Wirtschafts-Witze (3)

Fortsetzung – Teil 1 hier und Teil 2 hier

Auf vielfachen Wunsch werden die einzelnen Teile ein wenig kürzer – dadurch aber mehr als vorgesehen…
LuckyHans
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6. Inflation, Hyperinflation, BGE

Inflation bedeutet nichts anderes als Geldentwertung, d.h. der Verlust der Kaufkraft.

Viele Menschen meinen, daß Inflation der alljährliche verdeckte Preisanstieg bei den meisten Waren ist – Inflation hat jedoch hat mit den Preisen nur bedingt zu tun.

Wodurch entsteht Inflation?

Wenn mehr Geld gedruckt und ausgegeben wird, als dafür Werte geschaffen werden, verschiebt sich das Wertäquivalent, d.h. derselben Summe Geld steht weniger Wert gegenüber.
Dementsprechend bekomme ich auch für dasselbe Geld weniger Gegenwert an Waren und Leistungen.

Beispiel:
Es gelingt der Bundesregierung nicht, die Ausgaben mit den Einnahmen ins Gleichgewicht zu bringen – es soll mehr ausgegeben werden als durch Steuern und Abgaben eingenommen wird, weil ein Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft gestartet werden soll.

Dafür nimmt die Regierung bei den internationalen Banken Kredite auf, indem sie Wertpapiere (sog. Bundesschatzbriefe oder Staatsanleihen) bei der Zentralbank bestellt, welche diese dann herausgibt. Durch die Ausgabe dieser Wertpapiere entsteht Geld.
Im Gegenzug wird nicht die Regierung, sondern das Land als Ganzes, d.h. die Bevölkerung, die Steuerzahler, mit einer entsprechenden Schuld belastet.

Für die Begleichung der Schuld des Staates bürgen diese Personen, daher werden sie auch Staatsbürger genannt.

Da jedoch diesen „Wertpapieren“ kein Gegenwert gegenübersteht und dies auch in Zukunft nicht der Fall sein wird (Einnahmen kleiner als Ausgaben), verringert sich um den Betrag der sog. Nettokreditaufnahme jedes Jahr der Wert der gesamten Geldmenge des Landes.
Mit anderen Worten: die Nettokreditaufnahme eines Landes ist der Haupt-Inflationstreiber.
Gut wenn die ganze Neuverschuldung für konjunkturbelebende Maßnahmen eingesetzt würde – dann wäre da wenigstens ein zeitweiliger positiver Effekt zu verzeichnen. Leider wird bereits zu viel für sinnlose Bankenrettungen und Zinszahlungen ausgegeben…
Mehr dazu weiter unten.

Auch bei Verbraucher- und Unternehmenskrediten sind nur diejenigen von ihnen inflationstreibend, welche durch Verbraucherinsolvenzen und Unternehmenspleiten nicht mehr bedient werden.
Solange pünktlich abgezahlt wird, ist durch die Kreditrückzahlung der Gegenwert in der Zukunft bereitgestellt, und das führt nicht zu Inflation.

Nun zum Preisanstieg, der oft mit der Inflationsrate verwechselt wird.
Die Auswirkungen auf die Preise werden zeitlich verzögert wirksam, d.h. die schleichende Geldentwertung wird erst viel später durch steigende Preise auch sichtbar, da sich über Zinsen und Rohstoffpreise die Effekte nur langsam bis zum Endverbraucher durchsetzen.

Außerdem gibt es Kostenbestandteile, die sich nicht so schnell einer verringerten Kaufkraft angleichen lassen – zum Beispiel werden Tariflohnanpassungen nur alle 2 – 3 Jahre (wenn überhaupt, bei den heute fast vollständig korrupten Gewerkschaften) durchgeführt – bei einer Inflationsrate von ca. 2% jährlich müßten also nach 3 Jahren mindestens 7% Tariflohnsteigerung als reiner Inflationsausgleich gefordert werden – wo hat es solche Forderungen in den vergangenen Jahren mal gegeben?

Wenn jedoch die Löhne hinter der Inflationsrate zurückbleiben, dann haben die Unternehmen zwar eine Zeit lang höhere Nominalgewinne, aber da gleichzeitig die Kaufkraft des Geldes sinkt, verringert sich so die Nachfrage, weil sich die Arbeiter von ihrem gleichgebliebenen Lohn nun noch weniger Ware kaufen können, und damit stockt wiederum der Absatz der Produkte.
Es nützt also dem Unternehmen nichts, sich mit Inflationsgewinnen „schönzurechnen“ – bereits nach kurzer Zeit kommt die Wirkung an anderer Stelle zurück.

Relativ schnell macht sich die Geldentwertung in den Wechselkursen mit stabilen Währungen bemerkbar.
Durch die Globalisierung sind allerdings fast alle Währungen heute bereits so eng miteinander verquickt, daß hier kaum noch brauchbare Vergleiche möglich sind.
Denn wenn zum Beispiel Dollar und Euro beide „schwindsüchtig“ sind, zeigt der sich ändernde Wechselkurs nur noch die Dynamik der jeweiligen Geschwindigkeitsdifferenzen im Wertverlust auf – abgesehen von vielfältigen Manipulationen, welche auch im internationalen Geldverkehr möglich sind und durchgeführt werden.

Die offiziellen „Inflationsraten„, welche beim Statistischen Bundesamt abrufbar sind, werden aufgrund jeweils modifizierter „Warenkörbe“ berechnet – mit genau dieser „modifizierten“ Zusammenstellung der jeweiligen Warenkörbe in den entsprechenden Gewichtungen läßt sich so praktisch jede „erwünschte“ (oder vorgegebene) Inflationsrate offiziell darstellen – ein Schelm wer Arges dabei denkt.

Was führt jetzt zu einer Hyperinflation (früher auch „galoppierende“ Inflation genannt)?
Die ungehemmte Geldvermehrung – egal in welcher Form – ob Buch“geld“ oder Bargeld.

Eine geringe Inflation läßt sich nicht über längere Zeit aufrechterhalten – sobald der konjunkturbelebende Effekt nachläßt, müssen neue Konjunkturspritzen vom Staat bereitgestellt werden.
Solange keine Regierung sich dazu bereit findet, die Ausgaben stets UNTER den Einnahmen zu halten, sondern auf Kosten künftiger Generationen meint, „Wohltaten“ verteilen zu müssen, ist mit neuer Nettoverschuldung und damit steigender Inflation zu rechnen.
Wenn die „große“ Wirtschaft (wie bisher) von solchen „staatlichen Konjunkturspritzen“ abhängig ist, wird selbst bei vollständigem Einsatz der Nettoneuverschuldung für diese Zwecke die Inflation immer stetig steigen – die Wirtschaft verhält sich da genau wie ein Drogensüchtiger, der meint, ohne den nächsten „Schuß“ nicht überleben zu können.

Hinzu kommt, daß von der Inflation ja nicht nur die „laufenden“ Größen, wie Erlöse und Kosten, betroffen sind, sondern auch die „Bestandsgrößen„, wie Vermögen und Schulden.
Hier versucht natürlich jeder, durch Flucht in die Sachwerte dieser Wirkung zu entkommen – was die ganze Inflations-Spirale weiter beschleunigt.
Und da der Staat heutzutage kein zinsloses Geld kreieren kann, weil er ohne Not die Geldschöpfung privaten Banken übertragen hat, gibt es auch keinen Ausweg aus dieser Entwicklung.

Wirkliche Änderung bringt nur ein konsequenter Umbau des Wirtschaftssystems.

BGE – Bedingungsloses Grundeinkommen

Da sich an diesem Thema oft die Meinungen entzünden, auch zu dieser Frage ein paar Worte.
Es gibt sie schon heute – solche bedingungslosen Einkommen, in Form von leistungslosen Einkommen am oberen Ende der Einkommensskala.
Gemeint sind die Zinseinkünfte, welche die offenen und versteckten Zinszahlungen übersteigen. Denn nicht jeder, der keine Kreditschulden hat und dafür keine Zinsen zahlt, sondern etwas Geld auf der Bank oder angelegt hat und dadurch Zinsen kassiert, ist ein Zinsgewinner.

Durch die allgemeine Verschuldung aller Unternehmen ist inzwischen die Lage so, daß in den Preisen aller Produkte und Leistungen, die der Endverbraucher zu bezahlen hat, zwischen 40 und 60% Zinsanteil stecken – je nach Art der Ware.

Mieten weisen einen besonders hohen Zinsanteil auf – 60% sind da die Regel, aber nicht das obere Ende. Bei anderen Waren und Dienstleistungen liegt der Zinsanteil im Preis bei 40 – 50%.
Dies ist dadurch bedingt, daß die Unternehmen ihre Zinsen, welche sie für die in Anspruch genommenen Kredite (für Fertigungserweiterungen, neue Technologien, Ersatzinvestitionen etc.) zu zahlen haben, selbstverständlich auf die Preise ihrer Produkte und Leistungen umlegen.

Als Faustregel kann man also sagen: ein Netto-Zinsempfänger ist also nur eine solche Person, welche Zinseinnahmen aufzuweisen hat, die deutlich mehr als die Hälfte ihrer jährlichen summarischen Ausgaben betragen.
Hand aufs Herz: gehören Sie dazu?

Dagegen sind die sog. „leistungslosen Einkommen“ am unteren Ende (Hartz 4) nur in den seltensten Fällen wirklich ohne Gegenleistung – oft werden Probearbeiten, Praktika, Ein-Euro-Jobs und andere Gegenleistungen verlangt, sonst wird rigoros gekürzt – von den psychischen Folgen der Erniedrigung durch dieses System mal ganz abgesehen.

Das alles könnte man sich sparen, wenn man tatsächlich bedingungslos allen Menschen – egal ob reich oder arm – ein solches (natürlich indexiertes) Grundeinkommen von, sagen wir beispielhaft, 1000 Euro pro Erwachsener und 500 Euro pro Kind bis 17 Jahre auszahlen würde.
Ein solches BGE würde monatlich in der BRD ca. 75 Mrd. Euro kosten, pro Jahr 900 Mrd. – angesichts eines dadurch großteils wegfallenden Sozialetats von über 720 Mrd. (2008) keine unlösbare Aufgabe, denn auch die laufenden Zahlungen der Arbeitnehmer zur Arbeitslosigkeitsvorsorge, fälschlich „Arbeitslosen-Versicherung“ genannt, könnten einbezogen werden (2008: ca. 30 Mrd.).
Auch der Kampf gegen den öffentlich sanktionierten Betrug durch die Werbung (siehe Teil 1) könnte, z.B. bei gesetzlich verordneten Einschränkungen der Kostenwirksamkeit, eine deutliche Senkung der Preise (durch geringere Kosten und durch weniger „erforderliche“ Kredite, daraus folgend geringere Zinsanteile) bringen und so ein BGE leichter finanzierbar machen.

Die wenigen Reichen würden es wahrscheinlich gar nicht bemerken, aber bei weiten Teilen der Bevölkerung würde ein solches BGE zu ganz wesentlichen Veränderungen führen.
Denn es würde nicht nur die Drangsalierung durch die „Agenturen“ wegfallen, sondern es würde auch der Zwang verringert, so schnell wie möglich jede sich bietende (auch minderqualifizierte) Arbeit anzunehmen.
Auch die Sorge, durch Kindersegen in Armut zu fallen, wäre vom Tisch – die Geburtenrate würde sich sehr schnell erholen und die Rentenfinanzierung wäre kein Problemthema mehr.

Je nach Anspruch könnten die abhängig Beschäftigten stundenweise arbeiten, wenn sie mehr Wert auf Kindererziehung legen, oder einen vollen Job übernehmen, wenn für Anschaffungen mehr Geld benötigt wird.
Freiheit in der Arbeitsplatzwahl und Flexibilität wären das Ergebnis, und viele andere positive Wirkungen würden sich als Folge ergeben.

Oft wird ohne weitere Prüfung einfach dahingesagt, daß ein BGE nicht finanzierbar wäre.

Nun – das läßt sich ganz leicht nachrechnen: sogar ohne sonstige Veränderungen, zum Beispiel bei den Themen Zinsen oder Maschinensteuer oder steuerliche Entlastung der menschlichen Arbeit, könnte die Einführung einer Tobin-Steuer in Höhe von 0,05 % auf alle Kapitalbewegungen die dafür notwendigen Finanzmittel bereitstellen, ohne daß dadurch ein merklicher Einfluß auf den Kapitalverkehr genommen würde – denn 0,05 % ist, auch bei „offiziellen“ Nullzinsen, kein Wert, um den sich das internationale Finanzkapital Gedanken machen würde.

Auch das Argument, daß eine solche Steuer nur EU- oder weltweit eingeführt werden könne, ist ein reines Scheinargument, da durch die internationalen Verflechtungen der Globalisierung sich der Kapitalverkehr unmöglich komplett um ein Land herum bewegen könnte.
Und in einem Land eingeführt zur ausschließlichen BGE-Finanzierung, mit entsprechender Anpassung der Höhe der Steuer, d.h. wirklich nur soviel wie für di Finanzierung des BGE benötigt wird, würden die positiven Effekte sehr schnell deutlich werden und anderen Ländern als Vorbild dienen.

Anmerkung:
Auch wenn es nun wieder so manchem Multi-Kulti-Anhänger nicht paßt: natürlich könnte sich das BGE nur auf deutsche Staatsangehörige erstrecken – Asylanwärter, Migranten/Ansiedler (sog. „Flüchtlinge“), Gastarbeiter und deren Angehörige müßten sich mit höchstens den halbierten Sätzen zufrieden geben – das würde viele von ihnen vielleicht motivieren, nach einem kurzen „Erholungsaufenthalt“ hier sich wieder in ihre Heimat-Länder zurückzubewegen und dort sich um Veränderungen zu bemühen – wir sind ja hier schließlich nicht das Versorgungsamt für die Welt, sondern der Staat für die Deutschen.

(Quelle Etat-Zahlen: Jahresgutachten 2009/10 des Sachverständigenrates http://www.sachverstaendigenrat.org)

7. Der Freihandel

Momentan schlagen die Wellen der Emotionen sehr hoch, weil gerade hinter praktisch verschlossenen Türen mehrere Geheimabkommen zwischen der VSA und der EU sowie anderen Partnern erarbeitet und verhandelt werden bzw. wurden, die das Leben eines jeden von uns von Grund auf verändern werden.
Dies sind die als „Freihandelsabkommen“ bezeichneten TTIP, TISA, CETA und andere. (Das TPP für den pazifischen Raum ist bereits abgeschlossen.)
Versuchen wir zuerst einmal, das Thema sachlich zu betrachten.

Es gehört zu den Grundthesen der bisherigen Wirtschafts-Theorie, daß vom sog. „freien Handel“ alle profitieren, weil der freie Austausch von Waren alle glücklicher und reicher macht, da sie damit Zugang zu Waren und Dienstleistungen bekommen, welchen sie vorher (angeblich) nicht hatten.

Nun haben wir inzwischen schon so viele solcher „Theoreme“ kennen gelernt und uns davon überzeugen müssen, daß in der Tat vieles anders ist als gelehrt wird, so daß wir auch diesem Postulat genauer nachgehen.

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, wie denn die Menschen gelebt haben, bevor der Segen der „freien Handels“ über sie gekommen ist.
Denn irgendwie müssen sie ja ihre Lebensbedürfnisse auch befriedigt haben.

Betrachten wir mal ganz klischeetreu das Leben einer afrikanischen Stammesgemeinschaft.
Nehmen wir an, sie lebt in einer Art „Ur-Kommunismus“ – alle teilen alles miteinander – alle Sorgen, Freuden, Waren, Leiden – es gibt zwar eine gewisse Hierarchie, aber diese beruht vor allem auf Verantwortung, und die Aneignung von Reichtum durch das Stammesoberhaupt ist nicht ein Akt der persönlichen Bereicherung, sondern dient vor allem der Umverteilung, also der gleichmäßigeren Verteilung unter den Stammesangehörigen. Alle Bedürfnisse werden zu aller Zufriedenheit gestillt.
Niemand ist „reich“, alle sind mehr oder weniger gleich „arm“, aber glücklich.

Nun kommt der „Freihandel“ – Waren und Dienstleistungen aus den „entwickelten“ Ländern werden importiert, und dafür wandern die Bodenschätze und Naturreichtümer ins Ausland.
Da stellt sich bereits heraus, daß einerseits die Freihandels-Waren und -Dienstleistungen entweder bereits vorher vorhandene inländische „ersetzen“ oder gar erst „Bedürfnisseerzeugen, die vorher gar nicht vorhanden waren.

Klar, nun könnte man sagen: wunderbar, die Menschen bekommen Zugang zu den „Segnungen der Zivilisation“.
Aber wie kommen wir überhaupt zu der Auffassung, daß alle Menschen so leben wollen, wie wir hier unsere „Zivilisation“ gestaltet haben?
(über das, was unsere Zivilisation charakterisiert, und weshalb sie keinesfalls als Kultur bezeichnet werden kann, darf jede/r selbst nachdenken)

Und: was gibt uns die Überzeugung, daß unsere Art zu leben „die einzig richtige“ ist? Denn nur dies könnte uns irgendwie (wenigstens moralisch) dazu berechtigen, anderen Menschen diese Lebensweise „aufzudrängen“.

Wir sehen bereits hier, daß wir uns auf sehr dünnem Eis bewegen. Es scheint nämlich mit dem „Freihandel“ gar nicht darum zu gehen, andere Völker in dieser oder jener Weise zu beglücken.
Sondern es geht ausschließlich ums Geschäft.

Nun lautet eine (zumindest früher verbindliche) Grundregel, daß „Geschäft“ immer nur solche Abmachungen genannt werden können, an denen alle Beteiligten ihre Freude haben.
Das mag hier manchmal auch so sein. Der Stammeshäuptling kann durchaus mit dem ihm zufließenden „Reichtum“ (Papiergeld, Kontostände bei Banken, Waffen) aus dem Freihandel etwas anfangen: seine Söhne zum Studium in die „entwickelten“ Länder schicken, dort für sich tolle Sachen einkaufen, seine Macht ausbauen und so weiter.

Was aber ist mit den „Nicht-Beteiligten“, aber Betroffenen?
Klar – im Normalfalle (und vor allem zu Beginn) wird der Häuptling auch seinen Stammesmitgliedern einen gewissen Anteil an den Segnungen des Freihandels zukommen lassen.
Das wird sich aber in der zweiten Generation schon eher verlieren, wenn der junge Nachfolger an einer westlichen Hochschule im „real existierenden“ ungebremsten Egoismus „aus-gebildet“ wurde – die Praxis zeigt, daß Häuptlinge als Machtmenschen sehr anfällig sind für Korruption, und daß dies von den „Freihändlern“ auch weidlich zur Profitmaximierung ausgenutzt wird: es ist „kostengünstiger“, wenige sehr reich zu machen als mit allen Menschen des Ziellandes zu teilen.
„Man ist ja schließlich kein Wohlfahrtsverein.“ – ?

Nun wäre es aber nicht fair, allein die Stammesfürsten für die entstehenden Ungleichgewichte verantwortlich zu machen. Denn wenn ein Stammeshäuptling oder Präsident sich nicht mit den ins Land eingefallenen „Freihändlern“ (economic hitmen) arrangieren will, dann ist er sehr schnell ermordet (Beispiel Patrice Lumumba und viele andere) oder wird von einem anderen „gefälligeren“ Stammeshäuptling mit Krieg überzogen („Kongo Kinshasa“ gegen „Kongo Brazzaville“ u.ä.).

Es geht also um Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen und Ressourcen – beides Dinge, welche die „entwickelten Länder“ weder erschaffen haben noch sonst irgendein „Recht“ darauf hätten, sich diese „anzueignen“.

Welche Folgen hat also der „freie Handel“ für die Beteiligten?

Die Forderungen nach „freiem Handel“ dienen ausschließlich der Profitmaximierung, der Natur-Ressourcen- und Menschenausbeutung und der Unterdrückung der Völker der sog. „Dritten Welt“ (auch ein Lügenbegriff, denn es gibt nur eine Welt).
„Nebenbei“ werden neue „Verbraucher“ und Müllhalden für die Wegwerfgesellschaft generiert und neue Opfer für Rituale und Qualen.

Es werden die vorhandenen Macht- und Ausbeutungs-Netzwerke ausgedehnt, bis sie die ganze Welt umfassen.
Alles andere sind Nebelvorhänge, die von interessierter Seite gezogen werden.

Welche Rolle spielen dabei Organisationen wie GATT, WTO (WHO), etc.?

Dies sind die „internationalen“ (in Wahrheit alle der Finanzoligarchie verpflichteten) Organisationsformen, welche den „freien Handel“ als „allgemeine Pflicht“ in die Welt tragen und zugunsten der Finanzwelt „regulieren“ sollen.
Die WTO ist aus dem GATT „hervorgegangen„. Ziel ist die weitere „Liberalisierung“ (sprich: Beseitigung gesetzlicher Regelungen, die zum Schutz der Staatsangehörigen von den einzelnen Staaten erlassen worden waren) des internationalen Handels.
Bitte auch beachten, seit wann all diese Prozesse bereits im Gange sind: seit 1950.

Was bringen uns die „neuen“ Freihandelsabkommen?

Kommen wir nun zu TTIP, CETA, TISA – sie sollen das nach langem Gezerre abgeschlossene transpazifische Abkommen TPP ergänzen, das auf dem NAFTAAbkommen (Nordamerikanische Freihandelszone) aufbaut, dessen Folgen sehr kontrovers diskutiert werden.
(für Details: bitte den eingearbeiteten Links folgen)

All dies sind reine Firmenschutzabkommen, die ausschließlich für die internationalen Großunternehmen Vorteile bieten und weder der Bevölkerung etwas bringen, noch zu einer ausgewogenen Struktur der Wirtschaft beitragen, geschweige denn positive Effekte auf „Arbeitsmarkt“ oder „Beschäftigung“ haben – es geht nur einseitig in Richtung Großkonzerne, welche den Nutzen daraus ziehen.

Ziel ist es, die gesamte Grundversorgung der Menschen (Luft, Wasser, Lebensmittel, Transport, Kommunikation) in private Hände zu bekommen, damit dann die Menschen komplett von den Profitinteressen der jeweiligen Unternehmen abhängig sind.

Es gibt sehr gute inhaltsreiche Netzseiten zu TTIP / TISA / CETA, die auch ständig aktualisiert werden – jeder möchte sich bitte dort kundig machen, worum es geht – denn es wird jeden von uns betreffen.
—————————-
Luckyhans, 5.3.2016


Nachtrag vom 13.03.2016

Teil IV ist ebenfalls publiziert und findet sich hier…


Nachtrag vom 19.03.2016

Teil V ist ebenfalls publiziert und findet sich hier…


Nachtrag vom 25.03.2016

Teil VI ist ebenfalls publiziert und findet sich hier…


Nachtrag vom 29.03.2016

Teil VII ist ebenfalls publiziert und findet sich hier…

8 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bildung, Dreckskapitalismus, Geopolitik, Korruption, Manipulation, Menschen, NWO, Schuldgeld, Sinn, Videos, Weisheit

8 Antworten zu “Wirtschafts-Witze (3)

  1. Pingback: [Dudeweblog] Wirtschafts-Witze (3)

  2. Sehr gut. Der bisher beste Teil der Serie, merci!

    Leider kann ich keine sechs Sterne vergeben. 😉

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  3. rote_pille

    Es ist wirklich traurig so viel Unlogik auf einem Haufen zu sehen:
    Wenn da steht, der Sozialetat ist xxx Mrd, dann ist da Krankenversicherung, alle anderen Sozialversicherungen, Rente, Wohngeld usw. alles inklusive. Das heißt, alle müssten diese Dinge selbst von den 1000 Euro bezahlen, die sie bekommen. Die H4-Empfänger hätten damit auf jeden Fall weniger als das was sie jetzt haben. Da wäre es besser, die Steuern einfach zu senken. damit die Wirtschaft sich von diesem jahrzehntelangen Raubbau (Abgabenlast 70%) erholen und die Jobs schaffen kann.
    Eine Maschinensteuer trifft selbstverständlich auch keine Maschinen, sondern Menschen. Sie führt auch nicht notwendigerweise zu mehr Arbeitsplätzen. Was wenn eine Industrie unrentabel wird, weil ein ausländischer Hersteller einen Wettbewerbsvorteil dadurch bekommt, dass seine Maschinen nicht belastet werden und sich der Einsatz menschlicher Arbeitskraft überhaupt nicht auszahlt? Was ist mit den Jobs im Maschinenbau?
    Was die Tobinsteuer angeht: wenn sie eingeführt wird, werden die Transaktionen mit den geringsten Gewinnspannen gar nicht mehr ausgeführt (und die stellen einen hohen Anteil am Volumen) oder sie verlagern sie nach London, was gar kein Problem darstellt. Man kann das natürlich nicht mit allen Transaktionen machen, aber man braucht ja 1000 Mrd. Transaktionswert für 500 Mio. Steuereinnahmen – ich weiß nicht genau wieviel in der Realwirtschaft bewegt wird, aber das Ergebnis dürfte nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Und selbstverständlich belastet das die Realwirtschaft genauso wie jede andere Steuer.

    Der Absatz zum Freihandel ärgert mich am meisten. Nicht, dass ich den Verträgen TTIP und co. viel abgewinnen kann, denn die haben an vielen Stellen nichts mit Freihandel zu tun, den es schon gäbe, wenn die Staaten aufhören würden sich in die Geschäfte der Händler einzumischen, aber die Begründung ist wirklich reine Propaganda.
    Zuallererst kommt da dieses Märchen vom Urkommunismus und davon, wie harmonisch und toll alles in den afrikanischen Gemeinschaften zugeht. Das ist reiner Blödsinn, und sogar gefährlicher Blödsinn. Die Lebenserwartung dieser Menschen ist bekannt und sollte schon genug darüber aussagen wie gut es denen geht. Und dann das: “ es gibt zwar eine gewisse Hierarchie, aber diese beruht vor allem auf Verantwortung“
    Quatsch mit Soße, Hierarchien beruhen auf Aberglauben oder Gewalt oder beidem. Das alle alles miteinander teilen ist auch falsch. Dazu bitte das Buch „Schulden – die ersten 5000 Jahre“ von David Graeber lesen oder IRGENDEIN Buch.
    „Alle sind gleich arm aber glücklich“ – Arm sind sie auf jeden Fall, aber warum sollte einen das glücklich machen? Der Satz sagt viel mehr über die Verfassung des Autors, dessen Neid auf die Reichen offensichtlich sogar dazu in der Lage ist, seine Stimmung zu beeinflussen.
    Und dann kommt der Freihandel – warum er in Anführungszeichen steht weiß ich auch nicht. Freihandel gibt es wenn zwei Parteien miteinander tauschen können ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen. Und wenn jemand kommt und einem etwas anbieten kann und derjenige das Angebot annehmen kann ohne dass jemand ihn mit Waffen bedroht dann ist es Freihandel.
    „Da stellt sich bereits heraus, daß einerseits die Freihandels-Waren und -Dienstleistungen entweder bereits vorher vorhandene inländische “ersetzen” oder gar erst “Bedürfnisse” erzeugen, die vorher gar nicht vorhanden waren.“
    – Wieder falsch. Es werden keine Bedürfnisse erzeugt oder ersetzt, es gibt einfach nur eine neue Möglichkeit sie zu stillen. Wenn z.B. ein Raumschiff hier landen und die Aliens uns Quantencomputer verkaufen würden, die unsere herkömmlichen ersetzen, dann hätten sie nichts am Bedürfnis geändert. Und denn sie uns Antigravitationsfahrzeuge verkaufen würden, hätten Sie nicht das Bedürfnis danach geschaffen, sondern uns eine Möglichkeit gegeben es zu stillen. Eine Möglichkeit, die wir auch ablehnen könnten, wenn wir wollten. Die Aussage, dass wir durch freien Handel deren Zivilisation verändern ist demnach auch falsch. Sie ändern sie selbst, weil so ihre Bedürfnisse besser erfüllt werden. Schon mal daran gedacht, dass die auch gerne ihren 40. Geburtstag erleben würden?
    „Es scheint nämlich mit dem “Freihandel” gar nicht darum zu gehen, andere Völker in dieser oder jener Weise zu beglücken.
    Sondern es geht ausschließlich ums Geschäft.“
    – Gott sei Dank kann man nur sagen. Ich wünschte, wir hätten in der Vergangenheit ausschließlich Geschäftsleute hingeschickt die friedlich handeln und nicht die bewaffneten Vertreter der Staatsmacht, die in das dortige Land ihre Flagge reinrammen wollten. Die Zwangsbeglücker braucht keiner, weder hier noch in Afrika.
    „Der Stammeshäuptling kann durchaus mit dem ihm zufließenden “Reichtum” (Papiergeld, Kontostände bei Banken, Waffen) aus dem Freihandel etwas anfangen“
    -Halt, stopp! War das nicht der, der seine Macht bisher nur dazu genutzt hat, eine gleichmäßigere Verteilung der Güter sicherzustellen? Der Hinweis auf die 2. Generation hilft auch nicht, denn wenn die 1. noch für eine gleichmäßige Verteilung gesorgt hat, warum können dann nicht alle anderen Stammesmitglieder ihre Kinder auf eine westliche Hochschule schicken?
    „Denn wenn ein Stammeshäuptling oder Präsident sich nicht mit den ins Land eingefallenen “Freihändlern” (economic hitmen) arrangieren will“
    – Die Optionen wären immer noch: die eigene Macht reduzieren, oder die eigenen Gewinne zu verteilen, ich glaube nämlich kaum, dass es es jemandem im Ausland interessiert was jemand in Afrika mit seinem Geld macht.
    Und dann kommen natürlich die Schlagworte von der Unterdrückung und Ausbeutung. Es wird langsam wirklich langweilig. Man kann jemanden nur unterdrücken und ausbeuten, wenn man Gewalt androht oder anwendet, Freihandel ist jedoch Tausch, dem alle Beteiligten – beteiligt sind natürlich nur die Eigentümer der getauschten Waren – FREIWILLIG zustimmen. Freiwillig bedeutet, es wird keine Gewalt eingesetzt! Wer diesen fundamentalen Unterschied nicht versteht, oder nicht verstehen WILL, der kennt den Unterschied zwischen Sex und Vergewaltigung nicht.
    Die Rufe nach dem freien Handel dienen der Profitmaximierung. So wie übrigens auch die Produktion von Nahrung, Medikamenten, Computern, Autos, Filmen, Strom und so ziemlich allem, was das Leben lebenswert macht. Wo ist da das verdammte Problem? Alle Menschen – außer Selbstmördern – möchten ihr Leben verbessern und niemand hat das Recht sie aufzuhalten, solange sie keinem anderen Schaden. Wenn sie jemandem schaden, dann muss es ihnen im Einzelfall nachgewiesen werden, aber keiner hat das Recht sich anzumaßen ihnen pauschal zu verbieten durch freiwilligen Tausch reich zu werden!

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  4. luckyhans

    @ Ro-Pi:
    Bitte reihen Sie sich gern ein bei den Verteidigern dieses irren Systems – greifen Sie, wie schon oft bewährt, einfach etwas raus und setzen es in den Gegensatz zum Existierenden – total ignorierend, daß es sich dort bereits befindet.
    Die kritisierten Vergleiche waren nicht so gedacht, daß man einfach wieder Geld umverteilt und sonst alles beim Alten läßt – es sollte nur gezeigt werden, daß bereits heute gewisse Ausgabenposten sich in gleicher Größenordnung befinden, von denen so manches wegfallen könnte.

    Es ist auch nicht meine Aufgabe, engstirnigen Besserwissern Nachhilfe in ihrer verqueren „Ökonomie“ zu erteilen – lesen Sie bitte die ersten beiden Teile der Serie und überlegen selbst mal, welch einem hanebüchenen, in den Grundlagen total verlogenen Unsinn Sie da ständig geistig hinterherlaufen – offensichtlich noch mit Genuß… 😉
    Und wenn Ihnen da nichts auffällt, dann können wir es dabei bewenden lassen – wer die Augen nicht zum Sehen benutzen will, der wird sie zum Weinen brauchen…

    Es geht um Alternativen – Reförmchen-Fans oder Leute, die (angeblich) genau wissen, wie es NICHT gehen kann, hat’s schon zur Genüge… Vorschläge sind gefragt, solange man noch miteinander reden kann.

    P.S. und: klar, wenn ich Ihnen eine geladene Pistole an den Kopf halte, werden auch Sie mir GANZ FREIWILLIG ihre Geldbörse überreichen – Mann, wer bei einem derart ungleichen Austausch wie momentan in der Weltwirtschaft zwischen sog. 1. und 3. Welt noch von Freiwilligkeit schwärmt, der möge bitte mal seine rosarote Brille abnehmen – die paßt nicht zur roten Pille… 😉

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