Wirtschafts-Witze (6)

Auf vielfachen Wunsch hier wenigstens ein paar Links zu echten Witzen über das, was die meisten unter Wirtschaft verstehen. 😉
Dann geht es wieder in das eher trockene Ökonomie-Geflecht, das ich aber auch ganz lustig finde: Teil 1 hier, Teil 2 hier, Teil 3 hier, Teil 4 hier, Teil 5 hier.
Luckyhans, 22. März 2016
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12. KREDIT – ein Dialog

13. Staat – Gewaltenteilung – Lobbyismus

Gut, scheinbar gehört dieses Thema nicht zur Ökonomie – genauer sehen wir gleich mal hin.
Zumindest ist jedoch klar, daß heutzutage sowohl die Einflußnahme von Lobbyisten auf die Politik wie auch die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Wirtschaft enorm sind. Deshalb wollen wir dies unseren bisherigen Betrachtungen zur Wirklichkeitsnahen Wirtschafts-Wissenschaft anschließen.
Beginnen wollen wir mit einer kurzen Rückschau, wie der Bereich des gesellschaftlichen Lebens, den wir heute „die Wirtschaft“ nennen, entstanden ist und sich entwickelt hat. Ausgangspunkt war stets die Nutzung von Energiemengen, wie sie bis dahin nicht erschlossen worden waren.

Zuerst war es die Wasserkraft, mit der man, nach den traditionellen Hammerwerken, in England auch mechanische Webstühle zu betreiben begann und damit die Geschwindigkeit der Stoffherstellung vervielfachte. Welch ein Segen – es konnten mehr Menschen besser eingekleidet werden.
Es ging sogar soweit, daß viel mehr Stoff produziert wurde, als die Menschen verschleißen konnten – die „Lösung“: die Leute sollten öfter ohne Not die Bekleidung wechseln.
Dazu wurde ein „Wirtschafts-Zweig“ erdacht, welcher die Menschen dazu bringt, mehr Bekleidung zu kaufen als eigentlich benötigt – die Mode entstand – wie wir sehen: nicht ganz „zufällig“.

Kehrseite dieser Entwicklung war der Zusammenbruch der häuslichen Weberei in Schlesien und anderen Gebieten – uns allen bekannt durch Heines Gedicht.
Die Menschen konnten nicht mithalten mit der entfesselten Energie der Wasserkraft – sie wurden Opfer der „wirtschaftlichen Entwicklung“ und mußten ihre bescheidenen Höfe aufgeben – sie zogen familienweis in die Städte und standen als billige Lohnarbeiter für anfangs 12- bis 16-stündige Arbeitstage zur Verfügung.
Ohne diese wäre an eine Entwicklung einer Industrie nicht zu denken gewesen.

Ähnliche Entwicklungen hatten wir in England gesehen, wo die Schafzucht (Wollherstellung) durch die (auf brutalster Ausbeutung beruhende) „billige“ Baumwollproduktion in den Kolonien zerbrach und viele Menschen ihr Stückchen Land, das sie bewirtschaftet hatten, verlassen mußten und in die Städte zogen.
(Für ganz „Vergeßliche“: es gibt da ein verpöntes Büchlein über „die Lage der arbeitenden Klasse in England“ von einem gewissen Engels…)

Dann kam die Dampfmaschine, beruhend auf Holz- und später Holzkohlefeuerung. Ganze neue Berufe entstanden – das Köhlerhandwerk – ganze Gegenden wurden gnadenlos abgeholzt und erst viel später, nach diversen Naturkatastrophen und Ursachenforschung, mit schnellwachsenden Nadelwäldern notdürftig wieder aufgeforstet.
Bis heute sehen wir die Folgen dieser „rein wirtschaftlich“ orientierten Naturschändung – der Borkenkäfer hat in einem gesunden Mischwald keine Chance, während er in heutigen monotonen Nadelwaldbeständen ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten vorfindet.

Weiter ging es mit der Erschließung der Kohle und später des Erdöls/Erdgases als Energieträger – wir Europäer verbrauchen heute täglich soviel Energie, wie 55 Menschen in ununterbrochenem Schaffen (ohne Schlaf, Urlaub etc.) „bereitstellen“ könnten – von den „Großverbrauchern“ in den VSA mit 105 „Energiesklaven“ ganz zu schweigen.

Dabei finden wir stets Entwicklungen vor, die neben dem „Fortschritt“ auch stets brutale Einschnitte in das tägliche Leben der Menschen brachten.
Das war mit der industriellen Nutzung der Elektrizität nicht anders – riesige Umwälzungen im Leben der Menschen brachten einerseits völlig neue Branchen und Berufe hervor, hatten andererseits aber stets in ihrem Gepäck auch sehr heftige negative Auswirkungen auf das Leben der Menschen.
Und das ist auch heute noch so.

„Das ist halt der Preis des Fortschritts.“

Wirklich? Denken wir noch ab und zu darüber nach, wie hoch jeweils dieser „Preis“ gewesen ist?
Und was wir alles dafür „bezahlt“ haben?
Verseuchte und einseitig „überdüngte“ Böden, Wasser – das so wichtige Lebensmittel – das aus immer größeren Tiefen heraufgeholt wird, weil an der Oberfläche, bis zum Grundwasser, schön längst alles vergiftet ist – und nun wird auch noch das Tiefenwasser per Fracking systematisch vergiftet?

Und was andere – die sog. „dritte Welt(welch eine sagenhafte Manipulation allein durch die Wortwahl – als ob es mehrere Welten gäbe) – dafür „bezahlt“ haben?
Kinderarbeit, Pfenniglöhne, Kasernierung, schlimmste Arbeitsbedingungen bis heute – alle Skandale schon vergessen?

Und die Natur?
Monokulturen“ (auch so ein Lügenbegriff – was hat die Vergewaltigung der Natur mit Kultur zu tun?) allerorten, Pestizide und künstliche, aus Erdöl hergestellte „Düngemittel“, deren Herstellung mehr Energie verbraucht als dann durch Mehrertrag an Pflanzen wächst?
Und das alles nennt sich dann „konventionelle“ Land“wirtschaft“… merken wir noch was?

Wird dies alles (und noch mehr) wirklich aufgewogen durch die Bequemlichkeiten unseres heutigen „Alltags“?
Daß wir täglich duschen, ständig Magenfüllmittel in uns hineinstopfen, unseren Körper systematisch mit raffiniertem Zucker, totem Kochsalz und diversen Chemikalien vergiften?
Fast ununterbrochen in das kleine Viereck starren (oder in das riesengroße), ohne auch nur noch einen Blick übrig zu haben für den Menschen neben uns oder die Natur um uns herum?

Und was werden wir tun, wenn auch das letzte saubere Grundwasser abgepumpt und der letzte zugängliche Wassertropfen endgültig vergiftet ist?
Wenn auch Luft dann in Dosen verkauft wird, weil das allgemein zugängliche Gemisch kaum noch zu atmen ist, weil voller Aluminiumstaub und anderer Aerosole?

Ist das wirklich Fortschritt? Wollen wir das tatsächlich?

Zurück zur „Wirtschaft“.
Wie wir gesehen haben, hat es diese stets verstanden, ihre „Segnungen“ den Menschen maximal „aufzudrücken“ und auch ihre bösen Folgerungen maximal für sich zu nutzen.

So ist aus einer sinnvollen Sache, nämlich der immer „besseren“ Befriedigung der materiellen Bedürfnisse von immer mehr Menschen, inzwischen ein menschenfressender Moloch erwachsen – die Wirtschaft ist nicht mehr für die Menschen da, sondern der Mensch ist nur noch Sklave der Wirtschaft.
Ja, auch in den höchsten Etagen selbiger.

Moment mal, wie geht denn das?

Grundsätzlich waren wir ja mal vom Primat der Politik ausgegangen, d.h. von dem Grundsatz, daß die Politik die Randbedingungen setzt, nach denen sich die Wirtschaft zu richten hat – theoretisch.

Und wie sieht die Praxis aus?
Da erzählt man uns überall, wir hätten einen Staatsaufbau mit 3 getrennten „Gewalten“: einer gesetzgebenden (Legislative), also Gemeinde- und Stadtrat, Landesparlament und Bundestag, dann eine ausführende (Exekutive), also Verwaltung, Polizei/Armee, Gesundheitswesen, Infrastruktur etc., und eine rechtsetzende (Judikative), also Gerichte, Anwälte, Vollzugsanstalten etc.

Was wir „so nebenbei“ bemerken ist, daß ein Großteil dieser Einrichtungen, die vormals „staatlich“ waren, inzwischen „privatisiert“ (von lat. „privare“ = berauben) sind, also nicht mehr hoheitlich-„gewaltig“, sondern nur noch profitorientiert.

Dies betrifft große Teile der Infrastruktur (Energie, Post, Telefon, Eisenbahn, neuerdings auch Autobahnen/Straßen/Brücken und Wasserversorgung – alles lebenswichtige Bereiche), dann das sog. „Gesundheitswesen“ (das nur „richtig Geld verdient“, wenn wir alle krank sind), in anderen Ländern (VSA) auch schon Gefängnisse (die natürlich von „Staats“ wegen dann auch gut gefüllt sein müssen – mit der höchsten Gefangenen-Quote pro 1000 Einwohner weltweit – denn die Profite der Gefängnisbetreiber bedeuten Steuern für den Staat) etc.
Auch die „Ämter“ hierzulande sind inzwischen fast alle zu „Agenturen“ mutiert – also zu privaten Einrichtungen.

Und die Medien – oft als 4. Gewalt bezeichnet – befinden sich schon seit über 20 Jahren weltweit zu über 90% in den Händen von 6 großen Konzern-Familien – die können mit Fug und Recht sagen: „Jeder hat ein Recht auf meine Meinung“.

„Die Wirtschaft“ hat also all diese Bereiche schon „übernommen“.

Was uns außerdem noch auffällt ist, daß die „Gewalten“ gar nicht voneinander getrennt sind, sondern daß da ein ständiger reger gegenseitiger Austausch (nicht nur beim „Personal“) stattfindet.

Die Mitglieder der Regierung und Verwaltung (Exekutive) sitzen gleichzeitig als Abgeordnete im Parlament (Legislative) und beschließen mit über die Gesetze, die sie dann auszuführen haben.
Die Staatsanwälte und Richter (Judikative) werden von den Justizministerien (Exekutive) ernannt und unterliegen damit deren Einfluß.
Und der lebhafte Drehtür-Verkehr des Personals zwischen den „Spitzen“ von Politik und Wirtschaft hat inzwischen schon groteske Formen angenommen – wer sich dazu näher informieren mag, der sehe bitte nach bei Lobbycontrol.

Und wenn wir mal noch etwas tiefer nachgrübeln, dann bemerken wir, daß weltweit sämtliche Strukturen, die wir als „Staaten“ und als „staatlich“ angesehen haben, bereits in Unternehmen umgewandelt worden sind.

Davon kann sich jeder selbst überzeugen, indem er bei www.upik.de oder Dun&Bradstreet, also Unternehmens-Datenbanken, mal nach einigen Einrichtungen suchen läßt, wie Bundestag, Bundesverfassungsgericht, Finanzämter oder nach seiner Stadtverwaltung – er wird feststellen, daß diese alle dort gelistet sind – als Unternehmen.
Und in diese Datenbanken wird man nur nach Registrierung aufgenommen…

Ein weiterer klarer Hinweis auf diesen Fakt ist dadurch gegeben, daß alle diese Einrichtungen eine eigene Umsatzsteuernummer aufweisen, die auch auf den jeweiligen Netzseiten aufzufinden ist – und da sagt sogar Wikipedia, daß dies ausschließliches Kennzeichen von Unternehmern und Unternehmen ist.

Wir befinden uns also, wie auch der Herr Schäuble am 18.11.2011 in Frankfurt schon so treffend formulierte, hier in der EU keineswegs in souveränen Staaten, sondern nur noch in Unternehmensstrukturen – damit gilt auch keinerlei Staatsrecht mehr, sondern ausschließlich Handelsrecht (Seerecht).

Das führt uns zu den interessanten Frage, ob denn Staaten überhaupt notwendig seien.
Die klare Antwort lautet: ja und nein.

Ja – im jetzigen System der gesellschaftlichen Organisation – denn es ist zwingend erforderlich, den Einzelnen vor der für ihn unüberwindlichen Gewalt der Großkonzerne und der Hochfinanz zu schützen – auch wenn die heutigen privatisierten und damit nicht mehr staatlichen Strukturen das nicht mehr leisten – die Notwendigkeit besteht weiterhin!
Wobei natürlich ein schrittweiser Rückzug aus dem Gewaltmonopol des Staates und weitere Veränderungen erforderlich wären.

Und nein – in einer zukünftigen menschlichen Gemeinschaft, die auf Naturnähe, Rücksicht und gegenseitiger Achtung, Respekt und Güte aufgebaut ist – eben keine „Gesell(en)-schaft“ von halbfertigen (Spieß-)“Gesellen“, sondern eine Gemeinschaft von meisterlichen Menswesen (lat. mens = Geist).

Was ist also zu tun?

Solange wir den Gesamtaufbau der gegenwärtigen Gesellschaft nicht ändern können, bleibt uns nichts weiter übrig, als die Regeln, welche uns durch diese jetzigen Strukturen und das Handelsrecht aufgezwungen wurden, möglichst clever zu nutzen, um unsere eigenen Interessen durchzusetzen – Anregungen dazu hier.

Wenn es später, nach dem folgerichtigen Zusammenbruch des jetzigen Schuld-Schein-Zins-Geld-Wirtschaftssystems, zu grundlegenden Änderungen kommen wird, könnten für den Neuaufbau der Wirtschaftswissenschaft folgende Grundsätze gelten:

1. Die Wirtschaft hat sich an den allgemeinen Bedürfnissen der Menschen/Kunden zu orientieren und nicht an Gewinnmaximierung. Spezielle Wünsche kann sich jeder Mens selbst erfüllen oder von anderen handwerklich erfüllen lassen.

2. Durch die Abschaffung des Zinses gibt es auch keinen Wachstumszwang und keinen Grund mehr für Ausbeutung und Bereicherung.

3. Es gilt das Primat der Politik, d.h. Entscheidungen der Gemeinschaft/en sind weder von der Wirtschaft zu beeinflussen (jegliche lobbyistische Einflußnahme ist Straftat) noch deren Umsetzung zu unterlaufen.
Gegen politische Entscheidungen können Wirtschaftsunternehmen vor auf Zeit gewählten Gemeinde-Gerichten klagen – allerdings werden die Interessen der Menschengemeinschaft – nicht nur der Eigentümer oder Kunden bestimmter Unternehmen! – und der Natur weitaus höher gestellt als die Gewinninteressen der Wirtschaft.

Leseempfehlung:


Nachtrag vom 29.03.2016

Teil VII ist ebenfalls publiziert und findet sich hier…

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Bildung, Dreckskapitalismus, Kriegstreiber, Manipulation, Medien, NWO, Recht, Schuldgeld, Wissenschaft

4 Antworten zu “Wirtschafts-Witze (6)

  1. Pingback: [Dudeweblog] Wirtschafts-Witze (6)

  2. die_zuzaly

    warum habe ich dich erst soooo spät gefunden?
    immerhin 🙂 let’s go
    *schnüffelschnüffel* 😀

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