Briefe von einem Vater und einer Mutter

Nachdenklich geworden durch das Lesen des „Briefes einer zornigen Mutter“, will ich diese Gedanken hier nun auch weitergeben.

Zunächst einen Gedanken-Brief eines allein erziehenden Vaters (Seine 30 jährige Tochter hatte sich auf Rat einer Freundin in die Ob-Hut eines Psychiaters begeben, da sie depressive Gedanken mit sich herumtrug):

Warum hat sie nicht mit mir über ihre Schwierigkeiten gesprochen, obwohl ich es ihr doch immer wieder angeboten habe?!?

Warum will sie plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben?!? Sogar ein Telefon-Gespräch ist ihr heute schon zu viel… es bewirke ja nur einen ’schlechteren Zustand‘ bei ihr…

Warum?!?

Habe ich nicht dafür gesorgt, daß sie eine gute Lehr-Stelle bekam?
Hab‘ ich sie nicht immer wieder – ohne Vorwürfe – aufgefangen, wenn mal wieder eine Beziehung in die Hose gegangen war?!?
Hab‘ ich nicht für sie gekocht, für sie gewaschen und, trotz meiner eigenen finanziellen Schwierigkeiten, habe ich ihr nicht immer wieder „Etwas“ zugesteckt, habe ich ihr nicht sogar die Marken-Schuhe gekauft, die sie unbedingt haben wollte, um ‚dazu‘-gehören zu können, obwohl ICH mir diesen Luxus nie geleistet hätte?
Kurze Zeit später lagen sie dann in irgendeiner Ecke…

Ich habe doch, soviel ich nur konnte, für sie getan und muß mir heute, seit dieser PSYCHO-HILFE-In-Anspruch-Nahme, anhören, ICH sei IHR etwas ‚SCHULDIG‘ und sie erwarte eine Wiedergutmachung von mir, da ich sie ja – ihrer Meinung nach –  nicht genügend ‚gemocht‘ hätte… Immer wieder hat sie – trotz meiner dringlichsten Ratschläge – genau das Gegenteil von dem getan, was ICH ihr riet… Alles mußte ‚TOP‘ und ‚IN‘ sein…

Aber alles auf Pump…

Klar sehe ich auch, daß sie übelste Probleme mit ihrer Wert-Bestätigung hat, zumal sie, trotz hervorragendem Ausbildungs-Abschluß, nur zeitweise Aushilfs-Arbeiten (in leitender Position) bekommen hat, und wenn sie nicht so wollte, wie sie sollte, zB. weil sie eine Maßnahme für ungerecht hielt, wurde ihr kurzerhand schon VOR dem vereinbarten Arbeits-Verhältnis-äh…Praktikums-Ablauf gekündigt – hauptsache immer schön VOR der Übernahme-Verpflichtung. Natürlich zehrt das auch an ihrem Eigen-Wert-Gefühl.

Aber ein MENSCH ist doch MEHR als die Summe seiner Arbeits-Leistungen!

Nur , WAS ist ein ‚Vater‘ eigentlich heute noch wert?!?
Welche ‚Leistungen‘ hat er zu erbringen?!?
Welche ‚Erwartungen‘ seitens seiner Kinder sind eigentlich noch ‚NORMAL‘?!?
Was ist seine AUF-GABE in heutiger Zeit???
Ist er nicht zu einem Finanzierungs-Bereit-Steller allerlei Mode- und sonstwelcher Bedürftigkeiten degradiert worden?!?

Besonders nachdem unseren Kindern in fremd-erziehenden Kinder-Gärten und Schulen immer wieder eingebläut wurde: „Fragt nicht eure Eltern, die wissen das sowieso nicht, die haben das auch so nie gelernt und KÖNNEN euch das gar nicht erklären, bzw. nur falsch.“


Ergänzend dazu nun hier auch noch ein etwas anderer ‚Mutter-Brief‘:

Ich bin 60 Jahre alt und habe 3 Kinder geboren und noch eins dazubekommen. Meine Kinder sind alle ‚erwachsen‘ und auf der Suche nach Sinn-gebender Arbeit, von der sie sich auch ernähren können. Einer meiner Söhne hat mittlerweile eine völlig unterbezahlte Schwerst-Arbeit gefunden. Da er selber schwer chronisch krank ist, hoffe ich, daß er möglichst viel Kraft und Mut findet, um seinen Weg weiterzugehen. Er wird übrigens dieses Jahr Vater. Seine Frau ist z.Z. ‚arbeits-los‘.

Mein Jüngster, mittlerweile 24 Jahre alt, findet keine seiner Ausbildung auch nur annähernd entsprechende Arbeit. Er jongliert an der Ab-Bruch-Kante entlang; noch lebt er…

Meine Jüngste Tochter – mit 24 Jahren das ‚Leben‘ ja noch voll vor sich habend – hat (zumindest vor-erst) aufgegeben und sich in psychiatrische Be-Handlung ‚begeben‘.

Nur, WAS wollen DIE da an den Ver-Zweiflungs-UR-Sachen ändern???

Vollpumpen mit Neuroleptika?
Bis zum nix-mehr-WAHR-nemen?!?


Was ist eine ‚Mutter‘ heutzutage?
Eine Gebär-und Aushilfs-Maschine?
Ein lebens-lang- verhaftetes Ernährungs-Bereitschafts-Muster?
Ein Hosen-angepasster UN-Sinn?
Welchen ‚Wert‘ hat heute eine ‚Mutter‘ überhaupt?
Wie sehr ist dieser ‚Be-Griff‘ denn eigentlich ver-gestaubt?

So daß man nix mehr findet,
was “Mutter-Wi(E)der-Sein” begründet…

– MEIN GOTT! –

Bitte greif endlich ein,
und vertreibe dieses Gewinn-Maximierungs-Monster-Dasein!

Vertreibe seine grenzenlose Anbetung zum Schutze der Menschlichkeit!

Was oder WER könnte da helfen?

Hass ist mE. KEINE Über-Lebens-Lösung.
Hass bindet nur noch mehr und macht noch UN-FREIER.

Wer oder was könnte-würde-sollte aber dann hilf-reich sein/werden?

24 Kommentare

Eingeordnet unter Bewusstsein, Dreckskapitalismus, Freiheit, LiebeLicht, Menschen, Philosophie, Schuldgeld, Sinn, Weisheit

24 Antworten zu “Briefe von einem Vater und einer Mutter

  1. @ mahnred

    „Laß Deinen Haß gegen Frauen ruhig los, er kostet bloß un-nötig Kraft und reibt alte Wunden immer wieder auf.“
    Danke.
    Was für eine wunderschöne Diskussionsgrundlage. Man weiß schon einmal, wo der Behinderte sitzt. Und wenn er die Unterstellung bestreitet, dann muss er es ja nötig haben, denn getroffene Hunde bellen bekanntlich.
    Egal, wie gut Du das gemeint haben magst, mich zieht das hier in keine weitere Debatte.

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  2. mahnred

    @Magnus
    Warum meinst Du wohl, KANN ich das sagen ?
    Vielleicht, weil es ja meiner eigenen schmerzlichen Erfahrung entsprungen ist ?!?
    WER zöge denn *Gewinn* aus dem Fest-Halten solch einer „An/Be-Schuldigung“ ?!?
    Aus einer derartigen „Fest-Legung“ ???
    Weißt Du , wie FREI solch ein „Loslassen“ machen kann ???
    Mir ist es zu einem „Geschenk“ geworden, das ich gerne weitergeben möchte. 🙂
    Mehr nicht . Wozu auch ?!?
    – Was meinst Du mit „der Behinderte“ ? Den möglichen „Gewinner“ von etwas Neuem ? 😉
    Laß Dir dir Petersilie bitte nicht verhageln !
    Es steckt doch so sehr viel mehr dahinter !!!

    Ich würde mich über Deinen Mut freuen, solch eine schwierige Diskussions-Grund-Lage aufzuarbeiten. 🙂
    und ich danke Dir erstmal so auf die Schnelle für Deine Nach-Denk-Re !
    Möge es uns doch weiter-führen … weiter … als bisher … 🙂

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  3. @ mahnred

    Egal, wie Du ihn anmalst: Ich ziehe mir den Frauenhasserstiefel nicht an. Stelle ihn weg, und wir können zum Konstruktiven kommen.

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  4. mahnred

    @MG
    😀
    JaH, laß „ihn“ uns in die Ecke stellen ! –
    – und gleich daneben den „Männer-Haß-Stiefel“ … und alles in diesem Sinne Auftauchende stecken wir einfach rein und gut.

    Wenn „Männer“ nicht „Frauen“ wert-schätzen und „Frauen“ nicht „Männer“, verliert doch MEHR als jeder sich daraus ergebende *Familien-Sinn* seine gesunde Basis.
    Eine „alte“ Ordnung zur Abstimmung wichtigerer Entschlüsse – hab ich mal gelesen – gab dem Mann das Stimmrecht nach Absprache mit seiner Frau zu stimmen… als „Familien-Stimm-Recht“ sozusagen …
    – Ist DAS nicht vielleicht auch mal nach-denkens-WERT ? –

    Hab auch noch viel über „uns“ so nachgedacht …
    – nach so mancher „Steil-Vorlage“ von Dir 😉 …

    „Boden-Satz“ … mir ist DER sehr wert-voll 😀 !
    Ich gieße Kaffee-Pulver mit kochendem Wasser – ohne Filter – (wieder 🙂 ) auf und muß dann natürlich warten, bis der „Prütt“ sich gesetzt hat, damit die „Chemie“ stimmt und das „Kaffee-Klar“ eintritt.
    – und DIESEN Boden-Satz lieben die Regenwürmer in meinem Komposthaufen und verhelfen mir zu guter fruchtbarer Erde ! 😉
    Also , bitte nix Negatives mehr über „Boden-Satz“ !
    😉
    und nun bitte weiter => zu „Konstruktivem“…
    mE ist es „konstruktiv“, Verständnis und Einfühlungs-Vermögen wieder zu entwicken und Erfahrungen mitzuteilen …
    *MUT-Macher* aus und zur *Liebe* zu werden.
    *Glück-Auf !*

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  5. @ mahnred

    Also gut. Ich versuche es jetzt mal wiederum in normalen Sätzen, die einen Fließtext ergeben möchten.
    Familien müssen gemeinsam Selbstorganisation betreiben. Diese muss finanziell genau so gefördert werden, wie staatliche Betreuung. Wo beide Eltern nicht arbeiten, gibt es keinerlei Förderung über der sonstigen staatlichen Stütze. Auch keine Krippe, keinen Kitaplatz, keinen staatlich bezahlten Kindergarten. Wieso auch. Es geht nicht an, dass die einen Armen zur Arbeit genötigt werden, ihre Kinder abzugeben, andere, bei denen dies nicht der Fall, Zuckerstücke auf ihre tägliche Muße gestreut bekommen. Aufgeld bekommt nur, bis zum sonstigen Mindestlohn auf die Gesamtstütze gerechnet begrenzt, wer sich, andere Kinder angemessen betreuend, einbringt.

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  6. mahnred

    Danke !
    Dieses gemeinsame „WIR“ müssen wir aber mE erst wieder entwickeln…
    Wir leben hier in einem „Ent-Wicklungs-Land“ bezügl. Ver-Antwortungs-Bewußt-Sein. Vielleicht können wir es ja mal mehr ins Gespräch und „unter die Leute“ bringen ?!? So, als GANZ NORMAL und BESSER klarstellen… Früher in meiner Kinder-Eltern-Zeit war das ja auch mal so. Nur HEUTE müssen wir dieses besch…
    „Ich bin besser, kann höher, will schneller sein als mein Nachbar“ über-winden. Andere neue alte Werte brauchen wir. Nicht diese Medial-angeheizte Werbe-Kokurrenz-Schaize …
    *Glück-Auf !*
    Ps:Finanziell Unterstützung des großen Bruders oä können wir uns – denke ich- angesichts der all-gemeinsamen (???) sogenannten Sparsamkeit-Alternativ-Looosigkeiten aber sicher „abschminken“ … aber es tut sich was … => private Schul-Gründungen -offen für alle- zB…

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  7. @ mahnred

    Ich habe es wiederum versucht. Konkretes, Greifbares genannt. Deine Ansagen dazu aber sind wiederum wirr und wolkig und ungefähr.
    Die mögen gerade dadurch Gefallen finden bei manchen. Mir geben sie nichts. Auf weiteres Gewölk dieser Art werde ich nicht mehr eingehen.

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