Dem Nachwuchse

Dieser Einleitungsartikel gilt wie die folgenden nur dem philologisch ernsthaften Nachwuchs. Alsomit in Deutschland bestenfalls 100 Personen. Der Rest möchte sich anderwo darin üben, nicht zu denken. 

1. Es genügt nicht, Schiller und Kleist zu lesen.

2. Jedes Wort ist im Einzelnen zu hinterfragen.

3. Traue niemandem, der Dich zu Deinem Selbst erziehen will.

4. Trenne Dein Schaffen von dem, was Dir widerfährt.

5. Halte Dich fern von Priestern.

6. Prüfe Dich selbst stets bis aufs Komma.

7. Vergiss die losen Weiber.

8. Lasse Dich nicht irremachen.

9. Erkenne den üblichen Schimpf.

10. Vertraue auf Dein Können.

11. Widerrate jeglicher Religion.

12. Übe Dich in Wortherkunftskunde.

13. Schaue Dir an, was Du darausher begreifst.

14. Du hast keine Nothelfer.

15. Es gibt kein Geld für Dich.

16. Man wird Dich übelst beschimpfen, spätestens sobald Du etwas Gekonntes zeigst.

17. Sodann wird Dich Deine Familie versuchen, fertigzumachen.

18. Dann kommen Dein Verleger und der Staat.

19. Sie werden Dich übers Feld treiben, wie als ob sie Dir beim Rennen die Schuhe besohlen könnten.

20. Du wirst Dir wünschen, lediglich ein kleines Arschloch sein zu dürfen.

21. Dann werden Dich Deine Freunde verhöhnen.

22. Ruiniert bist Du bis dahin sowieso schon.

23. Du stirbst trotzdem nicht.

24. Jetzt fängst Du an, gut zu schreiben.


Autor: Magnus Göller
Quelle: http://unzensiert.zeitgeist-online.de/
Übersicht der gesamten Serie:
http://unzensiert.zeitgeist-online.de/page/2/?s=Nachwuchse
Urheberrecht: Kein Übernahmerecht. Anfragen direkt bei der Quelle einreichen.
Publikation hier erfolgt mit freundlicher Erlaubnis von Magnus.
DudeWEblog dankt.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bildung, Freiheit, Gastbeiträge, Menschen, Philosophie, Religion, Schönes, Schuldgeld, Sinn, Sprachwissenschaft, Weisheit

2 Antworten zu “Dem Nachwuchse

  1. jauhuchanam राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו

    Nietzsche:

    [Gesetz]

    Gesetz wider das Christenthum.

    Gegeben am Tage des Heils, am ersten Tage des Jahres Eins
    (— am 30. September 1888 der falschen Zeitrechnung)

    Todkrieg gegen das Laster: das Laster ist das Christenthum.

    Erster Satz. — Lasterhaft ist jede Art Widernatur. Die lasterhafteste Art Mensch ist der Priester: er lehrt die Widernatur. Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus.

    Zweiter Satz. — Jede Theilnahme an einem Gottesdienste ist ein Attentat auf die öffentliche Sittlichkeit. Man soll härter gegen Protestanten als gegen Katholiken sein, härter gegen liberale Protestanten als gegen strenggläubige. Das Verbrecherische im Christ-sein nimmt in dem Maße zu, als man sich der Wissenschaft nähert. Der Verbrecher der Verbrecher ist folglich der Philosoph.

    Dritter Satz. — Die Fluch würdige Stätte, auf der das Christenthum seine Basilisken-Eier gebrütet hat, soll dem Erdboden gleich gemacht werden und als verruchte Stelle der Erde der Schrecken aller Nachwelt sein. Man soll giftige Schlangen auf ihr züchten.

    Vierter Satz. — Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff „unrein“ ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens.

    Fünfter Satz. — Mit einem Priester an Einem Tisch essen stößt aus: man excommunicirt sich damit aus der rechtschaffnen Gesellschaft. Der Priester ist unser Tschandala, — man soll ihn verfehmen, aushungern, in jede Art Wüste treiben.

    Sechster Satz. — Man soll die „heilige“ Geschichte mit dem Namen nennen, den sie verdient, als verfluchte Geschichte; man soll die Worte „Gott“, „Heiland“, „Erlöser“, „Heiliger“ zu Schimpfworten, zu Verbrecher-Abzeichen benutzen.

    Siebenter Satz. — Der Rest folgt daraus.

    Der Antichrist

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  2. nilzeitung

    Hat dies auf Nilzeitung rebloggt.

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