage, deren Bäume mit ihren Wurzeln das Blut vermodernder palästinensischer Kinder trinken….. – und die Führer Palästinas, sowie jene Israels, sind in ihren Denk- und Handlungsweisen eins – wie alle Hordenführer – die jeweiligen Völker sind nur die Spielfiguren! – doch ist es nicht ein Paradebeispiel? Egal – Ihr wisst alles was ich hier tippe, oder könnt ihr mich eines Besseren belehren? – Wenn ihr sagt, es sei komplexer, wo bitte findet ihr diese Komplexität? Es sind die Fraktale des menschlichen Wahns, der beim Morden eins gegen eins beginnt und im Massenmord eines Volkes gegen das andere endet – oder im Morden der ganzen Menschheit, an der irdischen Biosphäre……. – hoffentlich schafft es unsere Art nicht über den irdischen Horizont hinaus – ….)

Aktuell – das trifft nun alle erwachsenen Artgenossen, schauen wir wieder beim Ersaufen zu, es scheint die sauberste Methode zu sein – schon seit Jahrzehnten versuchen die Elenden aus dem KZ-Kontinent Afrika zu fliehen und werden gnadenlos in eine Schicksal gezwungen, das entweder in einem würdelosen Dasein als billiges Funktionswesen oder im nassen oder trockenem Tod endet.

Schon in den Nullerjahren wurden tausende Flüchtlinge nach Lybien abgeschoben, wohlwissend dort würde man sie in Bussen in die Wüste chauffieren, dort aussteigen lassen und der Sonne schenken – dem Sand – sie haben wohl letztlich gedacht – ach wären wir doch nur ersoffen!

Der Zynismus unserer „Menschlichkeit“ ist unübertrefflich – grandios!
Das ganze gebildete Gesindel, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, die geschwätzigen Wohlstandswesen, die von Solidarität und Hilfe palavern, doch letztlich nur ihren täglichen Nepotismus und ihre kleptokratischen Fähigkeiten perfektionieren, dieses korrupte Pack in den Ämtern und Ministerien, die geschliffenen Klingen in den juristischen Schreddern, die eiskalten Kugeln in den exekutiven Läufen, sie werden von der Mehrheit geschaffen und unterhalten, getragen und willkommen geheißen – und wer nicht auf der Flucht krepiert, wer nicht zurück transportiert wird – oder sonst einer „Entsorgung“ anheim fällt, der hat sich in diese verkommene Brut zu integrieren!

Die ach so intellektuellen Artgenossen echauffieren sich über einen Busen, eine Gedicht, ein Aufschrei geht durch die Pluralistenschauspielarmada – dieses vollgestopfte Ensemble an „Vordenkern“ und „Großgeistern“ – kurz den intellektuellen Körper der Gesellschaft – sie fechten „mutig“ und „engagiert“ um den Knick, die Falte der Seidenbluse – völlig ignorierend, dass die Bluse längst im Kompost vermodert!

Die Mehrheit wird wieder verlieren – mit Recht – den eines muss man sagen, das Lebensschicksal ist im Grunde gerecht – den egal wenn der Krebs oder der Unfall, egal wenn der Hunger und der elende Tod trifft – meist trifft es keinen falschen!

….. und auch wenn es mich trifft, werde ich nicht behaupten, warum gerade mich, denn ich weiß, ich hätte mutiger sein können, hätte im Grunde mein Leben löschen müssen, da es – so sehr ich es wünschte – ohne eine Grad an Kollaboration nicht aufrecht erhalten kann – vielleicht wenn ich in die östlichen Steppen wanderte und dort in völliger Einsamkeit – totaler Abgeschiedenheit mein – dann perfektes – eremitisches Dasein fristete.

Die Gesellschaft jedoch ist verloren – sie wird sich wohl niemals mehr zurück gewinnen, wird sich immer bis an ihr jeweiliges Ende einer Gruppe von gewieften Verbrechern an den Hals werfen und alles mit sich machen lassen, was diese so zu exekutieren gedenken.

So bleibt der Traum vom mündigen Menschen ein ewiger – nie wahr gewordener Traum – bleibt der Mensch im Grunde ein determiniertes Vieh – getrieben, getrieben vom geistlosen Instinkt der in der jeweiligen Horde so gerade üblich ist – wer sich in dieser Horde verweigert, der wird schlicht ausgestoßen – er stirbt oder er findet einen einsamen Winkel.

Es werden immer zu wenige sein, die sich nicht im Sinne einer neuen Horde zu organisieren suchen, sondern im Sinne des wirklich mündigen Menschen – der tatsächlich das Leben eines sozialen und klugen Wesens lebt.

…. und nun, wirkt weiter, brav in eurer Horde – sei es als übersatte Großverdiener oder sei es als abgespeiste Latrinenputzer – der nächste Kahlschlag wird kommen, ….. ihr wollt es genau so!


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31 Kommentare

Eingeordnet unter Aphorismen, Bewusstsein, Bildung, Dreckskapitalismus, Freiheit, Geopolitik, Menschen, Philosophie, Sinn

31 Antworten zu “Im Land der satten Menschen

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