Sprache als Machtinstrument

Heute wollen wir den Mißbrauch der Sprache als Machtinstrument betrachten, darunter die Bereiche: Werbelügen, manipulative Machtkonzepte (Schuld, Sünde, Erfolg), „Fach-Chinesisch“, Zerstörung der deutschen Sprache (von außen: Anglisierung, Verprimitivierung; von innen: Rechtschreibreform, Phrasen rund um die Uhr), „Neusprech“ (das Gegenteil ist wahr) – abschließend werden Schlußfolgerungen für einen sauberen Umgang mit der Sprache angeboten.

Sprache lebt, sie entwickelt sich ständig weiter – neue Wörter entstehen, andere werden nicht mehr verwendet – meist weil der bezeichnete Gegenstand nicht mehr in Gebrauch ist. Die Dynamik dieses Vorganges hat in den vergangenen Jahren zugenommen – bis hin zu dem jetzigen Zustand, da Sprache zielgerichtet für bestimmte Zwecke mißbraucht wird.

Größter „Schädling“ ist hier die Werbung in allen Medien. Werbung als solche ist schon sehr fraglich – sie stellt bestimmte Eigenschaften eines Produktes in den Vordergrund und verheimlicht gezielt die Schwächen und Nachteile desselben – von „Information“ kann hier also nur sehr bedingt die Rede sein.

Ein gutes Produkt braucht keine Werbung, es „verkauft sich von selbst“ – das bedeutet: jedes Produkt, das beworben wird, muß beworben werden, weil es so schlecht ist.

Um dies zu überdecken, bedient sich die Werbung eines Tricks: sie spricht den Menschen auf der emotionalen Ebene an – mit „orginellen“ Wortschöpfungen („unkaputtbar“) und Sprüchen („Geiz ist geil“), die leider fast nie stimmen – Werbung eben – sinnfrei.
Sie werden aber mit Macht und allen unterschwelligen Mitteln (Sex, Lautstärke, extreme Wiederholhäufigkeit etc.) in die Tagesabläufe der Menschen „hineingeprügelt“.

Damit werden die Menschen zu Denk-(und Handlungs-)weisen erzogen, die im Sinne der Werbung und der „Werbekunden“ (meist Großkonzerne) sind: konsumiere, gehorche, Preis ist wichtiger als Qualität, tu was dir gesagt wird, etc.

Ganz im Sinne des alten Spruches über das Wort Konsum: dies sei eine Abkürzung für Kauft Ohne Nachzudenken Schnell Unseren Mist.

Die Vergewaltigung der Sprache hat hier Methode – orginell manipuliert.

Ein weiterer Bereich, Menschen zu manipulieren, ist die Verwendung von Machtkonzepten. Das älteste ist das Konzept von Schuld und Sünde – hiermit werden alle unschuldig geborenen Kinder bei ihrer Geburt schon belastet – neben „seinem Anteil“ an der sog. „Staatsverschuldung“, den jeder Neugeborene mit in die Wiege gelegt bekommt – gibt es dazu den religiösen „Sündenfall“, der einem gleichzeitig angehängt wird.

Ja, angehängt, denn hier bestimmen andere, was der kleine Mensch an Belastungen zu tragen hat.

Fremdbestimmt“ ist das Kennzeichen aller Machtkonzepte – nicht ich entscheide, was gut und richtig ist, sondern andere haben dabei das Sagen – sie belasten mich, ohne daß ich das will oder ändern kann, mit ihren Konzepten – und das seit Jahrtausenden.

Wie tiefgreifend sich dies auf das Leben der Menschen auswirkt, kann wohl nur jemand ermessen, der in diesem Glauben erzogen worden ist und dem diese Dinge das tägliche Leben zur Tortur gemacht haben – ständig fühlt man sich schlecht, minderwertig, als müsse man etwas abtragen, wiedergutmachen, sich anstrengen dafür – genau das ist auch das tieferliegende Ziel dieser „Schuld“: sei ein braver Untertan sowohl der politischen Herrscher, als auch der geistlichen Herrscher – „Halt du sie dumm, ich halt sie arm“, sprache der Fürst zum Pfaffen.

So verwischt man sehr einfach die Grenzen zwischen Glauben, Religion und Kirche – es erscheint alles als wäre es eins oder gehöre zusammen.

Ein moderneres Machtkonzept ist der „Erfolg“ – auch hier wird wieder suggeriert, daß ANDERE deine Leistung erst anerkennen müssen, bevor du damit zufrieden sein darfst. Weitere Machtkonzepte werdet ihr sicherlich selbst erkennen können – und überwinden – denn dies ist eine wesentliche Vorbedingung für unsere geistige Befreiung.

Eine andere Methode, uns in unserer Selbstwahrnehmung klein und minderwertig zu halten, ist die sog. Fachsprache. Es haben sich inzwischen ALLE Bereiche der Wissenschaft und auch der Wirtschaft ihr „Fachchinesisch“ zugelegt und dieses soweit entwickelt, daß ein interessierter „Seiteneinsteiger“ (vom „Normalmenschen“ ganz zu schweigen) kaum noch ein Chance hat, ein „fremdes“ Fachgebiet zu betreten und dort „anerkannt“ zu werden. Genau das ist auch das Ziel dieser Sprachmanipulation – sich abzuschotten von der Allgemeinheit, sich in einen exklusiven Zirkel zu vereinen, in den kein Außenstehender so ohne weiteres hineinsehen kann, und dort dann schön geschützt die „reine Wissenschaft“ zu betreiben. „Wozu hab ich jahrelang studiert…“

Solche Geheimniskrämerei benötigen regelmäßig nur diejenigen, die sehr wenig leisten und Angst davor haben, daß die Gesellschaft davon erfährt. Wer von sich und seiner Leistung überzeugt ist, der hat keine Bedenken oder Hemmungen, sich dem Urteil „der Menge“ zu stellen, sich ihr verständlich zu machen und mit ihr zu diskutieren. Der oftmals so geschmähte Rudolf Steiner hat immer Zeit und Möglichkeiten gefunden, Vorträge und Fragestunden mit Bauarbeitern und Fabrikarbeitern abzuhalten – welcher Professor heutzutage sieht solches noch als wichtig und notwendig an?

Wir sehen: all das dient nur dazu, vor uns den Schaden zu verheimlichen, der da mit unseren Steuergeldern und „für uns“ angerichtet wird.

Ähnlich gelagert ist die Sphäre der Politik. Es ist für einen denkenden Menschen kaum nachvollziehbar, daß die meisten Menschen in diesem Land wissen und es den Politikern zugestehen, daß diese nicht nur vor der sog. Wahl lügen, sondern fast nie die Wahrheit sagen – und gleichzeitig diesen Figuren dann auch noch wichtige Entscheidungen über ihr Leben überlassen.

(Anmerkung: der oft zitierte „Klassiker“ – Kanzler Adenauer: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.“ – ist aber unvollständig, denn er hat wohl fortgesetzt: „Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.“)

Die Vielfalt und Tiefe der sprachlichen Vernebelung ist verblüffend: von leeren Worthülsen, die bar jeglicher Bedeutung sind („Bankenrettung“), bis hin zur gezielten Verdummung mit verlogenen Wortbildungen („alternativlos“), von „viel reden und nichts sagen“ bis hin zu offen dargestellten „geheimen Entscheidungen“.

Der Gipfel der Verblödung ist das moderne „Neusprech“ – wo Wortbedeutungen in Zusammenhänge gestellt werden, die das komplette Gegenteil beinhalten – „Krieg ist Leben“ oder „Bomben für den Frieden“ – ein spannendes, aber abendfüllendes Thema, das aufgearbeitet aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.

Im Allgemeinen geht es dieser „Politik“ darum, zusammen mit den Massenmedien die Menschen zu verwirren, die Politik als etwas „Hochkompliziertes“ darzustellen, was nur gutbezahlte „Profis“ bewältigen können, und die wahren Abläufe zu verschleiern.

Was sind die wahren Abläufe? Das sind die Vorgänge, so wie sie tatsächlich wirksam sind: Lobbyisten und Massenmedien beherrschen die „politische Meinungsbildung“ der sog. Volksvertreter – diese Lobbyisten schreiben die Gesetze bzw. lassen sie von meist englischen oder amerikanischen Anwaltskanzleiern formulieren. Da die „Ab- und Angeordneten“ (offizieller Titel: „Mitglieder“) all dies – selbst wenn sie ausgebildete Juristen sind – weder sprachlich noch inhaltlich komplett verstehen (siehe ESM-Vertrag, TTIP/TISA/CETA), können sie nur „abnicken“ – das gilt für die BRD wie die EU.

Die Aufgabe der uns präsentierten Abnicker-Polit-Marionetten ist es also, uns möglichst im Unklaren darüber zu lassen, was wirklich abgeht, und uns ein Theater vorzuspielen, damit wir in den Illusionen der Demokratie und Teilhabe gehalten werden.

In Wirklichkeit sind wir die modernen Sklaven des Systems (Sklaven ohne Ketten).

Und zwar wir alle – auch diejenigen, die immer noch glauben, zu den „Steuerleuten“ und „Machern“ zu gehören. Wenn sie ehrlich zu sich selbst wären, könnten sie erkennen, daß auch ihre „Macht“ sehr fragil und endlich ist, und daß sie mehr in Zwängen stecken als sie Gestaltungsspielraum haben.

Manch einem mag dies gefallen oder genügen – jedoch vergißt er dabei, daß zwar der Verrat am Volk geliebt wird, nicht jedoch der Verräter – das war schon immer so.

Von den Verrätern hat man sich, sobald es ging, immer getrennt und diese zum Sündenbock gemacht – die Geschichte (auch die herrschende) ist voll von Beispielen dazu.

Und ob man einen ergaunerten Wohlstand oder Reichtum wirklich genießen kann, ist auch noch nicht ausgemacht – entweder das Gewissen oder die Mafia holt einen irgendwann mal ein… Aber ich schweife ab.

Zurück zur Sprache. Und zwar zur deutschen Sprache – sie unterscheidet sich von anderen Sprachen dadurch, daß sie (wie nur wenige andere Sprachen) außerordentlich reich und vielfältig ist – eine schöne, anspruchsvolle Sprache, die vielseitige Möglichkeiten bietet, sich sehr präzise und korrekt auszudrücken.

In der Sprache kommen auch Denkweisen zum Ausdruck. Wenn der Engländer Dinge sagt wie „laßt uns Geld machen“ oder „etwas macht Sinn“ oder „etwas macht den Unterschied“, dann drückt dies eine Einstellung zum Leben aus, wo die Dinge „gemacht“ werden (sollen) – auch Dinge, die sich NICHT MACHEN LASSEN (Sinn) – erst recht nicht von „etwas“. Hier hat die Sprache schon einen Manipulationsgrad erreicht, der eine Denkweise illustriert – „alles ist machbar“ und „etwas wird’s schon richten“ – was natürlich nicht stimmt.

Unbegreiflich ist mir, wie solche einfach 1:1 übersetzten sinnlosen Redewendungen in die deutsche Sprache Eingang finden konnten. Unsere Kinder werden schon nichts mehr dabei finden, so einen Unsinn zu äußern – „sagt doch jeder“.

Ja, Leute, auch so funktioniert Umerziehung.

Dazu kommt das massenhafte Auftreten primitiver Anglizismen („cool“) – meist als „Schlagwörter“ (ein sehr schön treffender Ausdruck – „sie sollen das Denken erschlagen“), für die es klare deutsche Wörter gibt (toll, wunderbar, prima usw.). Darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen. Jedem Menschen, der die deutsche Sprache liebt, sollten diese Verprimitivierungen ein Greuel sein – sie sind täglich überall zu hören, meist gedankenlos dahingesagt.

Wer sowas benützt, der denkt offensichtlich nicht mehr nach oder ist zu faul, sich um klaren Ausdruck zu bemühen.

Und er weiß nicht um die formende Kraft des Wortes, seine Wirkung auf die Denkweise.

Bitte: es geht nicht darum, daß wir keine anderen Sprachen lernen sollen – im Gegenteil: jede andere Sprache bereichert beim Erlernen unsere Denkweise.

Aber jede Sprache ist nun mal eine eigene gewachsene Kulturtradition. Vermischungen sind nicht sinnvoll. Viele gepflegte Sprachen ergeben den Reichtum der menschlichen Ausdrucksmöglichkeiten – ein „einheitliches“ Sprachgemisch führt zu geistiger Verarmung.

Neben diesem von außen hereingetragenen Einfluß, der unsere Sprache zerstört, kommen die „inneren“ Schädlinge – bezahlte Wichtigtuer, die mit meist an den Haaren herbeigezogenen Regeländerungen (getarnt als „neue Rechtschreibung“, die keiner will) versuchen, die deutsche Sprache zu verwässern und ihrer Klarheit zu berauben, wichtige Buchstaben zu beseitigen („in Maßen, nicht in Massen“ – wie soll das ohne „ß“ gehen? ist aber eine wichtige Lebensregel!) oder die klärende Groß-Klein-Schreibung anzugreifen.

Dazu kommt der Rund-um-die-Uhr-Beschuß mit Floskeln, hohlen Phrasen, „Neusprech“, Gewaltverherrlichung und gespielten Emotionen (früher sagte man Hetze dazu) durch die Massenmedien, die auch in unserem Lande inzwischen fast alle den 6 großen Welt-Medienkonzernen gehören und „natürlich“ DEREN Meinung uns oktroyieren. Denen geht es nicht um Sprachpflege, auch nicht um Information, sondern um Manipulation.

Es gäbe noch viel zum Thema Sprache als Machtinstrument zu sagen – den heute ausgeblendeten Bereich „Überwachung und Sprache“ überlasse ich dem Chaos-Computer-Club.

Jede/r kann, angeregt durch die obigen Denkanstöße, selbständig überlegen, was sie/ihn wie betrifft.

Bitte als Vorschläge zu verstehen und als Empfehlungen zum Gebrauch, nun die Schlußfolgerungen, von denen ich meine: je mehr sie verwendet werden, desto besser werden wir uns verstehen.

  1. Sprache muß einfach und verständlich sein, egal wie komplex die behandelten Fragen sind – dies trifft auch für wissenschaftliche Abhandlungen zu.
  2. Aussagen sind stets klar und eindeutig zu formulieren. Sprache darf nicht dazu mißbraucht werden, Aussagen zu verdecken oder zu vernebeln. Zweideutigkeiten sind zu vermeiden oder als solche zu kennzeichnen.
  3. Was auf deutsch gesagt werden kann, soll auch auf deutsch gesagt werden. Fremdwörter sollten wirklich nur verwendet werden, wenn tatsächlich kein bedeutungsgleiches deutsches Wort (oder Wortgruppe) zu finden ist. Sorgfalt und allgemeine Verständlichkeit gehen vor Bequemlichkeit.
  4. Wörter sind stets in ihrer ursprünglichen Bedeutung zu verwenden. Übertragene Bedeutungen und Ironie sind zu kennzeichnen (Formatierung, Gänsefüßchen).
  5. Die sprachliche Vielfalt ist zu fördern, z.B. durch stärkere Verbreitung und Lesen der Werke der deutschen Klassiker.
  6. Spielerischer Umgang mit der Sprache sollte dem Thema angemessen sein. „Ein guter Witz ist auch bei einer Beerdigung am Platze“ scheint mir schon grenzwertig.
  7. Der spezifische Fachwortschatz in jeder Disziplin sollte so klein wie möglich gehalten werden. Ein allgemeiner disziplinübergreifender Fachwortschatz soll überschaubar und verständlich bleiben.
  8. Abhandlungen, die auf Fachwortschätze zurückgreifen, sollten stets einen Anhang mit der Erklärung der verwendeten Fachwörter enthalten. Dieser darf nicht größer sein als die Abhandlung selbst. Jeder durchschnittlich gebildete Mensch soll jede wissenschaftliche Abhandlungen sprachlich verstehen können.

Nachwort

Ein arabisches Sprichwort sagt, dass jedes unserer Worte
durch drei Tore gehen sollte, ehe wir es aussprechen.

Am ersten Tor fragt der Pförtner: «Ist es wahr?»

Am zweiten Tor heißt es: «Ist es notwendig?»,

und am dritten Tor lautet die Frage: «Ist es auch freundlich?»

😉

Euer Luckyhans

24 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Bildung, Gedankenkontrolle, Geopolitik, Manipulation, Medien, Menschen, NWO, Philosophie, Schönes, Sinn, Sprachwissenschaft, Videos, Weisheit

24 Antworten zu “Sprache als Machtinstrument

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Siehe auch Bodenständig und Landmasse, Glück, Auf, meine Heimat!

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  2. Hans Atzenbach

    @Luckyhans

    Ein paar Anmerkungen:
    -Es gibt viele Professoren, die durchaus ansprechbar für ihre Studenten sind und in einem außergewöhnlichen Ausmaß. Diese sind die besten Professoren. Die Ränkespiele spielen sich auf den Ebenen unterhalb/darunter ab, wo der Doktorand mit dem Studienarbeiter Termine vereinbart, nur wegen winziger Fragen, die sofort beantwortbar sind oder wären.
    -Ironie sollte nie mit Gänsefüßchen versehen werden, wer Ironie nicht versteht, sollte es bleiben lassen. Keine Mißachtung der Mehrheitsmeinung.
    (ironisches Element vorstehend)
    -Es ist auch mal ein Schachtelsatz erlaubt, wir können nicht Thomas Mann bewundern und gleichzeitig dieses Stilmittel ad acta leben, so führen wir das ad absurdum.
    -Slam-Poetrys sind in meinen Augen durchaus willkommen, Sprache darf auch durch sich selbst unterhalten. Ich ziehe den Schüttelreim dem gemeinen Kalauer in dem Fall vor.
    Der Anglizismus „Slam-Poetry“ könnte mal überdacht werden, denn er hört sich so an wie ein Ringkampf im Schlamm und das Dach würde den Pfuhl sicher austrocknen, he? Hier ist Kreativität bis Schöpfungsvermögen gefragt, wo andernorten Verstand angefragt ist:
    wie wäre es mit „Sprach-Minnen“, oder ist das bereits „Sprach-Spinnen“ zu benennen?
    Im Norwegischen gibt es keine Hochsprache und es geht auch, und im Schweizerdeutschen gibt es das sz (ß) schon lange nicht mehr.
    Aber zurück zum „Ernst der Lage“ (Ironiemodus):
    Der spielerische Umgang mit der Sprache sollte gefördert werden. An deutschen Gymnasien fehlt mittlerweile auch fast der gesamte klassische Bildungskanon, die griechischen Philosophen und etliche deutsche Klassiker.
    Hölderlin und Rilke (Neuklassiker) dazu.
    Auf der anderen Seite verständlich, denn diese Liebeslyriken sollen die Schüler ja trotz fast Erwachsenenstatus nicht in der Praxis erproben.
    (leicht ironisch das)
    Aber wer fragt nach der einen Seite außer „Luckyhans“?

    Mein Tabula Rasa habe ich notdürftig mit einigen zusammengeklaubten Bildungsinhalten übertüncht, mehr aber auch nicht. Das wird nicht mehr,
    aber man kann oder besser könnte an den Stellschrauben drehen, damit andere bessere Voraussetzungen vorfinden, ein besseres Klima, das nicht ganz so „cool“ ist, nur fehlt von Seiten der Exekutive und von Seiten der Schüler das Interesse den Status quo zu überwinden, und dieser Sachverhalt wird dann in der Regel den Eltern in die Schuhe geschoben (oder den Lehrern).
    Studenten, die an eine Hochschule kommen, empfinden das Schreiben der griechischen Buchstaben als Malunterricht, passt da noch als Bemerkung in den Kontext.
    Schüler empfinden es als Zumutung, die sie wahrscheinlich am liebsten vor das UN-Menschenrechtstribunal bringen würden, ein Gedicht auswendig zu lernen, das ist zu aufwändig oder -wendig?
    Vielleicht ist es eine Utopie, dass alle Menschen diese postulierten (upps schon wieder gegen die Regeln verstossen) Regeln befolgen. So gibt es Menschen, die gerne in Kabarettveranstaltungen gehen ob des Sprachwitzes, und andere, die lieber zum Fussball gehen.

    Man sagt, dass zu Goethes Zeiten die Bildung eines 08/15-Gretchens (ja jetzt bekommt sie es wieder ab, leichte Ironie) den Umfang einer Tageszeitung nicht überstiegen habe. Also das, was wir neben dem Ei und Kaffee zum Frühstück konsumieren; also (upps Jugendsprech) war das Volk der Dichter und Denker noch nie ein Volk von Dichtern und Denkern,
    aber selten waren die Denker dichter (upps unnötig).
    Die Benutzung, von Verwendung kann nicht die Rede sein, von „cool“, „geil“ und „Arsch….“ als Gerüst der deutschen Sprache bei vielen hat einen anderen Hintergrund, man müsste schon sagen, ganzheitlichen Hintergrund, aber damit würde man den Nimbus von „ganzheitlich“ zerstören,
    aber da sind in Wahrheit andere Kräfte am Werk und das ist eine andere Baustelle, jedenfalls nach meiner Facon.
    Damit umkurvt man auch locker den Tschibo-Spruch, der bei ausschließlichem Deutsch hier auftauchen könnte.

    Jedenfalls (L’ètat c’est moi) wer sich im öffentlichen Raum diese Fäkaldusche gibt, ist froh, die heimatliche Wohungstür abendlich hinter sich schließen zu dürfen, aber das mag ja mittlerweile nicht mehr die Mehrheitsmeinung sein, sondern die anzufeindende.

    Es gibt wenige, die diese oben geforderte Sprachreinheit erreichen, Sprache ist ja auch lebendig und kann vieles integrieren, das ist auch eine Stärke unserer Sprache, muss also nicht diesen Regeln folgen, aber wenn sie es doch leichtfüssig tut, dann fällt mir immer ein Mann aus der musikalischen Welt ein, Adel Tawil, und niemand hat mehr für ein gutes Deutsch getan als er. Bravo, aber unerreichbares Vorbild!
    Das waren so spontane Gedanken und auch Einwände, die sich hoffentlich nicht alle als Vorwände entpuppen werden. Ohne Endfloskel, auch wenn es weh tut!

    Restfehler bitte zu entschuldigen.

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  3. Hans Atzenbach

    „Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das future-Denken haben muss. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.“

    Wird Jil Sander zugeschrieben, 1997

    Ich glaube aber, es wird wirklich besser werden,
    d. h. das Deutsch wird wieder besser und einfacher werden.

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  4. *D*A*N*K*E* !!!
    Finde auch immer wieder Terramesas „Hypercommunikation“sehr nach-denkens-wert…
    => http://genialecomunikation.blogspot.de/

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  5. @Autor

    Bitte in Bezug zum Doppel-S folgenden Artikel zu beachten: https://dudeweblog.wordpress.com/2013/04/04/uber-die-schweizer-und-das-scharf-s/ 😉

    @Hans

    „Sprach-Minnen“ gefällt mir als Wortneuschöpfung zum Zwecke der Vermeidung dieses tatsächlich vollkommen unnötigen Anglizismus, welcher in diesem Bezug die Macht der durch gute Sprach-Minnen angewandten deutschen Sprache gar beleidigt.

    Schlemmerpoesie wär natürlich auch ne Möglichkeit.
    @All: Weitere Ideen und Vorschläge dafür?

    „das ist zu aufwändig oder -wendig?“

    Sehr gute Frage, bei der man sich mal überlegen sollte, ob der Begriff von Aufwand oder von Aufwendung her kommt; dabei natürlich bedenkend, ob Aufwendung nicht auch im Begriff Aufwand gründet. 😉 Ich bin der Ansicht, dass eine gewisse Freyheit des individuell-einzigartigen, sprachlichen Ausdrucks durchaus legitim ist, ja an sich – zumindest bis zu einem gewissen Grad – gar mehr gefördert gehörte.

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  6. Klarsichtfolie

    Nein – nicht einfach, sondern reich soll unsere Muttersprache bleiben, damit einjeder aus ihr schöpfen kann so viel er vermag. Nein, nicht vereinfachen, denn das bedeutet daß wir komplizierte Vorgänge nicht mehr angemessen be-sprechen können, auf Plattformen, auf Allerweltsweisheiten zurückführen. Nein und nochmals nein! Lernen wir den ganzen Wort-Schatz unserer Sprache ‚beherrschen‘

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  7. luckyhans

    @ Hans A.:
    Vielen Dank für die Antworten und Anregungen; in einem kurzen Artikel können Akzente gesetzt werden, aber unmöglich die Vielfalt der menschlichen Ausdrucks- und Verhaltensweisen widergespiegelt – da bitte ich um Verständnis, daß bei weitem nicht alle Felder ausgeleuchtet wurden – es gäbe allein zur Sprache noch sehr viel zu sagen – von anderen Dingen, wie Geschichte/n, ganz abgesehen. 😉

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  8. luckyhans

    @ Klars-e:
    Bitte nicht einfach mit primitiv verwechseln – und reichhaltig ist auch kein Gegensatz zu einfach.
    Natürlich ist die Sprache jeweils dem anzupassen, was und vor allem wem gesagt werden soll – ein Thomas Mann schrieb sicher nicht für Zwölfjährige – aber wir wollen diese auch nicht unterschätzen.
    Das wohl wichtigste: Verständnis, d.h. das Gesagte soll ankommen bei den Adressaten. Und sie anregen.

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  9. Ich träume ja immer noch von so einer *Alter-Nativ-Rezipientatur*.
    („An-Erkennungs-Vergabe“ im Gegen-Satz zu der „herkömmlichen“ *Art*.)
    😉
    *Sprache*
    21.12.2014
    Sprache
    wer ihr acht-sam zu-hört
    und sie nicht weiter zer-stört
    dem zeigt sie sich froh und frisch
    be-frei-end und er-finder-isch

    Sprache ist Manifestation des Geistes
    der den Frei-Flug liebt
    und sich nicht so schnell
    mit sich selber
    zufrieden gibt

    Geistes-Er-Regung
    bringt Wort-Be-WEG-ung
    zu seinem Innersten hin
    und doch auch über sich selber hinaus

    Seine Wort-Aus-Wahl
    ent-bindet den Klang von der Qual
    sich in “feste“ Worte pressen zu lassen
    weil solche Wort-Hülsen
    seinem Sein gar nicht passen.
    Sie sind ihm einfach zu klein.

    Und ist der Geist erstmal so richtig munter
    liebt er es immer bunter
    So turnt bald an jeder Stange
    zwischen Schwarz und Weiß
    ein buntes Getümmel
    auf sein GeH-heiß
    und ist gar nicht bange
    auch mal in den Matsch zu fallen
    unter dem Bei-Fall von uns allen
    😉

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  10. luckyhans

    Liebe Garten-Amsel,
    vielen Dank für Deinen sehr schönen Beitrag! 😉

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  11. 😉 … Danke dir und euch allen hier !
    „Ein moderneres Machtkonzept ist der “Erfolg” – auch hier wird wieder suggeriert, daß ANDERE deine Leistung erst anerkennen müssen, bevor du damit zufrieden sein darfst. Weitere Machtkonzepte werdet ihr sicherlich selbst erkennen können – und überwinden – denn dies ist eine wesentliche Vorbedingung für unsere geistige Befreiung.“
    *JaH!* 😉 so isses. Leider.
    Wenn ich aber nun
    diesen „ANDEREN“
    die An-Erkennungs-Kompetenz
    verweigere und statt dessen eine „(Anders-)*Be-Wert-ung*“
    -und sei es meine eigene (!)-
    setze, trete ich aus der allgemein gängigen „An-Er-Kennungs-Mechanik“ aus.
    Frei-Flug ist dann angesagt, dem, der dann zu fliegen wagt.
    Unsere Sprache ist etwas soooo lebendig-machend Schönes, Meer-Tief-Hinter-Über-Sinn-Lichtes, daß nur noch das leuchtend-frohe *D*A*N*K*E*! bleibt, und die Gedanken-Sprache weitertreibt zu völlig neuen Lebens-Blüten hin.
    Möge der Schöpfer der Lebens-Liebe sie immer behüten und ihre Samen zum An-Fassen immer wieder frei fliegen lassen !
    *JaH!* 😉

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  12. Hans Atzenbach

    Noch so ein paar Anmerkungen:
    -Ich habe natürlich das Hauptfäkalwort unterschlagen. So eine Sch….. aber auch.
    -@Gartenamsel
    Danke für den Verweis, ein echter Studienartikel. Die Denkweise kommt mir sehr entgegen, wenn sie auch sehr ausgeklügelt erscheint. Es ist natürlich eine Lobeshymne an AN und Konsorten unter Umgehung des ANus und das macht die Sache erheblich leichter…, denn dies ist der Ursprung des Hauptfäkalwortes.
    Aus diesen Gründen sind Namen wie Hans oder Manuela nicht mehr en vogue und mancher Recta-Kompass wird peripher rektal mitentsorgt…
    Der Begriff (Anus) ist wirklich nicht so einfach.
    Die genannte Krisensilbe Kr ist bei Umdrehung (hatten wir jetzt hier schon des öfteren) rk, da römisch-kathodisch. Bei einer Batterie ist der Pluspol die Anode und der Minuspol die Kathode, diametral entgegengesetzt, das geht auch bei schmalen Rechtecken, und das könnte in die Analen eingehen, und manchen wünscht man, dass sie die Erkenntnis nicht auf die lange Bank „schieben“. Wovon schreibt dieser? Jedenfalls nicht von LeNA Meyer-LANdrut, tut der Hut gut, oder von LANA del Rey. Alles Erfindung.

    @Luckyhans
    Das Ziel deines Artikels ist völlig richtig definiert. Eine Sprache, die schön ist und unterhaltsam. Und anderes. Sprache ist so etwas wie ein Möbel für das Leben, und die meisten wollen sich immernoch schön einrichten und nicht häßlich, oder soll ich schreiben hässlich? Knigge!

    @Dude
    Das ist nur das, was mir sofort im Kopf war, aber keine echte Kopfgeburt, da kann jeder gerne in Klausur gehen.
    Das Minnen wie Vogelweide, Walther von.
    Sprach-Spinnen finde ich auch sehr gut. So bald der Mensch nicht mehr spinnen darf, ist er wie eine Legehenne sozialisiert.
    Deshalb verordnen manche ihren lieben Mitgeschöpfen irgendwelche
    Behaviour-Agendas. Das Erstaunliche: Sie gelten nur für die Legehennen und nicht für die Adler.
    Die Freyheit nehm ich mir und schreibe „Wend“ungen wie „am Besten“ am besten klein, sonst plustern sie sich in den Vordergrund, spreitzen sich in den öffentlichen Sprachraum, was BastiAN (sic!) verhindern möge.

    (@Gartenamsel
    I hope, du hast das Masterpiece nicht aus der Konserve geleakt, dann wäre das das I-Tüpfelchen, on the other hand immernoch das Kapital von l. Verständlicher kann you it-n-it expressen.
    =>Ich kann mir vorstellen, dass Jil Sander die Sprach-„Ver“hund“sung“ ganz absichtlich begang, und dass die gute Tat missverstanden wurde. Oder sie hat sich geflasht und das ge-joint. More read?
    *inerfurterstarr*)

    @Gartenamsel
    Das Gedicht ist so schön wie ein Gesicht, deines.

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  13. Hans Atzenbach

    „spreizen“ „spreizen“ „spreizen“…
    Error est homo

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  14. @HA:
    *D*A*N*K*E*! 😉
    Schickes Bild !
    (wer ist das ?)

    Ne, nix Consenf…äh… Con-Särve.
    Plötzlichst an-regend zu-ge-flögelt dank eurer *Nach-Denk-Stern-Schnüppchen*.
    😉

    Das „AN“-Dings-Denken hat es mE wirklich „in sich“.
    (=> Terramesa)
    Wer den „AN“-Klängen lauscht,
    dem er-öffnen sich sacht und leise
    auf eigen-tümlichste Weise
    Ahn- und Ähn-lich-An-Klänge
    wie wunder-volle Nacht-Gesänge
    und sie erzählen Dir und mir
    von An-und Be-Deutungs-Familien im Jetzt und Hier
    und plötzlich fängt dann so ein Ahnen an,
    vor dem man selber nur noch staunen kann.
    Selbst die „Schrift-Sprache“ ist dann nicht mehr „stumm“
    sie „tönt“ nur irgendwie „anders“ herum
    und ent-wickelt aus trockenem Sein
    einem lebendigen Hör-(AN?-)Schein
    ~ * ~ … ^ ° ^ … * ^ * …
    😉

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  15. Hans Atzenbach

    @Gartenamsel
    Das ist Lena, eigentlich Magdalena von Hannover, unser Heilige vom Eurovison Contest. Also nicht Maria Magdalena. 🙂
    Ihr tut der Hut gut!

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